Fragen, auf die niemand wirklich vorbereitet ist – wir stellen euch die fünf Arten vor.

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Da sitzt man also bestens vorbereitet auf das Gefecht im Vorstellungsgespräch. Natürlich hat man das anfangs angebotene Glas Wasser angenommen, weil jeder Bewerbungsratgeber dazu ermuntert. Nach dem Smalltalk folgen ein erstes Kennenlernen und dann die sorgfältig vor dem Spiegel einstudierte Selbstpräsentation – das läuft doch wie am Schnürchen! Dieser Höhenflug endet abrupt. Plötzlich kommt eine Reihe von Fragen, die dem Schema F in keiner Weise entspricht und einen Bewerber komplett aus der Bahn werfen kann.

Wie würden Sie sich selbst in nur einem Wort beschreiben?
Erst mal sprachlos. Es gibt einfach kein Wort, das alle Facetten meiner Persönlichkeit abdeckt. Das Unerwartete ist, dass es bei derartigen Fangfragen gar nicht um die Antwort geht, sondern um die Art und Weise, wie sie beantwortet werden. Kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen oder lässt man sich einen Augenblick Zeit? Allein dadurch verrät der Bewerber viel über seine Motivation, Arbeitsweise und beruflichen Ziele.

Wenn Sie ein Superheld wären, welche Superkraft hätten Sie?
In dem Film „Justice League“ fragte Aquaman Batman irritiert nach seinen Superkräften und er antwortete einfach: „Ich bin reich!“ Das wäre eine ganz phantastische Superkraft, allerdings würde ich dann nicht hier sitzen. Trotzdem wäre ich natürlich gerne Batman, aber was sagt das über mich aus? Anhand einer Analogie gibt man Einblicke in die eigene Persönlichkeit. Man beschreibt sich selbst unter außergewöhnlichen Bedingungen, gibt unbewusst die eigene Motivation und Werte, aber auch berufliche Ziele preis.

Erklären Sie mal einer sehbeeinträchtigten Person die Farbe Rot.
Rosen sind rot, Veilchen sind blau … Aber was ist eigentlich, wenn man nie zuvor mit dem Klischee konfrontiert wurde, dass Rot die Farbe der Liebe ist? Im Vorstellungsgespräch kann man mit verschiedenen Aussagen provoziert werden, die entweder eine mögliche Wunde oder Aussagen mit offenem Ausgang ansprechen. Dahinter steckt die Absicht, eine ungeplante und authentische Aussage vom Bewerber herauszulocken, die er anhand eigener Erfahrungswerte begründet.

Wie viele Blätter Papier werden an einem Tag in Deutschland kopiert?
Okay, also in Deutschland leben über 80 Millionen Menschen. Puh, aber wie viele von ihnen kopieren wie viele Seiten pro Tag? Eins steht definitiv fest: Es gehen zu viele Menschen viel zu sorglos mit dem Rohstoff Baum um. Brainteaser zielen im Vorstellungsgespräch darauf ab, die Analysestärke, Auffassungsgabe und Kreativität eines Bewerbers zu testen. Vor allem große Unternehmen neigen dazu, den Kandidaten Fragen zu stellen, auf die es eben keine ad-hoc-Antwort gibt.

Wie zufrieden waren Sie eigentlich mit Ihrer letzten Aufgabe?
Oh, mal eine normale Frage, die mich nicht komplett überfordert. Da kann ich Ihnen eine Menge erzählen! Nur dass der Interviewer plötzlich immer weiter nachhackt: Wie groß war Ihr Team? Welchen Anteil hatten Sie am Erfolg Ihres Teams? Welche Probleme traten auf? et cetera. Wie bei einem Trichter geht es hier um die Details. Diejenigen, die vorher zu dick aufgetragen haben, landen spätestens jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen und zeigen zudem ihre bisherige Arbeitsweise und Problemlösungskompetenz.
Mehr Informationen zu den fünf Arten von Stressfragen sowie weitere Tipps für Bewerbung und Vorstellungsgespräch gibt es unter: karrierebibel.de

Text: Viktoria Mitjuschin
Fotos: baranq - Fotolia.com

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