… ist das noch so? Mitarbeiter von REWE berichten.
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1983 – Antje Martin beginnt mit zarten 16 Jahren ihre Ausbildung zur Fleischereiverkäuferin. Ganz schön früh. Sich festlegen, einen Beruf lernen und diesen sein Leben lang auszuüben? Für viele junge Leute heute unvorstellbar. Studieren, Studium abbrechen, neu anfangen und erst mal ins Ausland gehen ist schon eher der Weg, den viele mittlerweile einschlagen. Hauptsache viel ausprobieren, den Horizont erweitern, sich nicht festlegen und die schweren Entscheidungen des Lebens vor sich herschieben. Nach dem Motto „Das ergibt sich schon alles irgendwie“ oder „Wir arbeiten schon noch lange genug“ ist die Verlockung groß, den tatsächlichen Berufseinstieg ein paar Jahre hinauszuzögern. Eine Ausbildung zu machen ist deshalb in vielerlei Hinsicht unattraktiv geworden.
Während viele junge Erwachsene jedoch gar nicht so recht wissen, was sie später erreichen wollen, bietet eine Ausbildung eine gewisse Sicherheit, die den einen oder anderen Orientierungslosen hin und wieder zum Grübeln bringt, ob eine Lehre nicht doch eine gute Entscheidung ist. Die Frage, was mal aus einem werden soll, während die Freunde mit Ausbildungsberuf nach und nach eine Familie gründen, ein strukturiertes Leben haben und ein festes Gehalt mit nach Hause bringen, scheint berechtigt. Auch die Beschäftigungsquote von Ausgelernten und Akademikern ist nahezu gleich hoch – also eigentlich kein Grund, die Ausbildung als möglichen Berufsweg so schlecht aussehen zu lassen. Ist sie überhaupt so entscheidend für das restliche Leben? Kann sie der Grundstein für die gesamte Karriere sein? Und wie trägt die Lehre zur persönlichen Entwicklung bei? Um einen hautnahen Einblick zu bekommen, wie es in Ausbildungsberufen vonstattengeht, haben wir uns mal etwas umgehört. So sind wir mit drei Mitarbeitern von REWE Braunschweig ins
Gespräch gekommen.
Antje Martin kann als alter Hase mit schon 36 Jahren Berufserfahrung viel berichten. „Viele Bausteine für eine erfolgreiche Zukunft werden schon in der Ausbildung gelegt“, erzählt sie. „Um den Beruf von der Pieke an zu lernen, ist es wichtig, alle Anforderungen der Tätigkeit einmal selbst durchlebt zu haben. Das beinhaltet die schönen Aufgaben und eben auch die etwas unbeliebteren. Schließlich kann ich dem nächsten Azubi die Inhalte nur gut vermitteln, wenn ich weiß wovon ich rede.“ Somit ist Antje auch Ansprechpartnerin für die Neueinsteiger und steht bei jedem Anliegen mit Rat und Tat zur Seite. Diese Betreuung und das Gefühl, nicht mit seinen Problemen alleine dazustehen, ist besonders in der Anfangszeit einer Lehre wichtig.
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Auch Nico Swiderski, der mittlerweile ausgelernter Kaufmann im Einzelhandel ist, hat schon viel in seiner vierjährigen Zeit im Betrieb gelernt. „Ich bin durch den Arbeitsalltag ein ganzes Stück reifer und erwachsener geworden, als ich es vorher war. Inzwischen habe ich reichlich an Arbeits- und Lebenserfahrung hinzugewonnen. Das wird mir für meinen weiteren Lebenslauf sicher von Nutzen sein.“ Die fachliche Kompetenz ist jedoch nicht alles, was man in einer Ausbildung lernt. „Seit ich in diesen Beruf eingestiegen bin, habe ich auch ein ganz anderes Gewissen für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung entwickelt“, erzählt Nico weiter. Oberste Priorität haben für ihn aber die Kunden. „Ich möchte jeden Tag den Ansprüchen und Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden, damit sie nach ihrem Einkauf zufrieden und glücklich aus dem Markt gehen“, so Nico.

Sein Kollege Emre Kocak befindet sich mittlerweile im zweiten Lehrjahr. Auch er weiß bereits, worauf besonders zu achten ist: „Am meisten lege ich Wert darauf, sauber und ordentlich zu arbeiten, um den Kunden auch diese Werte zu vermitteln.“ Außerdem schätzt er an seiner Ausbildung die richtige Mischung aus Theorie und Praxis, die beispielsweise in einem Studium häufig zu kurz kommt. „Die Arbeit macht sehr viel Spaß und die Berufsschule bietet einem immer eine schöne Abwechslung“, berichtet er. Von mangelnder Motivation und typisch nervigen „Azubi-Aufgaben“ ist bei ihm keine Spur. „Ich fühle mich sehr wohl und arbeite gerne hier. Unmotiviert bin ich eigentlich nie.“
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Deutlich wird im Gespräch mit den dreien, dass sie nicht nur sich selbst zufrieden stellen wollen, sondern vor allem auch andere. „Früher wie heute spielt der richtige Umgang mit den Kunden bei meiner täglichen Arbeit eine große Rolle. Das ist wie Fahrrad fahren – man verlernt es nie“, erzählt die erfahrene Antje. Aber auch ein gutes Verhältnis zum Ausbilder und das Aufrechterhalten von Ordnung und Qualität im Markt haben die drei immer motiviert, Spaß an ihrer Arbeit zu haben und diese gewissenhaft zu erledigen. „Aller Anfang ist schwer, aber man wächst in seine Aufgabe hinein“ beurteilt Nico rückblickend seine Ausbildungszeit.

Schön ist auch zu sehen, wie viel Spaß ein und dieselbe Arbeit nach über 30 Jahren noch machen kann. Bei Antje ist zumindest keine Spur von Langeweile zu spüren. Neueinsteigern rät sie: „Azubis sollen viel fragen und Wissen auch selber einfordern. Sie sollten freundlich auf Kunden zugehen können, keine Angst vor Fehlern haben und auf Zack sein.“ Aber auch Nico kann den Neuen etwas mit auf den Weg geben. „Man sollte viel Motivation und Interesse mitbringen. Auch sollte man lernwillig sein und jede Erfahrung mitnehmen, die man kriegen kann. Außerdem sollte man für Teamarbeit begeistert sein, denn nur zusammen bewirken wir etwas Großes.“ Teamgeist, freundlicher Umgang, andere glücklich machen wollen und Verantwortung übernehmen – die Prioritäten sind hier richtig gesetzt. Mit einer Ausbildung weiß man, was man hat und ein wenig Sicherheit in einer Zeit wie heute kann jedenfalls nicht schaden. Augen zu und durch!
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Antje Martin, 52
Fleischereiverkäuferin
Berufseinstieg: 1983
Level: Alter Hase
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Emre Kocak, 22
Kaufmann im Einzelhandel
Berufseinstieg: 2017
Level: Junger Hüpfer
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Nico Swiderski, 22
Kaufmann im Einzelhandel, Bereich Lebensmittel
Berufseinstieg: 2015
Level: Ausgelernter Prüfling

Text Louisa Ferch
Fotos Benyamin Bahri, Daniel Ernst - Fotolia.com

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