Stephan Lerch im Interview | Vom Co-Trainer zum Chef: Stephan Lerch ist seit Beginn der aktuellen Saison der Nachfolger von Ralf Kellermann. Im Interview verrät der 33-Jährige seinen Geheimtipp auf dem Weg zur Titelverteidigung der UEFA Women’s Champions League und spricht über Bibiana Steinhaus und die erste Zeit in seiner neuen Position.

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Herr Lerch, die ersten Monate als Cheftrainer beim Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg sind vorbei: Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Vieles hat sich nicht verändert. Natürlich habe ich jetzt eine ganz andere Verantwortung. Doch die Aufgabe macht mir sehr viel Spaß, ich freue mich jeden Tag auf die Mannschaft. Dazu sind wir im Trainerteam so zusammengeblieben, wir kennen uns alle und haben die täglichen Arbeiten nur anders aufgeteilt.

Wie groß ist der Druck, wenn man eines der stärksten Frauen-Teams weltweit übernimmt und coacht?
Natürlich ist mir bewusst, was das Team in der Vergangenheit erreicht hat. Diese Erfolge motivieren und ermutigen mich. Daher ist die Position als Cheftrainer für mich eine große Herausforderung. Wenn überhaupt kann ich also nur von positivem Druck sprechen.

Wie oft tauschen Sie sich mit dem ehemaligen Trainer Ralf Kellermann aus?
Die Zusammenarbeit mit Ralf Kellermann war und ist sehr intensiv. Wir tauschen uns fast täglich aus und planen zum Beispiel gemeinsam den Kader. Es gibt viele Themen, über die wir sprechen. Ich möchte noch einmal betonen, dass für mich eine Voraussetzung war, das Amt des Cheftrainers anzunehmen, dass Ralf Kellermann als Sportlicher Leiter fungiert und auch das Trainerteam so bestehen bleibt. Wir sind ein starkes Team.

Sind Sie zufrieden mit dem aktuellen Kader?
Die Mannschaft ist in der vergangenen Saison Double-Sieger geworden. Von daher müssen uns Neuverpflichtungen auch wirklich besser machen. Es gibt aktuell nicht die Intention, groß etwas zu verändern. Vom Niveau des Kaders bin ich absolut überzeugt – sportlich wie menschlich. Wir vertrauen unseren Spielerinnen und kennen das große Potenzial dieser Mannschaft sehr genau.

Was fasziniert Sie an Ihrer Mannschaft?
Einsatz, Ehrgeiz, Engagement sind immer zu erkennen. Das ist eine super Voraussetzung und hat mich von Beginn an überzeugt. Dazu kommt ein starker Teamgeist, die Spielerinnen können sich aufeinander verlassen und immer wieder neu motivieren, obwohl sie schon vieles erreicht haben. Was für mich aber noch wichtiger ist: Rückschläge werfen sie nicht um. Sie kommen auch aus schwierigen Phasen gestärkt heraus und kämpfen sich zurück.

Wer sind die größten Konkurrenten auf dem Weg zur Titelverteidigung?
Wir kämpfen um die Teilnahme an der UEFA Women’s Champions League – ich erwarte, dass auch der FC Bayern München oben mitmischen wird, ebenso wie Turbine Potsdam. Mein Geheimtipp ist der SC Freiburg, der an seine starken Leistungen der Vorsaison anknüpfen will. Im Breisgau hat sich wirklich viel entwickelt.

Mit Bibiana Steinhaus pfiff kürzlich zum ersten Mal eine Frau in der Männer-Bundesliga. Was denken Sie darüber und wie bewerten Sie die gespaltenen Reaktionen?
Ob Frau oder Mann spielt für mich keine Rolle. Entscheidend ist die Leistung. Sechs Mal war Bibiana Steinhaus Schiedsrichterin des Jahres, leitete 80 Zweitliga-Spiele, seit 2009 ist sie bei internationalen Frauen-Turnieren im Einsatz, zuletzt bei der EM in den Niederlanden, ich denke, all das spricht für sich.

Wo sehen Sie sich heute in zehn Jahren?
Ich habe den Anspruch, immer mein Bestes zu geben, meine Fähigkeiten auszubauen und etwas zu bewegen – natürlich auch erfolgreich zu sein. Würde ich jetzt schon Pläne für die nächsten zehn Jahre schmieden, wäre auch ein Teil meiner Konzentration auf das Hier und Heute weg.
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Interview: Lisa Matschinsky
Fotos: VfL Wolfsburg

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