Staatstheater Braunschweig

16. bis 24. September, 21.+22. Oktober,
weitere Termine in Planung/ Staatstheater (BS)

Der Weg ist das Ziel: Ein Audiowalk zum Staatsorchester gewährt einen Blick hinter die Kulissen.
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Die neue Produktion „Inside the Orchestra“ von krügerXweiss widmet sich den Musikern eines der ältesten Kulturorchester der Welt und zeigt Orte des Staatstheaters, die dem Zuschauer oft verborgen bleiben.  
Der Orchestergraben: Ein fast mystischer Ort, in dem die Mitglieder des Staatsorchesters während der Spielzeit viele Abende sitzen, meist verborgen für die Augen des Publikums. Die schwarz ausgekleidete Vertiefung lässt nur kleine Ausschnitte auf Zuhörer oder Bühne zu, die Musiker sind im Kollektiv anonym aber als Individuen unverzichtbar. Genau diese Diskrepanz will der neue Audiowalk vom Produzenten-Duo krügerXweiss überbrücken. Dafür wurde ein eigens auf Gebäude und Orchester zugeschnittener auditiver Spaziergang konzipiert. „Es gibt drei Walks, die auf 15 zweistündigen Interviews basieren. Teilweise sind die Geschichten der Musiker verschnitten, manchmal sind es auch größere biografische Einheiten, die zu einer Person gehören. Aber das Ganze ist im Spaziergang selbst erst mal anonymisiert. Dort erfährt man nicht, welcher Musiker was genau gesagt hat“, erklärt Regisseur Christian Weiß. Die Erzählstränge führen die Besucher mit Kopfhörern durch das Theater und geben einen Blick hinter die Kulissen. „Man geht durch das Labyrinth der Gänge dieses Hauses – vorbei an Ecken, die vielleicht auch viele Mitarbeiter noch gar nicht kennen – und entdeckt Räume, die mit dem Orchester zu tun haben.“ Christian fügt hinzu: „Man erfährt bei jedem der drei Walks etwas anderes, das Gesamtprojekt fügt sich zusammen, wenn man drei Mal hier ins Theater geht und jedes Mal einen anderen Rundgang besucht. Dann hat man das Gesamtbild. Man kann sie aber natürlich auch einzeln besuchen.“ 
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Vorgestellt werden Musiker aller Instrumentengruppen. Einer von ihnen ist Salomo Schweizer. Der Oboist aus Luzern wohnt seit einem Jahr in Braunschweig und spielt sein Instrument seit seinem 14. Lebensjahr. Zur klassischen Musik kam Salomo unter anderem durch seine Eltern und seinen Großvater, der Korrepetitor und Dirigent war. Warum er sich ausgerechnet die Oboe ausgesucht hat? „Der Klang ist sehr nah an der menschlichen Stimme – ein wenig wie Gesang – und trifft direkt ins Herz. Das hat mich angesprochen“, erklärt der 26-Jährige. Für den Audiowalk gibt er Einblicke in die Handhabung seines Instruments. „Unter anderem spreche ich über die Rohre der Oboe. Sie besteht ja aus dem Instrument aber auch aus einem Mundstück, das aus Bambusrohren hergestellt wird. Jeder Oboist macht seine eigenen Mundstücke, was großen Einfluss auf den Klang hat. Das ist etwas sehr Persönliches. Wir sind Handwerker und Musiker. Ich habe immer Werkzeug in meiner Tasche dabei, denn ein Mundstück hält ungefähr eine Woche, bevor ich wieder ein neues herstellen muss. Das Instrument ist sehr individuell, je nachdem, ob es regnet oder sonnig ist, variiert der Klang, auch im Winter schwingt es anders als im Sommer – wenn das Mundstück nicht gut ist, geht es mir auch nicht gut.“ Die Musik ist für Salomo eine Leidenschaft, die viel Zeit einnimmt. „Die Idee für den Audiowalk fand ich toll und habe mich sofort freiwillig gemeldet. Auch meine Kollegen waren sehr offen für das Projekt. Es ist schön, wenn man eine neue Möglichkeit hat, auf Zuschauer zuzugehen und vielleicht auch jüngere Menschen anzusprechen“, freut sich der Oboist.
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Der Spaziergang zeigt Interviewausschnitte aus der Realität der Musiker, ihren Alltag mit seinen Höhen und Tiefen, oder die Wege, die die Künstler zu ihrem Instrument führten. Perspektivwechsel erfolgen, indem der Zuschauer selbst die Möglichkeit hat, die Position eines Musikers einzunehmen. Er kann einmal selbst im Orchestergraben sitzen und bekommt akustische Einblicke in Proben-Prozesse. „Das anzuhören, war auch für mich sehr interessant“, erinnert sich Christian. „Wenn verschiedene Stellen in schneller Abfolge angespielt werden und man denkt, das kann doch jetzt nicht schon alles gewesen sein“, schmunzelt er. Eine weitere Ebene wird durch das präzise abgestimmte Sounddesign hinzugefügt. „Das klingt wie Stimmen aus diesem Haus, die einem etwas erzählen wollen. Es hat etwas Phantastisches. Die Kopfhörer, die man trägt, schließen einen von außen ab, sie ermöglichen, akustisch in eine andere Welt einzutauchen. Dann fliegt auf einmal ein Flugzeug an einem vorbei. Man wird mit der Soundebene an Orte mitgenommen, die nicht das Theater sind.“ Nach dem etwa einstündigen Walk werden die Teilnehmer von einem der Musiker abgeholt und zu einem Endpunkt gebracht, der zum Verweilen einlädt und, anders als nach dem Sinfoniekonzert, Raum für den Austausch mit den Künstlern bietet. „Bei uns trifft man die Musiker persönlich. Das kann man nach einem regulären Konzert vielleicht auch, wenn man hinter der Stadthalle lauert“, lacht Christian. „Aber im Anschluss an den Audiowalk gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und vielleicht noch weitere Geschichten zu erfahren.“ So lernen nicht nur Klassik-Experten noch etwas dazu, sondern auch Theater-Neulinge. Also: Kopfhörer auf und los.

Interview Katharina Holzberger
Fotos Katharina Holzberger, krügerXweiss

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