American Football | Wir erklären euch gemeinsam mit den Lions II das großartige Spiel. Nachdem wir die Grundbegriffe geklärt und uns die Positionen und die jeweiligen Anforderungen an die Spieler vor Augen geführt haben, versuchen wir heute, uns in die strategische Welt der Coaches (Trainer) hineinzuversetzen.

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Kader
Als erstes sieht man sich mal den Kader an, der zur Verfügung steht. Hat man sehr viele schnelle Leute, aber dafür weniger große und schwere,  wird man eher versuchen, den Speed und die Gewandtheit der Spieler zu nutzen, um zum Erfolg zu kommen. Andererseits stehen vielleicht eher eben die kräftigeren und dafür weniger wendigen Spieler in der Mannschaft. Dann kommt es eher darauf an, diese körperlichen Eigenschaften vorteilhaft einzusetzen und gegebenenfalls mit unterschiedlichen Formationen den Speed des Gegners auszugleichen …
Man sieht, schon vor dem ersten Spielzug stehen einige taktische Entscheidungen an, die von großer Bedeutung sein können.

 

Angriff
Ist nun all das entschieden und man ist sich sicher, den eigenen Kader richtig eingeschätzt zu haben, geht es daran, in sich zu gehen. Denn wie wir gelernt haben, ist Football kein durchlaufendes Spiel, es passiert nichts einfach aus dem Spielgeschehen heraus. Nach jedem Spielzug steht die Uhr, das Spiel ruht und der Trainer ist gefordert, den nächsten Spielzug anzugeben, den die Mannschaft dann ausführen wird. In dieser Situation spielen Charakter und Persönlichkeit des Trainers eine große Rolle. Ist er eher risikofreudig, wird er andere Angriffsvarianten bevorzugen als ein konservativer oder auf Sicherheit bedachter Coach. Je nachdem, ob er eher aggressiv, ungeduldig, cool, abwartend oder berechnend ist, fallen die Entscheidungen anders aus. Einige Trainer bevorzugen den Laufangriff, koste es, was es wolle. Die Idee dahinter ist, dass es nicht so risikoreich ist, den Ball dem Running Back zu übergeben und ihn seine Arbeit machen zu lassen, als das Passspiel zu versuchen, wo immer die Möglichkeit besteht, dass der Ball vom Gegner abgefangen wird. So kann man dieses Risiko minimieren, beraubt sich aber auch der Möglichkeit, großen, schnellen Raumgewinn zu erzielen.

Verteidigung
Die Persönlichkeit des Trainers beeinflusst auch die Verteidigungsstrategie sehr stark. Denn auch dort gibt es viele unterschiedliche Herangehensweisen, den Gegner daran zu hindern, Raumgewinn zu erzielen. Einerseits gibt es die Strategie, viele Verteidigungsspieler zu benutzen, um den Angriff so stark unter Druck zu setzen, dass dieser zu Fehlern gezwungen wird. Das birgt natürlich die Gefahr, durch einen guten Spielzug der Angreifer auf dem falschen Fuß erwischt zu werden und dann großen Raumverlust oder gar Punkte hinnehmen zu müssen. Eine andere Variante sieht eher vor abzuwarten, weniger Verteidiger zum Druck machen zu schicken und auf das, was die Offense versucht, um den Ball in die Endzone zu tragen, zu reagieren: Die sogenannte „Bend-but-not-break-Defense“ (biegen aber nicht brechen). Diese Variante setzt den Angriff mit anderen Mitteln unter Druck. Die Offense muss fehlerlos spielen und den Ball kontrollieren, ohne groß auf Fehler oder Schwachstellen der Defense hoffen zu können.

Physis
In den vorangegangenen Artikeln haben wir gehört, dass man das Spiel als Rasenschach zwischen den beiden Coaches bezeichnet und die Spieler, überspitzt gesagt, eigentlich „nur als Figuren“ fungieren. Dem ist natürlich nicht so, denn Athletik, Physis, Technik und Kondition spielen eben doch eine sehr große Rolle in diesem Spiel und so kann am Ende auch das Team gewinnen, das die besseren Athleten hat. Aber sind die beiden Teams sehr ausgeglichen besetzt, kommt es doch stärker darauf an, welcher Trainer den anderen Trainer besser analysieren kann, wer die Spielsituation schneller erkennt, vorher ahnt, was sein Gegenüber plant, darauf entsprechend reagiert und den „perfekten“ Spielzug als Kommando an sein Team gibt …
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Der perfekte Spielzug
Und da sind wir auch schon bei der Suche nach dem perfekten Spielzug. Der Call des Trainers, der immer zum Erfolg führt, der nicht zu verteidigende Spielzug. Es sei an dieser Stelle gleich gesagt, es gibt ihn nicht. Seit der Frühzeit des Footballs haben es viele, viele Trainer versucht, neue Spielsysteme erfunden, neue Spielzüge erdacht, Strategien entwickelt und verworfen, Formationen verändert und Spielertypen neu besetzt. Aber nichts war bisher so gut, dass es eine Garantie gab, zum Erfolg zu kommen. Es kommt eben auf viele Faktoren an:  die richtigen Spieler zur richtigen Zeit an die richtige Position zu stellen, dazu die richtige Strategie zu wählen und dann den richtigen Spielzug zur perfekten Zeit anzusagen, der dann auch noch gut mit Timing ausgeführt wird …

Man sieht, Football ist im Prinzip sehr simpel und zugleich faszinierend. Denn durch die unterschiedlichsten Anforderungen an die Spieler, Coaches und Assistenten ist der Sport für jeden etwas. Jeder kann Teil des Teams werden und seinen Beitrag zum Erfolg leisten.
Wer es jetzt auch mal selbst versuchen möchte, dem sei gesagt: Vorsicht! Denn ist man mit diesem Sport erstmal infiziert, lässt er einen schwer wieder los. Es lohnt sich, mal ein Spiel anzusehen und zu versuchen, das „Ei“ mal selbst zu tragen!

Text: Lions II
Fotos: Fabian Uebe

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