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Vincent Pfäfflin

21. November | Brunsviga (BS)

Der Profi-Kiffer und Erfinder der Langsamkeit, Vincent Pfäfflin, kommt nach Braunschweig. Verpeilt, sehr gemächlich und auf raffiniert pointierte Weise zeigt das Comedy-Talent seine verqualmte Sicht der Dinge.
In Braunschweig ist das Thema THC-freies Cannabis durch den Hanfbar-Skandal derzeit heiß diskutiert. Der jüngste Beschluss der Stadtverwaltung: Ein Verbot für den Verkauf von Hanfblütentee. Wie passend also, dass Comedian Vincent Pfäfflin benebelt durch dichte Rauchschwaden unzähliger Joints den Alltag und seine Mitmenschen betrachtet. Das selbsternannte Ritalin-Model ist laut seinem aktuellen Programm-Titel zwar „Nicht mehr ganz so dicht“. Aber immer noch dicht genug, um weiterhin ironisch und sehr stressfrei über die Warentrenn-Dinger an der Supermarktkasse, die deutsche Sprache und das allseits leidige Thema Bahnfahren zu philosophieren. Mit uns hat der schlagfertige Vollzeit-Kiffer über seine Comedy-Kunst, Pfandflaschen und natürlich seinen Konsum gesprochen.
Hallo Vincent. Du bist ja echt viel unterwegs mit deinen Auftritten. Ist das für einen Kiffer nicht voll anstrengend?
Doch, deswegen wird das jetzt auch wahrscheinlich meine letzte Tour.

Um was geht es in deiner Show, wenn du jetzt „nicht mehr ganz so dicht“ bist?
Ehrlich gesagt hab‘ ich zuletzt so viel gekifft, dass ich es leider nicht mehr weiß.

Was magst du am Kiffen?
Macht mich richtig lit.

Was hasst du am Kiffen?
Dass mein Gras immer so schnell alle ist.

Bist du eher der Indica-Typ oder magst du auch manchmal Sativa?
Ja, ich mag auch Sativa. Ganz besonders zum Frühstück.

Schon mal übers Aufhören nachgedacht?
Ich hab‘ schon mal für zehn Jahre aufgehört und ich überlege zur Zeit wieder aufzuhören. Ehrlich gesagt, man kriegt schon weniger auf die Reihe, wenn man immer dicht ist und langsam nervt mich das.

Verharmlost du das Kiffen? Denkst du auch mal an deine jungen Fans?
Ganz ehrlich – nein. Meine jungen Fans stehen eher auf Kokain, Lean und Molly, was ich persönlich ziemlich schockierend finde.
 
Wie stehst du zur Legalisierung und wie stellst du dir dann Deutschland vor?
Ich bin für die Legalisierung. Dass Cannabis illegal ist führt dazu, dass es mit schädlichen Mitteln gestreckt wird, die niemand kontrolliert. Es ist sehr schwer, auf einem kriminellen Schwarzmarkt gute Qualität und vertrauenswürdige Verkäufer zu finden. Die Legalisierung würde zu erhöhter Qualität und richtig vielen Steuergeldern für den deutschen Staat führen. Für jemanden, den Cannabis nicht interessiert, wird es so ähnlich sein wie die Homo-Ehe: Es wird legalisiert und niemand merkt einen Unterschied, weil sie eh nicht davon betroffen sind.

Was hältst du von CBD (Anm. d. Red.: kaum psychoaktives Cannabinoid)?
Ich find‘ cool, dass es existiert.

Was geht bei dir mit anderen Drogen?
Ich nehme keine anderen Drogen, trinke auch nur gelegentlich Alkohol.
VINCENT PFAFFLIN Pressefoto 1 web Fotocredit Alex Freundorfer art

Willst du denn dazu beitragen, dass Kiffen „normal“ wird? Oder einfach nur aus deinem Leben erzählen und Comedy machen?
Beides. Also zuerst das zweite. Aber das erste auch, weil Kiffen ist normal. In den Ländern wo es legal ist, ist es normal. In Deutschland scheint es noch ein Tabu zu sein, in Amerika hingegen wird viel öffentlicher damit umgegangen, besonders in Kunst, Musik, Filmen und Fernsehen. Elon Musk hat letztens auf einem Live-Podcast vor Millionen von Zuschauern gekifft. Falls ihr nicht wisst, wer Elon Musk ist: Der baut Raketen und verkauft die an die NASA. Es gibt Shows auf Netflix, wo mit Cannabis gekocht wird. Also: Es ist relativ normal. Die Aufgabe eines Komikers ist es ja auch, die Widersprüche des Lebens zu entblößen, und ein Widerspruch ist, dass Cannabis als krass gefährliche Droge behandelt wird und in Wirklichkeit ist es ein Kraut, das lustig, hungrig und schläfrig macht. Es gibt natürlich auch Leute, die das Kiffen nicht gut vertragen und zum Beispiel leicht Psychosen entwickeln. So jemandem würde ich natürlich nie empfehlen zu kiffen. Und Kindern und Jugendlichen sowieso nicht.

Was ist sonst deine Motivation, um auf der Bühne zu stehen? Was willst du deinen Zuschauern erzählen?
Ich bin ehrlich gesagt gar nicht besonders motiviert, zu stehen.

In deinen YouTube-Videos: Ist das echt deine Wohnung? Sorry, aber dein Ofen ist eklig …
Nein, das ist ein professionelles Filmstudio, was ich extra angemietet habe. Wir haben drei Junggesellen für drei Tage darin leben lassen, damit es so aussieht. Schon aufwendig eigentlich für ein paar Videos auf YouTube, aber heutzutage geht es eben nur noch um Authentizität.

„In Wirklichkeit ist Cannabis ein Kraut, das lustig, hungrig und schläfrig macht“

Du sagst selber von dir, dass du ein Pfandflaschen-Problem hast. Wie viele Pfandflaschen hast du wirklich zu Hause?
Zur Zeit ungefähr zwei große Müllsäcke voll. Aber so verteilt.

Und was machst du damit?
Die liegen rum und nerven mich.

Du fährst auch Skateboard. Ist das nicht viel zu schnell für jemanden wie dich?
Jemanden wie mich?

Na, jemand, der dauerbreit ist. Dazu machst du auch noch Musik. Ganz schön busy. Wie schaffst du das alles?
Danke, dass du das, was ich da gemacht habe, als Musik bezeichnest. Ich hätte gedacht, es wär‘ Comedy.
Ein Buch hast du ja auch noch. Über Kartoffeln auf Reisen. Bringst du deine Star-Kartoffeln nach Braunschweig mit oder welches Gemüse fällt dir zur Löwenstadt ein?
Ich bin zur Zeit ohne Kartoffeln unterwegs. Die haben gerade Wichtigeres zu tun. Zu Braunschweig fällt mir Rhabarber ein.

Bei deinem Multitalent: Was wärst du eigentlich von Beruf, wenn du nicht kiffender Comedian geworden wärst?
Irgendwas mit Tieren.

Das war ein sehr informatives Gespräch. Danke! Warum findet man eigentlich im Internet so gut wie kein Interview von dir? Bist du vielleicht schüchtern?
Die haben mich einmal eingeladen zu einem Interview im Internet, aber die haben kurz vorher abgesagt. Ich weiß auch nicht, was mit denen los war. 

Interview Jasmine Baumgart
Fotos Alex Freundorfer

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