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Benni Stark

12. März | Brunsviga (BS)

Komiker Benni Stark tauschte einst das Modehaus gegen die große Comedy-Bühne.
Nun plaudert er am 12. März in der Braunschweiger Brunsviga
aus dem Nähkästchen eines Herrenausstatters.
PK Benni Stark art
Vom Herrenausstatter zum Comedian – Benni Stark hat geschafft, wovon viele träumen. Inzwischen gehört der Wahl-Lübecker zu der Riege junger Comedians, die Stand-up wieder cool machen. Bei NightWash ist er gerngesehener Gast und als staatlich anerkannter Fashion-Experte darf er auch schon mal mit taff-Moderatorin und Model Rebecca Mir durch schnöselige Modeevents führen. Satte 13 Jahre als Herrenausstatter haben bei dem sympathischen 35-Jährigen irrwitzige Spuren hinterlassen, die der Komiker in seinem aktuellen Programm „The Fashionist – #kleider. lachen. leute.“ mit reichlich LOL-Faktor aufarbeitet. Bevor der humorvolle Modefreak im Oktober mit seinem neuen Programm „Stark am Limit“ durchstartet, kommt der gelernte Einzelhandelskaufmann am 12. März nochmals mit seinem aktuellen Programm in die Braunschweiger Brunsviga. Der Vater einer zweijährigen Tochter hat sich zwischen Tourvorbereitungen und Kinderbetreuung Zeit genommen, um mit uns unter anderem über die neue Comedy-Ära und sein Dasein als Modeexperte zu quatschen.
In deinem aktuellen Programm geht es ja insbesondere um deine Erfahrungen als Herrenausstatter. Existieren die Geschlechterklischees wirklich? Hat Mann in puncto Fashion echt nix zu sagen?
Ja, ich unterschreibe das sogar zu 95 Prozent. Ich stand irgendwann mit meinem Kollegen in der Herrenabteilung, als uns klar wurde, dass wenn ein Pärchen kommt – also Mann und Frau – dann hat Sie immer das Sagen. Als mein Kollege zu mir sagte: „Ist dir schon einmal aufgefallen, dass ...“, entstand auch die Idee, daraus ein Programm zu machen. Ich hab mich dann immer mehr reingesteigert und mitgeschrieben.

War der Beruf als Herrenausstatter eigentlich dein Traumberuf?
Überhaupt nicht. Ursprünglich wollte ich etwas im IT-Bereich machen, aber dafür war mein Zeugnis viel zu schlecht. Aus Angst, nichts zu kriegen, bewarb ich mich als Herrenausstatter bei Peek & Cloppenburg. In der Berufsschule dachte ich immer, ich möchte wie meine Kumpels lieber Sneaker oder Sportbekleidung verkaufen. Jetzt nach 13 Jahren Einzelhandel und mit dem aktuellen Soloprogramm denk ich: „Ne, passt schon!“ Scheiße angefangen, gut geendet.

So als Modeexperte: Mit welchen Basics ist Mann immer gut angezogen?
Wir sind ja aktuell weg von diesem Anzug-Thema. Ich denke, Männer sollten mehr Chinohosen tragen, dazu ein Hemd ohne Krawatte und Sakko drüber – fertig. Das ist ein richtig guter Business-Style. Den kannst du auch anziehen, wenn du einen lockeren Termin hast oder eben freizeitlich. Und jetzt kommt ein Stark-Geheimtipp: Viel zu wenige Männer achten darauf, Haut- und Haarfarben mit reinzunehmen. Leichte Brauntöne sind beispielsweise viel zu unterschätzt. Viele Typen gehen auf grau, blau oder schwarz, denn das passt ja immer. Da geht so viel mehr. Schade, dass die Männer oft keinen Bock haben, sich mit dem Thema etwas mehr zu beschäftigen.
Was geht modisch gar nicht für dich?
Experten, die beim Sakko das Label dranlassen, um zu zeigen, dass da Hugo Boss draufsteht. Ich schließe mich auch sehr gern an und verbiete jedem Mann Sandalen mit Socken. Außer es ist Justin Bieber, der damit einen neuen Style erfindet. Ganz schlimm finde ich auch, wenn der Hemdkragen über den Pullover rausguckt. Das geht noch nicht mal bei Lehrern und sollte verboten werden.

Wenn man sich Videos von dir anschaut, sieht man, dass du dich langsam optisch vom Herrenausstatter distanzierst. Schließt du mit dem Kapitel ab?
Ja, ich habe im Anzug angefangen. Ein Anzug kann aber auch je nach Location und Anlass ein bisschen too much sein. Ehrlicherweise bin ich auch sehr bequem. Es ist super nervig, den Anzugsack immer aus dem Koffer nehmen zu müssen, dann ist das Ding noch zerknittert und sieht scheiße aus. Mein aktuelles Programm ist außerdem auch aufgeteilt. Es geht nicht nur um Klamotten, sondern auch um Themen wie Spieleabende, Freizeitparks und das normale Leben. Deshalb passen Sneaker und Jacke. Die Leute sollen sich ja nicht erschrecken, wenn ich vom Freizeitpark rede, das Wort „pupsen“ benutze und dabei einen Anzug trage. (lacht)

Wie ist es für dich, der Fashion-Experte des Comedy-Business zu sein?
Es ist geil, dass es zeitweise so rüberkommt. Wenn man mich manchmal sieht, dann würde man das nicht denken. (lacht) Ich habe mit Rebecca Mir drei große Shows moderiert und bin auch ein bisschen stolz, wenn man sieht, wer das sonst so macht. In diesem Jahr ist es zum Beispiel Oliver Pocher, der ja gerade mit seiner Wendler-Parodie wieder total am Start ist. Es war schon ein geiler Abend mit einem Topmodel so eine Show zu moderieren. Das Beste war die Challenge „Wer hat den besseren Walk?“ Schon mega, wenn Rebecca vorlegt und du siehst, dass sie halt ein Profi ist. Wenig Applaus habe ich aber auch nicht bekommen, denn ich hab schon einen sehr beeindruckenden Hüftschwung. (lacht)

Wie unglaublich war der Sprung vom Herrenausstatter zum Comedian für dich?
Das Größte war bislang, als Chris Tall zu mir sagte: „Komm, Digga, du spielst mit mir in der Barclaycard Arena vor 12 000 Leuten!“ Überhaupt Chris kennenzulernen, sich anzufreunden und dann in der Arena spielen zu dürfen – das muss man erstmal realisieren. Ich durfte letztens auch mit echt coolen Leuten bei Barbara Schöneberger in der Talkshow sitzen. Am Ende hat mir die Schöneberger sogar übers Gesicht geleckt. Das sind Momente, die sind legendär. (lacht)

„Das geht noch nicht mal bei Lehrern und sollte verboten werden“

PK BS Treppe Benni Stark c Johannes Riggelsen art

Hast du eigentlich auch das Gefühl, dass eine neue Comedy-Ära angebrochen ist?
Ja, definitiv. Es ist alles irgendwie edgy und cooler geworden. Früher waren Comedians nur lustig und haben sich wenig Gedanken über ihren Style gemacht. Heute geht es um Style und auch die Themen sind anders. Wenn du dir Felix Lobrecht anschaust: Mehr Authentizität geht ja gar nicht. Als wenn eine gewisse Zielgruppe darauf gewartet hat, dass der Typ „Rapper“ als Comedian auftritt. Was er verkörpert, findest du sonst eher im deutschen Hip-Hop. Da ist jemand, der sieht gut aus, hat einen geilen Style und macht Comedy. Das gab es so ja noch nicht.
In diesem Jahr startet auch dein neues Programm „Stark am Limit“. Kannst du anteasern, was uns erwartet?
Es gibt wieder eine bunte Mischung. Natürlich geht es auch nochmal um meine Zeit im Einzelhandel. Da ich jetzt nur noch Comedy mache, erzähle ich mal die ganze Wahrheit – also von hinter den Kulissen. Da gibt es noch so viele Geschichten. Ansonsten bin ich auch Papa einer zweijährigen Tochter. Man ahnt gar nicht, wie viel Comedy-Potential in so etwas steckt. Es geht um Sachen, die ich lange nicht mehr gemacht habe. Das Freizeitpark-Video ist bereits online, das beispielsweise eine Nummer aus meinem neuen Programm ist. Es geht viel um Situationen, in denen Leute sagen oder denken: „Ey, ich bin hier gerade stark am Limit“, um Grenzerfahrungen des Alltags quasi.

Welchen Dresscode würdest du am 12. März in der Brunsviga wählen, wenn du könntest?
Abendanlass, weil es interessant wäre zu sehen, wer sich wie kleidet. Ich wäre sehr gespannt, wie die Leute kommen würden. Abendanlass ist immer ganz schwierig, weil man nie direkt weiß, was darf man und was nicht. Aber generell, Braunschweig, so wie ihr euch wohlfühlt!

Interview Denise Rosenthal
Fotos Johannes Riggelsen

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