Fatih Akins „Soul Kitchen“
 
9. April / Lessingtheater (WF)
 
Fatih Akins „Soul Kitchen“ kommt ans Lessingtheater.
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Der Hamburger Jung mit Bandscheibenvorfall, der versucht, sein Imbiss-Restaurant vor dem Konkurs zu retten, ist wohl noch vielen ein Begriff. Ebenso der neu angeheuerte, vor den Kopf gestoßene Gourmet-Koch, der die zurückweisende Kundschaft als „Gaumenrassisten“ bezeichnet. Fatih Akins Komödie von 2009 gehört fest zum Repertoire des deutschen Films und wird nun vom Landestheater Detmold nach Wolfenbüttel gebracht. Im Interview gibt die Kieler Theater-Regisseurin Sarah Kohrs einen Vorgeschmack auf ihre Version von „Soul Kitchen“.

Warum haben Sie sich entschieden, mit der Komödie „Soul Kitchen“ einen Heimatfilm mit Lokalkolorit, Musik und Kulinarik als Theaterstück umzusetzen?
Der Begriff der Heimat war jahrzehntelang von festen Bildern besetzt und „Soul Kitchen“ war einer der ersten Filme, die eine neue Art Umgang mit diesem Thema gefunden haben. Ich halte diese Auseinandersetzung für sehr fruchtbar.

Wie sind Sie an diesen mehrfach ausgezeichneten Film aus Sicht einer Theaterregisseurin herangetreten?
Film und Theater haben sehr unterschiedliche Mittel und Erzählweisen. Ich habe die für mich wichtigen Themen im Film ausgemacht und dann nach einer Übertragung gesucht, die einen Mehrwert für die Zuschauer hervorbringt. Das Live-Moment schafft andere Erlebnisse. Sonst könnte man ja einfach zu Hause bleiben und den Film anschauen.
Was waren Hürden bei der Umsetzung?
Genau die Adaption war eine große Herausforderung – sich den Stoff zu eigen machen, nicht dem Vorbild nachjagen, aber natürlich gleichzeitig doch die wunderbare Geschichte von „Soul Kitchen“ erzählen.

Der Begriff „Soul“ im Titel steht für Soul Food genauso wie für Soul-Musik. Wie integrieren Sie beides ins Stück?
Soul Food ist heute ein besetzter Begriff, aber Zinos, der Kneipenbesitzer, und sein Koch Shayn, suchen wirklich nach Essen für die Seele. Etwas, was wärmt in einer doch manchmal sehr kalten Welt. Soul als Musik wird im Stück nicht als Musikrichtung, sondern als Erweiterung verstanden – Musik als Essen für die Seele. Und so können in unserer Inszenierung die Figuren in der Musik durchaus etwas von ihrer Seele zeigen.
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Welche Schauplätze außer der Küche werden durch das Bühnenbild gezeigt? Wie kann die Bühne als Kneipe fungieren?
Natürlich gibt es einige weitere Schauplätze, die für die Handlung wichtig sind. Wir haben uns vom Raum her allerdings auf das Soul Kitchen konzentriert, Räume wie das Nobelrestaurant oder der Flughafen entstehen sozusagen nebenbei. Wie das Soul Kitchen aussieht? Lassen Sie sich überraschen!

Mieterhöhung, Kündigung im Viertel oder abgerissene Häuser: Eine zentrale Kritik vom Film ist die anhaltende Gentrifizierung Hamburgs. Haben Sie dieses Thema auch aufgegriffen? Wenn ja, in welcher Weise?
Das Problem der Gentrifizierung ist natürlich wichtig im Stück und wird in der Geschichte erzählt werden. Als Inhalt steht es für sich selbst.

Könnte das Stück in jeder beliebigen deutschen Stadt spielen?
Das Stück kann natürlich nicht so eine Liebeserklärung an Hamburg sein. Der Film lebt da von den Bildern. Daher haben wir es nicht so deutlich verortet. Der starke norddeutsche Slang hätte dazu auch die Figuren schnell in Stereotypen verwandelt, auch wenn es von der Einstellung her sicher eher nordische Gestalten sind.

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Sie sind in Kiel geboren. Wie viel von Ihrem norddeutschen Gemüt ist in das Theaterstück eingeflossen?
Das norddeutsche Wesen der Figuren ist mir natürlich vertraut. Ihre Lebenshaltung konnte ich leicht verstehen und somit auch den Schauspielern leicht verständlich machen.

Was ist für Sie typisch norddeutsch?
Für mich gibt es eine typisch norddeutsche Art, wie Menschen sich begegnen und auch wie sie die Welt betrachten. Das „Es ist, wie es ist“ oder verknappt „Isso“, das im Stück vorkommt, ist für mich typisch norddeutsch.

Was nehmen die Zuschauer nach einem Abend „Soul Kitchen“ mit nach Hause?
Ein bisschen Soul für sich selbst und seinen Kiez. Und hoffentlich die Lust, für Räume wie das Soul Kitchen zu kämpfen. Es lohnt sich!

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Interview Katharina Holzberger
Foto Jochen Quast

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