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Kunsthaus BBK

Meta | ab 7. Dezember |
Kunsthaus BBK (BS)

Der Künstler Jens Isensee präsentiert von Dezember
bis Januar seine Ausstellung „Meta“ im Kunsthaus BBK.
PK Raederwerk art
Ein abstraktes, projiziertes „Gewächs“, das bei Interaktion zu wuchern beginnt, ein „Ego-Tunnel“, der nichts abbildet als sich selbst, und die Skulptur „Deformation“, die von Discokugel-Motoren betrieben wird und sich in unterschiedliche Richtungen dreht, wenn man sich ihr nähert. Mit seinen Objets trouvés setzt der Braunschweiger Multimedia-Artist Jens Isensee das allgemeingültige Verständnis von Bildern und Skulpturen fort, indem er virtuelle mit realen Aspekten verbindet und den Betrachter zum Mitgestalter macht.
Hallo Jens, kannst du zusammenfassen, worum es dir in deiner Ausstellung „Meta“ geht und welche Werke du dort zeigst?
In meiner Ausstellung versuche ich, eine übergeordnete Sichtweise für unterschiedlichste Probleme und Zustände in unserer Gesellschaft zu finden. Meine Konstruktionen aus Pappe, Heißkleber und Elektronik sind wie Versuchsaufbauten für verschiedene Ideen, denen ich dafür nachgehen und eine Form geben wollte. Es sind Detailbetrachtungen, die sich in ihrer Gesamtheit zu einer systematischen Betrachtung fügen. Man kann in der Ausstellung auch eine Umwandlung, einen Stoffwechsel beobachten, denn meine neuen interaktiven Videoinstallationen sind gänzlich digital.

Du nutzt vornehmlich Fundstücke oder die Materialien Pappe und Plastik in Kombination mit technischen Elementen. Würdest du das als Recycling bezeichnen?
Ich würde es Upcycling nennen, aus dem gebrauchten Zeug wird mehr als die Summe ihrer Teile, meist gänzlich Unerwartetes. Die von mir verwendeten mitgebrachten Materialien repräsentieren den aktuellen Zeitgeist unserer Gesellschaft, einerseits ihre Wegwerfmentalität aber auch ihre Schnelllebigkeit. Meine Skulpturen sind kurzlebige und skizzenhafte Konzepte, die stets eine Idee in den Vordergrund stellen.
PK MG 4805 art


Was hat es zum Beispiel mit deiner Installation „Deutschland im Herbst“ auf sich?
An einer aus Karton konstruierten Trauerweide hängen Klammeräffchen – Jahrmarktartikel aus der Schießbude. Neben einem Pelz in Nationalfarben tragen sie Schilder mit der Aufschrift „Einig Vaterland“ zwischen den Pfötchen. Sie scheinen einer überkommenen Idee von Nation verhangen, umso verzweifelter, je weniger diese zu tragen scheint. Der Boden des Ausstellungsraumes ist von den Figuren übersät, wie von herabgefallenem Laub. In Zeiten eines erstarkenden nationalistischen Populismus wirkt dies wie ein ironischer Abgesang auf die Fiktion von einer nationalen Gemeinschaft und zeugt von enttäuschter oder instrumentalisierter Sehnsucht.

Sind unter deinen Ideen viele gesellschaftliche beziehungsweise politische Themen? Woher kommt deine Inspiration?

Bei meinen Arbeiten war schon immer der Gedanke formgebend und Konzeptideen federführend. Da kommt es zwangsläufig zu kritischen Betrachtungen des Zeitgeschehens und gesellschaftlicher Umwälzungen. Beispielsweise habe ich eine eigene Virtual-Reality-Brille gebastelt, auf dieser kann man einen Kurzfilm sehen, der von industriell betriebener Realitätsausblendung und elektronischer Erzeugung gefälliger Parallelwelten handelt. Mit vielen Installationen lässt sich zudem interagieren, das beinhaltet meines Erachtens schon einen Appell zur Teilhabe, wie er vom Internet ausgeht und für Basisdemokratie 2.0 steht.

Welche Rolle spielt der virtuelle Raum?
Meine neusten Arbeiten sind interaktive Projektionen von virtuellen 3D-Räumen, in deren Geschehen man steuernd eingreifen kann.
PK P10008091 art
Inwieweit sind deine Installationen interaktiv und wie wird der Betrachter einbezogen?
Dein Blickwinkel als Betrachter, deine Position im Raum und deine Haltung werden von Sensoren erkannt und ermöglichen Interaktionen mit der virtuellen Umgebung. In der Installation „Gewächs“ wird der Betrachter dadurch zum aktiven Gestalter einer generativen Skulptur, die ihm bald sprichwörtlich über den Kopf wächst. In „Verwandlung“ wird er selbst zu einer wandelnden Skulptur, die sich unverhofft aus herumliegenden Kleinteilen zusammensetzt, wie ein spontanes, agiles Ready Made.

Was möchtest du noch loswerden?
Da es mich zwischenzeitlich nach Berlin verschlagen hat, freue ich mich anlässlich dieser Ausstellung und der Eröffnung auf ein freudiges Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten aus Braunschweig, wo ich viele Jahre gelebt und studiert habe.

Interview Katharina Holzberger
Fotos Jens Isensee

User Rating: 5 / 5

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