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Gross Form Art

22. bis 27. August | div. Orte (BS)
Das Kunstprojekt GROSS FORM ART startet in die zweite Runde: Vom 22. bis 27. August wächst Braunschweigs Urban Art Gallery um weitere Murals.
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Die Kunst am Bau boomt – aus Großstädten wie Berlin, Köln oder Hamburg sind sogenannte Murals nicht mehr wegzudenken. Die großformatigen Wandgemälde zieren in eindrucksvoller Weise meterhohe Häuserfassaden und beleben nebenbei nicht nur das Stadtbild, sondern ermöglichen auch einen barrierefreien Zugang zu zeitgenössischer Kunst.
Auch in Braunschweig wird aktiv an einer Urban Art Gallery gewerkelt. 2021 startete das kreative Dreigestirn eventives, Christian Siebke und Tim Lemke das Projekt GROSS FORM ART, um Braunschweig zu Niedersachsens größter Open-Air-Galerie zu machen. Für das Vorhaben wurde ein gemeinnütziges Unternehmen gegründet. SUBWAY traf sich auch in diesem Jahr mit Christiane Nagel und Christian Siebke von der Art Braunschweig gGmbH zum Interview, um mit ihnen einen Rückblick auf den Piloten und eine Vorausschau auf die heiß ersehnte Fortsetzung zu wagen.
Start small, dream big
Mit dem Ziel, urbane Kunst stärker in das Stadtzentrum zu bringen, startete im vergangenen Jahr das Projekt GROSS FORM ART. Im September '21 polierte Stylewriter N.O. Madski innerhalb weniger Tage die historische Bunkerfassade am Kalenwall auf. Für den kryptografischen Entwurf „Geisterzeichen“ hatte sich zuvor eine sechsköpfige Jury entschieden. Damit sei auch der 43-jährige Graffitikünstler sehr glücklich gewesen, erzählte uns Christian Siebke vor einem Jahr beim Interview im Café Riptide.
Der Wahlhamburger N.O. Madski ist seit den 90ern in der Graffitiszene unterwegs und avancierte zu einem international bekannten Künstler mit beachtlichem Portfolio. Die Schriftzüge des Puristen gleichen komplizierten mechanischen Konstruktionen und erscheinen deswegen oft wie komplexe Maschinen. Eben dieser unverwechselbare Stil prangt seit rund zehn Monaten am Diskobunker: großformatig, schwarz-weiß und mit Schriftzeichen, die bis ins Unkenntliche abstrahiert sind. So entstehen bei den Betrachter:innen ein Irritationsmoment und die Frage: Was kann ich erkennen?
„Natürlich gibt es den ein oder anderen, der sagt, ihm sage dieses Motiv überhaupt nicht zu“, verrät uns Projektinitiator Christian Siebke bei unserem jüngsten Gespräch im Juni, „aber ich muss gestehen, dass ich das sogar persönlich cooler finde, als wenn so gar nichts kommen würde. Für mich ist es ein Zeichen, dass sich die Leute ein stückweit mit dem Mural auseinandergesetzt haben.“ „Lieber ein bisschen Diskurs und dass man darüber spricht“, pflichtet ihm Projekt- und Konzeptmanagerin Christiane Nagel bei.
Gesponsert wurde das erste Mural von der Braunschweigischen Landessparkassen, die übrigens auch in diesem Jahr wieder als Unterstützer am Start ist. Des Weiteren wird es auch ein Wiedersehen mit N.O. Madski geben, der in dieser Ausgabe als Jurymitglied fungiert.
Alle Wände voll zu tun
Nach einem gelungenen Auftakt geht GROSS FORM ART nun vom 22. bis 27. August in die zweite Runde. Und tatsächlich hat das Kreativ-Duo Christiane Nagel und Christian Siebke die Feile angesetzt, um das Profil des Projekts nochmals zu präzisieren und zu schärfen. „Wir haben genauer definiert, wo wir überhaupt hinmöchten. In Zuge dessen haben wir uns überlegt, welche künstlerischen Positionen beim Projekt vertreten sein sollen“, erklärt Siebke. Darum wurde vorab ein kunsttheoretischer Wertmaßstab erarbeitet, da GROSS FORM ART vor allem die Vermittlung zeitgenössischer Kunst aus dem Bereich der Postgraffiti-Art forciert. In akribischer Vorbereitung betrachtete das Team die Werke potenzieller Künstler:innen bezüglich ihrer Konzeption, Platzierung, Performance, Postproduktion und ihres Inhalts.
„Letztes Jahr hat die Jury einfach einen Künstler vorgesetzt bekommen, der zwar vier Entwürfe dabei hatte, aus denen sie wählen konnten, aber hinsichtlich der Künstler hatten sie keinerlei Wahlmöglichkeiten. Das ist diesmal anders. Je Mural sollen mindestens zwei Artists zur Wahl stehen“, weiß Urban-Art-Experte Christian Siebke. In der Jury sitzt neben N.O. Madski, Siebke sowie drei Vertreter:innen der Stadt Braunschweig auch Nico Kassel. Der Kunsthistoriker ist als Geschäftsführer der Rathenau Kunst Vermittlung sehr bewandert auf diesem Gebiet und zudem auf zeitgenössische Kunst spezialisiert. „Zur Jurysitzung werden natürlich auch unsere Sponsoren und Hauseigentümer eingeladen. Am Ende soll aber die Jury entscheiden, welche Künstler mit den Murals beauftragt werden“, bekennt Veranstaltungsprofi Christiane Nagel.
2022 gibt es also alle Wände voll zu tun: Zwei Immobilien befinden sich in der Wallstraße schräg gegenüber vom Contipark-Koloss. Sie bekommen ein besonderes Touchup der künstlerischen Art. Mit der Öffentlichen Versicherung Braunschweig und der SOLVIS GmbH haben sich bereits passende Muralpartner gefunden. Weitere Unterstützung erhält GROSS FORM ART in diesem Jahr von der Braunschweigischen Stiftung und der Braunschweigischen Landessparkasse. „Ich bin froh, dass wir Partner haben, die ihr Vertrauen in uns setzen“, freut sich Christiane, „neue Konzepte müssen erst mal anlaufen und das geht nicht von heute auf morgen. Da braucht man eben genau diese Form von Unterstützung. Das ist etwas, was unsere Stadt auszeichnet.“
Des Weiteren stehen zukünftig sowohl das Haus Dänemark im Magniviertel als auch die Immobilie in der Beckenwerkerstraße 49, nahe Zea-Bar, für ein Special-Treatment mit der Spraydose zur Verfügung. Hier wird jedoch noch immer auf einen positiven Bescheid des Sofortprogramms „Perspektive Innenstadt“ gewartet. Welche (inter-)
nationalen Künstler:innen sich in diesem Jahr mit einem Mural verewigen dürfen, stand bei Redaktionsschluss leider noch nicht fest. Jedoch bleibt ihr auf den Instagram-Accounts @grossformart und @subway_magazin stets up to date. Was bereits jetzt klar ist, ist, dass das große Postgraffiti-Art-Happening am 27. August in der Kultviertelnacht gipfelt und damit seinen gebührenden Abschluss bekommt. So erreiche man nicht nur GROSS-FORM-ART-Fans, sondern ein breiteres Publikum, erklären Nagel und Siebke.
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GROSS FORM ART wächst 2022 weiter. Was die Zukunft bringt, steht noch offen. Immerhin besitzt das Projekt jede Menge Potenzial, das im Laufe der Jahre immer weiter entfesselt werden soll. „Wir stehen gerade erst am Anfang und haben viele Ideen. Wir wollen uns Jahr für Jahr steigern“, meint Christian Siebke zum Abschluss unseres entspannten Gesprächs in der Vielharmonie. Urban Art Gallery in Progress – bleibt gespannt, denn in Braunschweig entsteht etwas Großes.

Text Denise Rosenthal
Fotos Andreas Rudolph

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