Der Trendsport Klettern unter der Lupe. SUBWAY zu Besuch in der Fliegerhalle Braunschweig.
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elegen am westlichen Teil des Ringgleises, etwas entfernt vom städtischen Treiben und in ruhiger Umgebung, erstreckt sich seit letztem Frühjahr das Kletter- und Boulderparadies der Fliegerhalle mit seinem 17 Meter hohen Kletterturm am Westbahnhof. Die Halle wird von einer historischen, filigranen Stahlkonstruktion aus den 1930er Jahren gestützt, welche in Kombination mit einer großen Glasfassade und Holzelementen ein echter architektonischer Hingucker ist. Doch nicht nur die von Tageslicht geflutete Halle beherbergt ausreichend Möglichkeiten für gesicherten und ungesicherten Kletterspaß, auch auf dem großen Außengelände des Boulder e.V. gibt es zahlreiche Routen zu besteigen. Besonders Bouldern, also das ungesicherte Erklimmen kleinerer Höhen, hat sich in den letzten Jahren zum absoluten Trendsport entwickelt. Aber woher kommt eigentlich dieser momentane Hype und wo liegen die Unterschiede zum traditionellen Seilklettern?
Ursprünglich entstand Bouldern als Winter-Training für Alpin-Kletterer, die aufgrund des Wetters auf Hallensport ausweichen mussten, um für die nächste Saison fit zu bleiben. Klettern muss demnach kein Gut-Wetter-Sport sein, die vielen Hallen und Kletterparks wirken dem heute entgegen. Besonders seit den 90er Jahren ist das Interesse an dem Sport jedoch rasant gewachsen – wenn eine Stadt hip sein möchte, braucht sie eine Boulderhalle. Und ein Ende dieses Booms ist vorerst nicht in Sicht, denn sogar bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio werden nächstes Jahr erstmalig drei unterschiedliche Disziplinen des Klettersports vertreten sein: Bouldern, das traditionelle Seil- beziehungsweise Leadklettern und als direkte Wettkampfdisziplin auch das Speedklettern. All diese Bereiche können auch in der Fliegerhalle und auf dem Gelände des Boulder Vereins trainiert werden. Abwechslung und herausfordernde Bewegungen sind garantiert, denn auf insgesamt 1 650 Quadratmetern Kletterfläche werden wöchentlich neue Routen geschraubt. In Kooperationen mit dem Boulder e.V. sind zahlreiche Erweiterungen der Klettermöglichkeiten auf dem Gelände in Arbeit.
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„Bouldern ist ein niederschwelliger Einstieg in den Klettersport. Es gibt Matten, auf die man jederzeit abspringen kann. So hat man kaum Beklemmungen, während die Höhe beim Klettern schon eine große Herausforderung sein kann, die für viele aber auch den Reiz des Kletterns ausmacht“, erklärt Nils Könekamp, Geschäftsführer der Fliegerhalle. „Dennoch erleben wir jeden Tag, wie die Komfortzone der Neulinge mit jedem Mal größer wird – und dieser Effekt ist bei Jung und Alt zu beobachten“, berichtet Betriebsleiter Marco Fleck. Höhenangst sei also nicht die größte Hürde beim Klettersport, auch ein gewisses Körpergefühl und Bewegungsaffinität seien eine wichtige Voraussetzung. „Insgesamt ist Bouldern athletischer als Klettern, quasi die Sprintvariante. Deshalb ist Bouldern besonders bei jungen Sportlern beliebt. Klettern hingegen kann bis ins hohe Alter betrieben werden, denn da ist auch Ausdauer und Erfahrung und nicht alleine die physische Verfassung gefragt“, so Marco Fleck. Neben aller körperlicher Aktivität ist auch einiges an Denksport zu leisten: Wie kann der nächste Griff erreicht werden, wie werden Bewegungen intelligent umgesetzt? „Gute Bouldern sind immer auch Bewegungsrätsel und das fasziniert die Leute sehr. Man steht vor der Wand, sieht neue Probleme und versucht sie zu lösen. So kommt man auch schnell in Kontakt mit anderen, tauscht seine Ideen aus, wie man am besten weiterkommt. Das ist wie Schach, Ballett und Kunstturnen in einem – Bouldern ist dem Turnen deshalb näher als dem klassischen Bergsteigen“, verrät Nils Könekamp. Während beim Seilklettern zwei Personen Voraussetzung sind, um sich gegenseitig sichern zu können, ist Bouldern auch alleine möglich. „Es finden sich aber meistens Gruppen“ – eine schöne Entwicklung, die Marco Fleck fast täglich beobachtet. „Deshalb haben wir die Hoffnung, uns mit dem Klettersport etwas gegen den Gesellschaftstrend zu kultivieren, in dem jeder immer alles alleine und unabhängig voneinander machen will“, führt er weiter aus. Wer vom Erklimmen all der Routen noch nicht genug hat, kann in der Fliegerhalle außerdem Yoga-Kurse besuchen, denn Yoga sei eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Klettern, meinen die Kletterprofis. Beweglichkeit, Gewichtsverlagerung, Auge-Hand-Koordination, Körperspannung – all das wird im Yoga extrem gefördert und ist gleichzeitig ideal für den Klettersport.
Trotz des anhaltenden Boulder-Booms halten sich die Sportvarianten die Waage – die Kletterwände sind ebenso gut besucht wie die Boulder. „Häufig ist es auch so, dass Kunden, die ursprünglich für‘s Bouldern kamen, irgendwann das Seilklettern mal ausprobieren wollen und für sich entdecken. Dann machen sie einen Einsteigerkurs und bleiben in der Regel auch dabei“ – so Nils Könekamp, der als Old-Style-Kletterer seit etwa 40 Jahren viele Kletterregionen der Welt erkundet hat. Durch regelmäßige Einsteigerkurse erleichtern die leidenschaftlichen Klettertrainer in der Fliegerhalle den Anfängern die ersten Schritte enorm. „Bei uns wird keiner alleine gelassen. Sicherheit steht bei uns an erster Stelle und durch unsere Kurse sind Erfolgserlebnisse sofort da, die motivieren immer weiter zu machen und levelweise aufzusteigen. Jeden Donnerstag können Anfänger eine kostenlose Einführung ins Bouldern erhalten“, erzählt Marco Fleck, „dass hier jemand unglücklich rausgeht, habe ich noch nie erlebt.“ Glücksgefühle sind beim Klettersport also garantiert – deshalb am besten einfach mal ausprobieren.
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SP K Gruppenfoto c Fliegerhalle Art

Text Louisa Ferch
Fotos Fliegerhalle Braunschweig

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