Ausstellung im Städtischen Museum
Im Jahr 1850 wanderte der Tischler Heinrich Engelhardt Steinweg mit seiner Familie nach New York und gründete dort 1853 das weltberühmte Unternehmen Steinway & Sons zur Herstellung von Klavieren und Flügeln. Nach seiner Tischlerlehre erlernte Steinweg auch das Instrumentenbauhandwerk und fertigte seine ersten Instrumente in der Heimat an. In den USA änderte er seinen Namen in Steinway, wo er zusammen mit seinen Söhnen das Unternehmen aufbaute, das später zu einem der bekanntesten Hersteller von Klavieren und Flügeln weltweit wurde. Die Familie Steinway prägte das 19. Jahrhundert, als das Klavier zu einem der meistverbreiteten Musikinstrumente avancierte. Die Steinway & Sons-Unternehmenskultur und das Erbe der Familie sind heute auch in der Ausstellung des Städtischen Museums Braunschweig zu erleben.
Von New York bis Braunschweig – Die Geschichte zweier legendärer Klavierbauer
Die Ausstellung im Städtischen Museum Braunschweig erzählt die Geschichte des Steinway & Sons Unternehmens und seiner Verbindungen zu Grotrian-Steinweg. Der Fokus liegt auf Heinrich Steinwegs ältestem Sohn Theodor Steinweg, der nach der Emigration seines Vaters nicht mit in die USA zog, sondern in Deutschland blieb. Theodor arbeitete mit dem Klavierbauer Friedrich Grotrian zusammen, und gemeinsam prägten sie das Unternehmen Grotrian-Steinweg. In der Ausstellung wird auch die enge Verbindung der Familie Steinway zu prominente Musiker:innen wie Clara Schumann hervorgehoben, wobei historische Briefe und Dokumente einen spannenden Einblick in die internationale Musikwelt der Zeit geben.
Von Tafelklavier bis Konzertflügel – Eine beeindruckende Sammlung
Die Ausstellung bietet eine beeindruckende Sammlung von historischen und modernen Klavieren und Flügeln aus der Produktion von Steinway und Grotrian-Steinweg. Zu den Highlights zählen ein „Küchenflügel“ aus dem Jahr 1835, ein G.I. Field Piano aus dem Zweiten Weltkrieg, eine ergonomische Bogenklaviatur und ein Welte-Mignon-Konzertflügel, der durch gestanzte Löcher Töne erzeugen kann. Auch ein Flügel von Clara Schumann wird ausgestellt, zusammen mit modernen Pianos, die nach wie vor zu 80 Prozent handwerklich gefertigt werden – ein Prozess, der rund ein Jahr in Anspruch nimmt.
Begleitveranstaltungen zur Klavierbau-Ausstellung
Parallel zur Ausstellung finden verschiedene Veranstaltungen im Museum statt, darunter öffentliche Führungen jeden Sonntag um 15 Uhr. Am 13. April wird die Pianistin Elisabeth Brauß ein Konzert unter dem Titel „Les Adieux“ aufführen, das sich mit dem Thema des Abschiednehmens beschäftigt. Für Kinder gibt es am 12. April einen Workshop mit dem Titel „Richtig gute Stimmung“, bei dem mit Hammerköpfen gearbeitet wird. Zusätzlich finden an zwei Dienstagen im April spannende Vorträge statt, darunter der Vortrag „Mythos Steinway & Sons“ am 15. April um 18 Uhr.