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Jan Philipp Zymny

24. Juni / Brunsviga (BS)

Der Meister des wirren Nonsens-Humors Jan Philipp Zymny kommt am 24. Juni mit seinem
aktuellen Programm „How to Human?“ in die Braunschweiger Brunsviga
und verrät uns, warum er große Hüte trägt.
PK Jan Philipp Zymny c Anna Lisa Konrad 01 art
Jan Philipp Zymny lässt sich als ein wundervolles Mischwesen beschreiben, das am liebsten Nonsens und Unsinn in allen möglichen Formen macht. Deshalb ist der 27-Jährige auch Poetry Slammer, Comedian, Kabarettist, Schriftsteller, Filmemacher sowie Autor und feiert in diesem Jahr schon sein zehnjähriges Bühnenjubiläum. Bereits zweimal gewann das sympathische Multitalent die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam sowie den Jurypreis des Prix Pantheon. Sein persönlich größter Erfolg bleibt allerdings, die Einladung zum RTL Comedy Grandprix abgelehnt zu haben – und das stolze zweimal! Denn Zymny ist so weit von ausgelutschter Frau-Mann-Beziehungs-Comedy entfernt wie die 187 Strassenbande vom Schlager. Mit seinem dritten Comedy-Programm „How to Human?“ macht der wortgewandte Kreativkopf nun die Republik unsicher und wirft dabei existenzielle Fragen zum Menschsein auf. Am 24. Juni wird Zymny seine intelligenten, witzigen und surrealen Gedankengänge in die Braunschweiger Brunsviga bringen. Im Interview haben wir den cleveren Tausendsassa näher kennengelernt und mit ihm über sein kreatives Schaffen geredet.
Jan Philipp, du bist Autor, Kabarettist, Stand Up-Komiker und Poetry Slammer. Außerdem gibt es seit letztem Jahr auf Amazon Prime den Film „Macht er eh nicht! – Die Leiden des jungen Zymny“ zu sehen. Als erstes frage ich mich da, hat dein Tag auch nur 24 Stunden? Wie bekommst du alles unter einen Hut?
Ja, mein Tag hat auch nur 24 Stunden. Glücklicherweise stehen mir mehrere Tage zur Verfügung. So kann ich montags Autor, dienstags Kabarettist, mittwochs Stand Up-Komiker, donnerstags Poetry Slammer und freitags Hufschmied sein. Am Wochenende hab ich sogar frei. Davon abgesehen trage ich SEHR große Hüte.

Woraus ziehst du deine Inspiration für neues Material?
Aus meinen Beobachtungen der Menschen, der Welt, meines Lebens und vor allem aber meiner Gedanken. Die kommen dann alle in meine Notizbücher, wo sie wirr durcheinander gewirbelt werden und dann wie ein Mosaik zu einem verzerrten Spiegelbild der Wirklichkeit zusammengefügt werden. Weil das alles gerade recht schmalzig-poetisch klang, schreibe ich jetzt noch ein Wort, das albern klingt: Zabaione.

„Die Zahnräder meines Universums griffen ineinander und konnten endlich sauber durchdrehen. Genau wie ich dann auch“

Aufgrund dieses großen Potpourris an Berufsbezeichnungen, die du besitzt, ändert sich mit Sicherheit auch dein Publikum. Poetry Slam ist ja beispielsweise bei Studenten sehr beliebt, während Kabarett im öffentlich-rechtlichen Kontext meist eine etwas ältere Zielgruppe anspricht. Welches Publikum lässt sich am schwierigsten bespielen? Wie sähe das ideale Publikum aus?
Publikum ohne Fantasie und einen Sinn für das Absurde lässt sich am schwierigsten bespielen, hat es aber vielleicht am nötigsten, mit mir konfrontiert zu werden. Menschen, die wirklich davon überzeugt sind, dass hier alles einen Sinn ergibt. Das ideale Publikum ist ein bunt durchmischtes. Ich wünsche mir, dass sie alle kommen, unabhängig davon, wer sie sind. Sie alle sollen nur zwei Dinge gemeinsam haben, einen Sinn für den Unsinn und Lust auf Spaß.

Empfindest du eigentlich Druck, kreativ sein zu müssen?
Ich empfinde hauptsächlich Dankbarkeit, kreativ sein zu können und zu dürfen.

Wann empfindest du einen Auftritt als erfolgreich? Wenn die Location voll ist oder wenn alle lachen?
Beides und wenn sie dann über das Lachen noch ins Denken kommen. Wenn es sie dann auch noch berührt, dann hab ich mehr erreicht, als ich jemals hoffen kann.

Wie fühlte es sich an, das erste Mal auf der Bühne zu stehen und seine eigenen Texte zu präsentieren?
Die Zahnräder meines Universums griffen ineinander und konnten endlich sauber durchdrehen. Genau wie ich dann auch.

Wie frustrierend ist es, wenn ein Gag leider nicht zündet?
Nicht sehr. Glücklicherweise bringe im Regelfall mehrere mit, sodass es auf den einzelnen nicht ankommt.

Auf deiner Homepage steht, dass du in deiner Freizeit Erfinder bist. Kannst du uns verraten, was du derzeit erfindest?
Zurzeit arbeite ich an einer App, die gemeine Opas in Raketentreibstoff umwandelt. Ich glaube, dass es da eine Lösung mittels Bluetooth gibt. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen. Betriebsgeheimnis, Sie verstehen.

Was lernst du gerade, was du noch nicht so gut kannst?
App-Programmierung.
PK Jan Philipp Zymny c Fabian Stuertz art
Was beschäftigt dich momentan?
Mein nächstes Soloprogramm. Es hat im Herbst Premiere und ich verwende daher natürlich gerade viel Zeit dafür, mir Nummern, Dramaturgie und Witze auszudenken.

Du hast zuerst ein Physikstudium begonnen und dann nochmal angefangen, Theaterwissenschaften zu studieren. Das sind recht gegensätzliche Studiengänge. Haben sie dennoch was gemeinsam? Was hast du für dein Leben oder deinen Beruf aus deinem Studium gezogen?
Ich war zu selten in meinem Theaterwissenschaftsstudium anwesend, um echte Gemeinsamkeiten benennen zu können. Ich habe aber auf jeden Fall aus beiden Studiengängen die Erkenntnis gezogen, dass ich wesentlich besser darin bin, Kunst zu machen, als zu studieren.

Woran erkennt man in deiner Wohnung, dass du darin lebst?
Ich muss gestehen, dass man es wohl am ehesten an meinen Tourplakaten erkennt. Da bin ich etwas eitel, denn ich finde es schön, diese Meilensteine meiner Karriere aufzuhängen. Davon abgesehen erkennt man es vielleicht an der Ritterrüstung, die eine Bärenmütze trägt, oder den SEHR großen Hut.

Was fällt dir heute leichter, als noch zu Beginn deiner Karriere?
Davon zu leben.
Du kommst mit deinem aktuellen Programm „How To Human“ bald in die Braunschweiger Brunsviga. Inwieweit unterscheidet sich eigentlich dein neues Programm zu den Vorgängern „Bärenkatapult“ und „Kinder der Weirdness“? Was kann das Publikum in Braunschweig erwarten?
Bei all dem Nonsens ist „How To Human?“ wesentlich strukturierter als die vorherigen Programme und hat einen stärkeren roten Faden. „Bärenkatapult!“ und „Kinder der Weirdness“ waren roher und wilder. Es gibt sogar ein paar langjährige Zuschauer*innen, die behaupten, ich sei erwachsener geworden. Dagegen protestiere ich jedoch lautstark und werde solange die Luft anhalten, bis die das zurücknehmen!

Warst du eigentlich schon einmal in Braunschweig? Gibt es Assoziation oder Erlebnisse, die du mit der Stadt verbindest?
Ich war bisher nur einmal in Braunschweig – ebenfalls für eine Soloshow. Da habe ich die großen Sehenswürdigkeiten erleben dürfen wie zum Beispiel die Brunsviga oder auch mein Hotelzimmer.

Gibt es etwas, dass du dir für dieses Jahr vorgenommen hast?
Ich habe mir vorgenommen, häufiger nach Braunschweig zu fahren. Wie man merkt, habe ich quasi nichts von der Stadt gesehen. Das wird geändert.
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Interview Denise Rosenthal
Fotos Anna-Lisa Konrad

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