Anzeige

Sascha Korf

19. Dezember/ Hallenbad (WOB)

Komiker Sascha Korf entzündet am 19. Dezember im
Wolfsburger Hallenbad ein Feuerwerk des Humors.
PK Sascha Korf 1 art
Texter, Autor, Moderator, Schriftsteller, Komiker, Schauspieler, Coach – Sascha Korf ist ein echtes Universaltalent. Doch besonders auf der Bühne kennt er nur eins: Vollgas! Spontan, schlagfertig und urkomisch sorgt er bei seinem Publikum für krasse Lachflashs und übermäßigen Serotoninausstoß bis der Musculus zygomaticus schmerzt. Der Wahl-Kölner blickt dabei bereits auf knapp 30 Jahre im Comedy-Business zurück, in denen er unter anderem Comedy-Nachwuchs Chris Tall für seine Fernsehsendung mit Gags versorgte, die „Schillerstraße“ auf Sat.1 bereicherte, etliche Male im kultigen „Quatsch Comedy Club“ auftrat oder mit seinem Buch „Wer zuletzt lacht, denkt zu langsam“ seinen Lesern humorvoll-beratend in Flirtsituationen oder Vorstellungsgesprächen zur Seite steht. „Quatsch Comedy Club“-Legende Thomas Hermanns nannte ihn einst liebevoll eine „Impromaschine“ und dieser ehrenvolle Titel kommt nicht von ungefähr, denn 2001 folgte er dem Ruf des kanadischen Impro-Großmeisters Keith Johnston und feilte nochmals professionell an seinen Spontanitätskünsten.
Zwar heißt sein brandneues Programm, welches jüngst am 6. November in Hannover Premiere feierte, „... denn er weiß nicht, was er tut“, jedoch trifft das nicht auf sein Comedy- und Improvisationstalent zu. Am 19. Dezember dürfen sich die Zuschauer im Wolfsburger Hallenbad aber nochmal an seinem gerade auslaufenden Programm „Aus der Hüfte, fertig, los“ erfreuen, in dem er den Kampf gegen das Verstummen antritt. Wir konnten den sympathischen Tausendsassa zwischen Kneipenquizvorbereitungen und seinem „Quatsch Comedy Club“-Auftritt für ein Interview abfangen, um über sein aktuelles Programm und den Beruf als Komiker zu reden, inspirierende Lebensweisheiten abzugreifen und den Spontanitätsexperten einfach persönlicher kennenzulernen.
In deinem aktuellen Programm „Aus der Hüfte, fertig, los“ geht es ja insbesondere ums Sprechen. Haben wir im Zeitalter der Digitalisierung das Sprechen miteinander verlernt?
Wir haben es nicht komplett verlernt, aber wir sind dabei. Wir unterhalten und kommunizieren tatsächlich nur noch über einfache Kurznachrichten oder Statusmeldungen. Das heißt, wir reden gar nicht mehr so richtig face-to-face miteinander. Wenn jemand Geburtstag hat, wird man meist von Facebook daran erinnert, dann geht man zu WhatsApp und sendet ein GIF rüber, anstatt einfach mal anzurufen. Wir verlernen das und ich möchte in meiner aktuellen Show zeigen, dass Menschen miteinander auf Augenhöhe reden können und dabei ganz viele tolle Sachen entstehen.

Wie stehst du Social Media gegenüber? Kannst du drauf verzichten?
Nein, das geht als Künstler gar nicht. Also ich weigere mich zu sagen, dass ich Fans habe, weil ich das ganz unangenehm finde von meinen Fans zu sprechen. Aber es gibt Menschen, die daran interessiert sind, wann ich wo spiele oder was man Schönes erlebt hat. Wir können ja auch nicht verneinen, dass es Social Media gibt, sondern sollten einen Mittelweg finden, indem wir sagen, dass Kommunikation nicht ausschließlich darüber verlaufen soll, sondern man auch einfach mal häufiger anrufen, sich treffen, reden oder Zeit miteinander verbringen sollte. Ich möchte damit sagen: Redet miteinander! Wir können nicht gänzlich auf Facebook und Instagram verzichten, aber wenn ich sehe, wie Politiker nur am Twittern sind, denke ich häufig: Redet doch einfach mit den Leuten. Das ist so unpersönlich, da es ja jeder geschrieben haben kann. Und ich weiß, dass es nie ganz weg sein wird, weil es nun irgendwie zum Leben dazugehört, aber unmittelbare Kommunikation darf nicht komplett verschwinden. War das jetzt zu kompliziert oder doch noch halbwegs verständlich? (lacht)
Du bist ja auch für deine Improvisationskünste und Spontanität bekannt und hast sogar ein Buch darüber geschrieben. Kann man das wirklich lernen? Wie kann man so scharfsinnig und lustig zugleich kontern?
Also Spontanität heißt auch nicht immer lustig sein, sondern vielleicht einfach eine coole Idee haben. Und es geht nicht darum, dass man das in so einer Schnelligkeit, wie ich es mache, da ich ja auch recht geübt bin und mich wirklich viel traue. Ich glaube, spontane Schlagfertigkeit ist etwas, das jeder von uns in seinem eigenen Tempo hat. Manche Leute besitzen zum Beispiel eine perfekte Retourkutsche innerhalb von einer Hundertstelsekunde, andere brauchen vielleicht elf, aber es ist spontan im Kopf entstanden. Ich glaube, jeder kann es erlernen und das Wichtigste daran ist, seinem ersten Impuls zu trauen. Man kann trainieren, spontaner zu werden, was nichts anderes heißt, als dem zu vertrauen, was in diesem Moment in einem passiert.

Sind wir alle ein bisschen zu verkopft?
Viel zu verkopft. Ich bin natürlich auch jemand, der sagt, was er denkt. Nicht alles was ich sage, ist unglaublich spritzig oder charmant. Ich habe gestern beispielsweise eine Show in Hamburg gespielt und in den ersten beiden Reihen saßen Entwickler einer Softwarefirma, die so unglaublich dröge waren, so etwas habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Hinten im Saal saß eine Frau, die ich fragte, was sie beruflich macht und sie antwortete, dass sie im Krankenhaus als Anästhesistin arbeitet. Darauf entgegnete ich, sie müsse sich bitte in die erste Reihe setzen, da gehöre sie hin. Die Leute haben zwar sehr gelacht, aber ich bin da auch ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen.
PK Sascha Korf art

Wie haben denn deine Eltern damals reagiert, als du Ihnen sagtest, dass du Komiker werden willst?
Als ich meiner Mutter meinen Wunsch erklärte, sagte sie mir, dass sie mich immer unterstützt und ich bei ihr auch immer gern zum Essen vorbeikommen darf, aber sie mich leider nicht finanziell mittragen kann. Und das war auch völlig okay für mich. Meine Mama ist halt geschieden, kam aus Spanien und musste sehen, wie sie alle fünf Kinder groß bekommt. Deshalb arbeitete ich in den ersten Jahren nebenbei in einer Psychiatrie, schob Nachtwachen, putzte und so ist es halt nach und nach gekommen. Meine Familie steht vollkommen hinter mir. Sie freuen sich und sind ganz stolz, dass ein Korf jetzt auf der Bühne steht.

„Irgendwann ist deine Karriere vorbei und wenn du wieder nach unten gehst, dann ist es ein ganz einsamer Abstieg“

Was bedeutet es dir, Komiker zu sein?
Das hört sich jetzt vielleicht hochgestochen an, aber mir gefällt, dass ich diese Freiheit habe, das zu tun, was ich tun möchte. Das heißt, ich darf in dem Job arbeiten, in dem ich mich so wahnsinnig wohlfühle und der so viele Menschen einfach glücklich macht. Das ist ein Geschenk. Und dass ich mit 51 jetzt tatsächlich letzte Woche meine Premiere im Aegi mit 1 200 Leuten im Publikum hatte, ich zweimal Standing Ovations bekam, das lässt bei mir alle Dämme brechen. Ich habe vor lauter Freude, Begeisterung und Dankbarkeit geheult.

Was macht dich glücklich?
Tatsächlich mein Leben, meine Freunde und meine Mama. Mein Freundeskreis trägt mich sehr, besonders vor einigen Jahren, als es bei mir beruflich echt schwer war. Ich mache in meinem Freundeskreis außerdem auch Kneipenquiz. Meist sind ungefähr 20 Leute in Gruppen aufgeteilt und dann spielen teilweise Leute gemeinsam, die sich nicht so gut kennen. Die 60 bis 80 Fragen denk ich mir als Host aus. Wenn ich eine Frage stelle und sehe, wie die Gruppen miteinander diskutieren und die Menschen, die sich vielleicht nicht so gut kennen, miteinander reden, dann habe ich da etwas bewirkt. Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber da bin ich ganz stolz und glücklich.

Wenn du nur noch zehn Euro hättest, was würdest du damit machen?
Oh, ich würde dann wahrscheinlich in einen ganz billigen Supermarkt gehen und für alle Leute Lasagne machen und sagen: „Kinder, das sind die letzten zehn Euro. Esst bitte die Lasagne.“ Ich meine, es wäre natürlich total fancy zu sagen, ich würde das Geld für das gute Karma spenden, aber ich würde ehrlicherweise irgendwas kochen und fertig. Vielleicht würde ich mir aber auch Zigaretten kaufen, das kann natürlich auch sein. (lacht)
Was ist der beste Ratschlag, den du jemals erhalten hast?
Der war von meiner spanischen Oma, als irgendwann klar war, dass ich in eine Künstlerkarriere gehe. Sie sagte zu mir: „Du bist so ein temperamentvoller Mensch, du wirst deinen Weg gehen. Die Karriereleiter ist, als würde man ein Hochhaus erklimmen und nach ganz oben in die Penthouse-Wohnung ziehen. Aber irgendwann ist deine Karriere zu Ende und jemand anderes zieht in das Penthouse. Also sei in jedem Stockwerk freundlich zu den Menschen und rede mit ihnen, wenn du die Karriereleiter hochgehst. Denn irgendwann ist deine Karriere vorbei und wenn du wieder nach unten gehen musst und alle Türen zu sind, dann ist es ein ganz einsamer Abstieg.“

Wie sieht ein absolut perfekter, freier Tag für dich aus?
Ich wache ausgeruht auf, ziehe meinen Bademantel an, mache die Tür zur Terrasse auf und kann das Meer sehen. Ich gehe spazieren, treffe ein paar Freunde und – das hört sich vielleicht für die Menschen, die zu meiner Show kommen, doof an – habe einfach einen freien Abend. Ich bin halt super gern am Meer, weil ich dort aufgewachsen bin. Es beruhigt und erdet mich total. Und natürlich habe ich auch gern Menschen, die ich mag, an meiner Seite.

Was kann das Braunschweiger Publikum von deinem aktuellen Programm erwarten?
Sehr viel Interaktion, sehr viel Kommunikation auf Augenhöhe; einen Entertainer, der interessiert am Publikum ist; witzige, absurde Alltagsbeobachtungen, tolle Improvisation und eine Menge Spaß.

Interview Denise Rosenthal
Fotos Robert Maschke

User Rating: 0 / 5

SUBWAY Newsletter

 

Mit SUBWAY verpasst Du kein Event mehr in Braunschweig und der Region. Hol Dir unseren Newsletter!

Kontakt

SUBWAY – Eine Region, ein Magazin

#Redaktion

oeding magazin GmbH
Erzberg 45
38126 Braunschweig

Telefon: 0531-48015-134
Telefax: 0531-48015-79
E-Mail: info@subway.de

Durch Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Weitere Informationen über Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.