Mit den Vaxxxern auf dem Highway to Herdenschutz
PK JuniSven art
Es gebe „Licht am Ende des Tunnels“, verkündete eine vorsichtig optimistische Angela Merkel Anfang Mai hinsichtlich sinkender Fallzahlen sowie einer rückläufigen Auslastung der Intensivstationen. Und tatsächlich: Der Trend hält an, die Inzidenzen fallen weiterhin, es wird geöffnet und gelockert – eine Rückkehr in die Normalität scheint endlich wieder in greifbarer Nähe.



Verantwortlich dafür ist bekanntermaßen auch die Impfkampagne, die nach holprigem Start mittlerweile auf Hochtouren läuft und deren Wirksamkeit sich langsam aber sicher bemerkbar macht. Um längerfristig wieder zur Normalität zurückkehren zu können, muss allerdings ein Herdenschutz aufgebaut werden, den ExpertInnen auf eine Durchimpfungsrate von 60 bis 80 Prozent beziffern. Eine Hürde, die noch zum Problem werden könnte. Denn während aktuell für viele Willige noch kein Impftermin in Sicht ist, wird die Herausforderung in Zukunft darin liegen, genügend Menschen für die Immunisierung zu begeistern, damit die nötige Rate erreicht werden kann. Denn nicht alle, die wollen, können – und nicht alle, die könnten, wollen.

Letzteres trifft auch auf die Bevölkerungsgruppe der sogenannten „Skeptischen Rockmänner“ zu. Diese in großen Teilen dem männlichen Geschlecht angehörende Gruppierung tritt häufig mit anprangernden Meinungsbeiträgen auf Facebook in Erscheinung und zeichnet sich durch ein überhöhtes Selbstbild, fragiles Ego und einer demonstrativ zur Schau gestellten Affinität für Verbrennungsmotoren und Pilotenbrillen aus. Dem statistischen Bundesamt zufolge haben viele Skeptische Rockmänner eine Ausbildung an der „Schule des Lebens“ absolviert und sind für Ratschläge, Fakten und Appelle politischer oder wissenschaftlicher Akteure unempfänglich. Kein Fliege-tragender Epidemiologe, keine Rundfunkanstalt, weder Sepp Meier noch Uschi Glas sind in der Lage, zu den trotzigen Sonderlingen aus den Kommentarspalten des Internets vorzudringen. Denn: Das Einzige, das diese störrischen Einzelkämpfer aufhorchen lässt, hat sechs Saiten, macht einen Heidenlärm und rast auf der Schnellstraße gen Höllenschlund. Die einzige Sprache, die sie verstehen, ist handgemachter Superrock! Erkannt haben das auch die Vaxxxer. Eine Formation, die als Gesundheitsbotschafter des Superrock durchs Land zieht, um den Unentschlossenen und Skeptischen mit ihren Songs die Vorzüge davon, sich vor einer potenziell tödlichen Krankheit zu schützen, näherzubringen. Mit steilen Brettern wie „Jimi Hendrix hätte es getan“, der Rockballade „Echte Kerle sind immun“ oder dem spritzigen Boogie-Woogie „Gib dir den Saft, bald ham' wirs geschafft!“ spielen die Vaxxxer sich ins Herz der ZuhörerInnen und damit im Idealfall das Vakzin in die Oberarme eben derer. Und tatsächlich: Die Message der Vaxxxer scheint anzukommen bei den Skeptischen Rockmännern, die Akzeptanz für die Schutzimpfung steigt und zeigt: Wer sich Gehör verschaffen will, sollte rocken und nicht reden!

Text & Grafik Sven Gebauer

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