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Mehr Schocks! Mehr Humor! Mehr Borg!

Wir sprachen mit Danny Morgenstern in einem Interview zu seinem neuesten Buch-Projekt:

Danny Morgenstern ist ein vielseitiger Braunschweiger Autor und hat sich als James-Bond-Kenner einen Namen gemacht. Mit mehreren Veröffentlichungen zu diesem Thema und einer Vielzahl an Büchern zählt er zu den bekanntesten Thriller-Autoren. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller ist er auch als Moderator, Tanzlehrer und Business-Knigge-Coach aktiv. In diesem Interview spricht er über sein neuestes Buch-Projekt und gewährt spannende Einblicke in seinen Schreibprozess.

 

Was zeichnet Sie als Autor aus, besonders im Thriller-Genre?

Als Thriller-Autor überschreite ich bewusst Grenzen, die vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen wären. Die Hemmschwelle der Leser:innen ist gesunken, und um in diesem Genre zu glänzen, muss man sich von anderen abheben und Themen behandeln, die Schock und Spannung erzeugen.

Was inspiriert Sie zu Ihrem neuesten Thriller? Woher kommt der schockierend bildhafte Titel?

Der neue Thriller beginnt mit einem Großbrand in einer Tierfutterfabrik, in dem eine Menschenleiche in einem Häcksler gefunden wird. Das Bild dieses tragischen Vorfalls hat mich zu dieser Geschichte inspiriert. Ich möchte jedoch nicht zu viel verraten, um die Spannung nicht zu zerstören.

Wie geht es im neuen Fall von Kommissar Oliver Borg weiter?

In meinem neuen Thriller ist Kommissar Oliver Borg traumatisiert und steht kurz vor einer Depression. Sein Chef stellt ihm Ultimaten, aber Borg ermittelt ohne Erlaubnis und gerät dadurch in große Schwierigkeiten. Diese inneren Konflikte und die ständige Herausforderung, gegen Widerstände zu kämpfen, treiben die Handlung voran.

Wie würden Sie Kommissar Borg in drei Worten beschreiben? Gibt es Ähnlichkeiten zu Ihnen?

Sarkastisch, selbstsicher und ein Überlebenskünstler – Borg ist ein Charakter, der sich durchsetzt. Was uns verbindet, ist unser Durchhaltevermögen. Wir geben nicht auf und haben noch niemals verloren.

Schockierende Themen sind ein Markenzeichen Ihrer Bücher. Werden Sie diese noch weiter steigern?

Ich denke, dass jeder Mensch eine „dunkle Seite“ hat, die durch Angst und Aggression zum Leben erweckt wird. Thriller und Horror bieten eine Möglichkeit, diese Seiten auf relativ harmlose Weise auszuleben. Auch in meinen zukünftigen Büchern werde ich diese Themen weiter aufgreifen, da sie emotionale und spannende Erlebnisse bieten.

Ihr Buch wird online auch in der Kategorie „Ratgeber: Gesundheit & Medizin / Angstzustände“ geführt. Was steckt hinter dieser Kategorisierung?

Obwohl mein Buch keine echte Konfrontationstherapie bietet, könnte man argumentieren, dass es auf die Überwindung von Ängsten anspielt. Kommissar Borg befindet sich ständig in Lebensgefahr, und seine Fähigkeit, zu überleben, könnte als eine Art Ratgeber dienen. Aber letztlich dient das Buch nur der Unterhaltung – es ist kein echter Ratgeber.

Haben Sie feste Rituale beim Schreiben?

Ich sammle Ideen, Dialoge und Inspirationen, manchmal auch nur einzelne Wörter. Bevor ich mit dem Schreiben beginne, plotte ich die Geschichte und baue die Ideen zu einem zusammenhängenden Thriller auf. Oft schreibe ich in der Tanzschule Hoffmann oder nachts, wenn die Kinder in der Schule sind.

Wie herausfordernd war die Recherche zu Ihrem Thriller? Haben Sie reale Orte in Braunschweig genutzt?

Für den Thriller habe ich eine Tierfutterfabrik besucht und mich in Schlachtkunde weitergebildet. Zudem habe ich mit Medizinern und der Polizei gesprochen. Besonders spannend war meine Erfahrung mit autonom fahrenden Fahrzeugen und fahrerlosen Taxis in San Francisco. Solche Erlebnisse finde ich faszinierend und fließen direkt in meine Geschichten ein. Weitere Eindrücke sind auf meinem Instagram-Account zu finden.

Gab es während des Schreibens Momente, in denen Sie dachten, „Das kann ich so nicht schreiben“?

Ja, absolut! Besonders bei einer weiblichen Hauptfigur wollte ich einen sehr provokanten Namen verwenden, den ich mir fast nicht zugetraut hätte. Doch dann erinnerte ich mich an Ian Flemings „Pussy Galore“ und entschloss mich, die Idee zu behalten.

Arbeiten Sie bereits an neuen Projekten?

Ja! Im November erscheint das „James Bond – Das ultimative Kompendium“ mit 1.000 Seiten. Zudem plane ich, noch in diesem Jahr mit einem Sachbuch sowie dem vierten Teil der Oliver-Borg-Reihe zu starten: „Second Body – Der Teufel küsst die Depressiven“.

Nur mal kurz

Gibt es eine Szene im Buch, die Ihnen selbst Angst gemacht hat? Welche?
Die Vorstellung, nachts im eigenen Schlafzimmer aufzuwachen und im Bett neben sich eine fremde Leiche liegen zu haben, ist schon sehr verstörend.

Welche Figur im Buch würden Sie niemals zum Abendessen einladen – und warum?
Den Bösewicht natürlich. Er ist eine sehr abstoßende Persönlichkeit.

Welches Geheimnis in Ihrem Buch würden Sie nur einem Toten anvertrauen?
Jedes, denn ich will natürlich, dass die Menschen das Buch lesen und damit ihre Neugier stillen.

Wenn Sie in Ihrem eigenen Buch gefangen wären – welche Ihrer Figuren wäre Ihr schlimmster Feind?
Keine Figur, sondern ein ferngesteuerter Vibrator, der im Roman eine wichtige Rolle spielt.

Wenn Sie nur eine einzige Seite aus dem Buch retten könnten, welche wäre es – und warum?
Die Seite, auf der die Berechnung steht, wie viele Meter Penis beim Geschlechtsverkehr rein hypothetisch durch den Körper eines Geschlechtspartners laufen. Ich finde das mathematisch hochinteressant.

Angenommen, Ihr Buch hätte ein geheimes Kapitel, das Sie nie veröffentlicht haben. Worum würde es darin gehen?
Das Buch hat ein geheimes Kapitel: Es handelt von den Gedanken des Kommissars – und niemand wird es jemals lesen können, obwohl es im Buch enthalten ist!

Was ist schlimmer: Die Wahrheit in Ihrem Buch oder die Realität da draußen?
Die Realität ist immer am schlimmsten: Krieg, Terroranschläge, Hungersnöte – so Schreckliches kann man sich als Autor gar nicht ausdenken. Das schafft nur der Mensch …

Fotos Simone Hobrecht-Kettner

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Ivonne Jeetze

Geschrieben von Ivonne Jeetze

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