Unterwegs auf dem Gelände des Alba-Abfallentsorgungszentrums Watenbüttel

Wenn der geliebte Flachbildschirm den Geist aufgibt, man beim Aufräumen schon fast vergessene Säuren entdeckt oder Grünabfälle nach der Gartenarbeit entstehen, stellt sich die Frage: Wohin damit?  Wer gleich an Mutter Natur denkt und seine Abfälle auf diesem Wege entsorgt, macht sich zu Recht strafbar. Es drohen Bußgelder bis zu 5 000 Euro. Die Liste an Gegenständen, die Menschen in die Landschaft schmeißen, ist lang – zu lang. Mal abgesehen davon, dass es sich um eine Straftat handelt, schaden wir uns damit selbst: Organische Abfälle, die in der Natur entsorgt werden, geben beim Verrottungsprozess Methan ab, das 23-mal schädlicher als CO₂ ist. Und nicht verrottete Plastikabfälle landen am Ende wieder in der Nahrungskette, somit auf unserem Teller und möglicherweise verenden sogar Tiere daran. Abfallunternehmen wie Alba in Braunschweig holen nicht nur unsere gelben, grauen und Bio-Tonnen ab, sie sorgen auch dafür, dass der Müll dorthin kommt, wo er hingehört und recycelt wird. Ein Grund, sich mal auf dem Gelände des Abfallentsorgungszentrums Watenbüttel umzusehen und vom Alba-Geschäftsführer Matthias Fricke herumführen zu lassen. Dort wird nahezu alles entgegengenommen: vom ausgediehnten Elektrogerät über Asbestplatten bis zum Teppichrest.

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Auch die Müllabfuhr liefert den Inhalt der Altglascontainer und der verschiedenfarbigen Tonnen nach Watenbüttel.„Insgesamt landet hier der Abfall von ungefähr 250 000 Menschen. Das entspricht einem Gewicht von 478 Kilogramm pro Person“, erklärt Matthias Fricke. Zuerst schauen wir uns das Kompostwerk an. Hier wird der angelieferte Grünschnitt zu Kompost verarbeitet und kann im Anschluss gekauft werden. Haufenweise Grünschnitt liegt meterhoch auf dem Gelände. Vorbei an einem kleinen See, Störchen und weiteren Wildvögeln geht es für uns weiter in Richtung Glas- und Holzlager. Mit Erschrecken muss ich feststellen, dass es leider immer noch Personen gibt, die ihren Plastikabfall im Glascontainer entsorgen. Wir gehen weiter. Auf der anderen Seite dieses Lagers befindet sich die Holzablage, in der es wie im Baumarkt duftet. Herrlich! Wir fahren weiter zur Vergärungsanlage, die dagegen nichts für zartbesaitete Nasen ist.

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Das hier gewonnene Biogas wird der Kläranlage zugeführt, die daraus Strom herstellt. Wie praktisch! Unser Highlight und das Spannendste ist jedoch die Sortieranlage, in der jährlich bis zu 145 000 Tonnen Verpackungen aus Kunststoff und Metall aus der gelben Tonne sortiert werden. Begrüßt werden wir von hunderten gepressten bunten Plastikballen, die vor der Verarbeitungshalle liegen. Über Stufen begeben wir uns in die luftige Höhen. Von dort können aus wir die verschiedenen Förderbänder überblicken, auf denen der Inhalt der gelben Säcke maschinell und teilweise per Infrarot sortiert wird. Wer denkt, es gehe alles maschinell, der irrt: Mitarbeiter lesen routiniert per Hand die Stoffe vom Band, um Irrläufer aus dem Abfall zu entfernen. Nachdem wir uns wieder nach unten begeben haben, laufen wir unter den Förderbändern entlang, um zum Ausgang zu gelangen und werden von herunterfallendem Müll verabschiedet, der auf die Haare rieselt. Yummy! Nach diesem Einblick in die Welt des Mülls, denkt man deutlich bewusster darüber nach, wie man mit der Mülltrennung umgeht. Vielleicht hilft das auch den Menschen, die immer noch nicht wissen, dass man kein Plastik in den Bio- oder Glasmüll wirft?

Text: Lisa Matschinsky
Fotos: Evelyn Waldt

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