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Wir ertrinken in der Serienflut. Haben wir die Schnauze voll von Serien?
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Monatlich erscheinen dutzende neue Serien auf Streaminganbietern wie Amazon Prime, Netflix und Co – man kann sich bei dem Überangebot kaum noch entscheiden. Die Watchlist wird immer länger und es ist einfach kein Ende in Sicht. Entweder es lockt ein Trailer, Freunde empfehlen ein absolutes Must-see oder man wartet sehnsüchtig auf eine Fortsetzung. Wie kann man bei dieser Flut überhaupt noch den Überblick behalten, nicht völlig in der Sofaritze versinken und auch mal wieder rechtzeitig ins Bett kommen?
Nur noch eine Folge
Wer kennt es nicht: Man fängt eine neue Serie an und ist binnen weniger Episoden total im Streaming-Wahn gefangen, kann nicht mehr aufhören und wird innerlich schon richtig unruhig, wenn man nicht weitergucken kann. Was früher völlig normal war – nämlich, dass man geduldig warten musste, bis die Lieblings-Soap wieder im TV läuft und man mit einem nervenaufreibenden Cliffhanger zurückgelassen wird – ist heute undenkbar. Heute werden locker vier, fünf Episoden hintereinanderweg gesuchtet. Die Spannung, wie es weitergeht, kann direkt befriedigt werden. Im Idealfall wird direkt nach Release gestreamt, um der Spoiler-Gefahr im Internet zuvorzukommen, denn man ist nicht allein mit seiner Sucht. Die gesamte Generation Netflix ist infiziert und Komaglotzen gehört zum normalen Alltag.

Angefangen hat das Serien-Dilemma etwa 2013, als Netflix auf einen Schlag die gesamte erste Staffel „House of Cards“ veröffentlichte und damit herzlichst dazu einlud, langsam aber sicher ins Binge-Watching-Game einzusteigen. Sind wir erst mal Teil des Oval Office, entscheidet der Streaming-Dienst für uns: nicht schlafen, sondern weiterschauen – Folge um Folge um Folge ... Hat man dann an zwei Tagen alle Episoden durchgeschaut, fällt man in ein tiefes Loch – was nun? Man vermisst die Charaktere, mit denen man sich verbunden fühlte und die Welt, in die man stundenlang eintauchen konnte. Für diese Post-Binge-Watch-Depression gibt es nur eine Lösung: Zeit für eine neue Serie und die hat der allwissende Algorithmus schnell für uns rausgesucht.


Müdigkeit und Übersättigung

Viele Jahre haben wir dieses Spiel mitgespielt, geduldig auf das Ende von „Game of Thrones“ gewartet, uns auf fünf verschiedenen Streaming-Plattformen angemeldet, damit wir nichts verpassen und mitreden können. Unsere Aufmerksamkeitsspanne hat sich angepasst: Filme gucken ist zu anstrengend, drei Episoden „Suits“ hingegen sind kein Problem.

Natürlich sind die Anbieter drauf angesprungen und haben immer mehr produziert. Wenn etwas nicht läuft, wird es wieder abgesetzt. Die Zeit der großen „Qualitätsserien“, die uns teils jahrelang begleitet haben, sind passé. Serien, die neu auf unserer Startseite erscheinen und die man vor allem deshalb schaut, weil man neuen Stoff braucht, sind so schnell wieder vergessen, wie sie geguckt wurden. Viel Zeit, um eine intensive Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen – und das ist der entscheidende Vorteil der Serie gegenüber dem Film – wird nicht gegeben. Kurzweilige Fließband-Miniserien kommen einfach nicht an Feelgood-Klassiker wie „The O. C.“ oder „New Girl“ ran, mit denen wir einst in die Welt der fik-tiven Langzeiterzählung eingestiegen sind.

Auch wenn es insbesondere während des Lockdowns schwerfällt, sollten wir uns rückbesinnen und uns wieder an unser entschleunigtes Schauverhalten aus Zeiten des linearen TV erinnern: Serien gezielt auswählen, Zeiten festlegen und nach einer kleinen Dosis ausschalten, um dem Gemüt vor dem Schlafen etwas analoge Ruhe zu gönnen und vielleicht sogar noch ein wenig zu lesen.

Text Louisa Ferch
Foto samuel-stock.adobe.com

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