Greiferkissen und Roboter aus dem 3D-Drucker
beim Projektpräsentationstag der TAB.
Die Technikakademie der Stadt Braunschweig, kurz TAB, bietet als staatliche berufsbildende Schule Menschen mit technischer Ausbildung die Möglichkeit der Weiterbildung. Im Rahmen des diesjährigen Projektpräsentationstags haben wir uns dort einen Eindruck verschafft.
An diesem Tag ist die TAB jedes Jahr für die Öffentlichkeit zugängig und stellt sich Interessierten anhand von durchgeführten Projekten vor. Auf den Fluren sind Infostände verschiedener Firmen aufgebaut und es gibt eine Reihe von Vorträgen der Studierenden. Zusätzlich zeigen diese in den Klassenzimmern, woran sie gearbeitet haben. Die Akademie nimmt jährlich ungefähr 400 Schüler auf und bietet die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik, Maschinentechnik und Mechatronik an. Wir treffen Nadine Köhler, die nach ihrer Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin und der Weiterbildung zur Technikerin nun das Studium „Material und Technisches Design“ an der Ostfalia anstrebt. Sie hat für das Start-up-Unternehmen FormHand an einem neuen Formfinger mitgewirkt. Das Prinzip dieser Technologie basiert auf anpassungsfähigen Greifersystemen, die sich durch ein Granulat an unterschiedlichste Oberflächen anschmiegen. Durch Druckluft und einen Vakuumejektor wird ein Vakuum erzeugt, sodass der Finger den zu bewegenden Gegenstand ansaugt. „Er kann für Tüten eingesetzt werden, beispielsweise in der Lebensmittelabteilung und bei Süßwaren. Und natürlich überall da, wo normale Greifer überfordert sind beziehungsweise eine individuelle Anpassung gefordert ist. Alles, was verschiedene Formen in sich trägt – denn der Finger kann auch Schrägen und Rundungen greifen“, erklärt Nadine. „Man kann die Elemente außerdem individuell zusammenstecken, so können auch größere und schwerere Bleche gehoben werden.“ In Zukunft sollen so mehr unterschiedliche Objekte und Materialien mit demselben Greifsystem bewegt werden können, das spart Ressourcen. 
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Eine andere Projektarbeit stellen die Mechatroniker Henrik Berlinecke, Frank Jäger und Sebastian Meyer vor. Ihre 3D-Roboterhand haben sie am hauseigenen Drucker hergestellt und damit bereits Platz zwei beim BVT-Award 2018 belegt. Die Vorlage dafür bot eine Open-Source-Quelle. „Unser Ziel war es, Problematiken beim Drucken, dem Zusammenbau und der Programmierung von Bewegungsabläufen herauszufinden und zu schauen, ob das Projekt im Unterrichtsrahmen machbar wäre“, erläutert Sebastian. „Vorteile sind, dass Kosten durch den Selbstdruck sehr gesenkt werden. Man muss Teile nicht kaufen, sondern braucht lediglich den Drucker und das Filament.“

Durch die immer größere weltweite Vernetzung bildet auch das Thema „Industrie 4.0“ einen Schwerpunkt in der Ausrichtung der TAB. „Die Studierenden sollen dazu bewegt werden, Kenntnisse fachrichtungsübergreifend zu erwerben. Elektrotechniker, Informatiker und Maschinentechniker kommen zu uns und lernen alles, was zur Industrie 4.0 dazugehört“, erklärt Diplom-Ingenieurin und Oberstudienrätin Uschi Dietze. „Das sind zum Beispiel Messtechnik, Automatisierungstechnik oder Robotertechnik. Und alles, was zur Informatik dazugehört, also Programmierung und Datenbanksysteme. Letzten Endes gehören zur Maschinentechnik CAD – das Konstruieren am Computer –, Konstruktion, Mechanik, Fertigungstechnik und andere. Studierende haben dann den Abschluss ‚Industrie 4.0‘, sodass sie Mittler zwischen den Fachbereichen sind“, fährt sie fort. So sind Schüler, deren Herz für die Technik schlägt, für die Zukunft gut gerüstet.

Text&Fotos Katharina Holzberger

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