Jeppe Huse Osmossens Melodram „Der Algencharmeur“
feiert im Rahmen des IFKF in Wolfenbüttel Premiere.
F Sven art
Jahr für Jahr versammeln sich in der Löwenstadt Filmschaffende und -gaffende, um beim Internationalen Filmfest Braunschweig ihrer Leidenschaft, der Cineastik, zu frönen. Unbeachtet der meisten dieser Connaisseure findet nun mittlerweile zum dritten Mal das Inkontinente Filmfest für Kunstfilm und Filmkunst in Wolfenbüttel-Römsbach statt. Hier präsentiert der oscarprämierte Avantgarde-Regisseur Jeppe Huse Osmossen sein neues Werk „Der Algencharmeur“ erstmals der Öffentlichkeit.
Ausdruck, der beeindruckt
Rauschen. Unverständliches Gemurmel. Hektische Bewegungen. Dann ein gleißender Lichtblitz begleitet von einem ohrenbetäubenden Schnarz! Rabums! Ich zucke zusammen, während ich kauernd im Vorführungsraum des Pfarrheims Römsbach sitze, wo Osmossen einigen Pressevertretern unter Ausschluss der Öffentlichkeit Ausschnitte aus seinem Film vorspielt. Mit dem „Algencharmeur“ macht Osmossen seinem Ruf des Anarchos und Tabubrechers wieder einmal alle Ehre. Sein Werkzeug ist die Lochbildkamera. Suchend, beinahe drängelnd beobachtet er sein Ensemble, lässt den Fokus über den Horizont schweifen, filmt eine überfahrene Taube, die auf dem Mittelstreifen klebt. Ihm gelingt es, Alltägliches in einer Schonungslosigkeit abzubilden, dass es einem die Schuhe zuschnürt!
Völlig zurecht wird er in diesem Jahr auf dem IFKF zum dritten Mal in Folge mit einer Ehrung bedacht. Nach Auszeichnungen für den Fickstreifen „Bewegende Bewegungen“ (Bester Film) und dem Taxifahrer-Thriller „Echauffierte Chauffierte“ (Bester Cast) bekommt Osmossen von der einköpfigen Jury um Organisator Jeppe Husen Osmossen nun den Hauptpreis für sein Ehe-Drama „Der Algencharmeur“ verliehen.

Dass ihm diese Ehre ausgerechnet auf dem IFKF zuteilwird, ist kein Zufall. Jeppe Huse Osmossen, der eigentlich Erdmann Saulus Buchenwidder heißt, rief höchstselbst vor drei Jahren das IFKF ins Leben, nachdem sich alle Kinos und Lichtspielhäuser der Region weigerten seine Filme zu zeigen. „Zu schlecht, zu pervers, völlig daneben“, hieß es.

Buchenwidder, der im Übrigen eine Professur im Fachbereich des argwöhnisch Guckens an der Hochschule sich bildender Dünste innehat, ist ein poetischer Freigeist, ein filmender Dichter. Keiner der in eine Schublade passt, dafür ist seine Frisur zu groß. Nie wurde ihm die Anerkennung zuteil, die ihm eigentlich zustünde. Der Preis, den er auf dem IFKF unter anderem für sein Lebenswerk verliehen bekommt, ist für ihn eine späte Genugtuung, eine rausgestreckte Zunge und ein feuchter Futzi in das Öhrchen all seiner Kritiker und Zweifler.

Die Laudatio auf Buchenwidder alias Osmossen wird Schauspielerin Schmuppi Pralotti halten, eine langjährige Weggefährtin. Im „Algencharmeur“ verkörpert sie den einäugigen Golfspieler Balthasar. Unter dem Vorwand einer Autobahnabschnittseröffnung konnte man außerdem Braunschweigs Oberbundeskanzler Ulkig Bratwurst als Schirmherr für die Veranstaltung gewinnen.

Text & Grafik Sven Gebauer

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