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Fünf Jahre Point 54 Studio! Zwei kreative Hip-Hop-Polen aus Braunschweig machen Business.
LR Point 54 Studio Weststadt Photo by Daniel Klutzny. art
Seit einigen Jahren sind Cezary (34) und Rafael (32) Gdanietz in Braunschweig als Konzertveranstalter aktiv, haben Rap-Größen wie Afrob, MoTrip und Trettmann (Foto S. 44) oder die Hip-Hop-DJs Mad und Stylewarz in verschiedene Clubs geholt. Doch nicht nur in der regionalen Hip-Hop-Szene kennt jeder die Brüder. Auch in der restlichen Kreativlandschaft genießen die beiden gebürtigen Danziger „Cesar“ und „Whizpas“ inzwischen eine Menge Aufmerksamkeit. Vor genau fünf Jahren haben sie in der tiefsten Weststadt das Point 54 Studio ins Leben gerufen, vor etwa einem Jahr das ehemalige „Okerwerk“-Fotostudio im Rebenpark übernommen. Mit Audio- und Videoproduktion, Fotografie, Workshops, dem Vermieten von Studiozeit und vielem mehr bestreiten die Gdanietz-Brüder seither ihren Lebensunterhalt und sind sich dabei seit Tag eins immer treu geblieben. Nach getaner Arbeit folgen sie ihrer Leidenschaft Hip-Hop, schreiben Texte und basteln Beats. „24/7-Hustle. Von nix kommt nix“, wie Cesar meint. Vor Kurzem nun hat das Duo Cesars erste Single „Resumé“ veröffentlicht – mit jeder Menge professioneller Promo und einem gut produzierten Video. Über die Anfänge der Selbstständigkeit, den aktuellen Stand der Dinge im Hause Point 54 und die Zukunftspläne der beiden haben wir uns mit den Gdanietz-Bros unterhalten.
Ihr habt in der klischeebehaftetsten Ecke der Weststadt angefangen. Wie waren die Umstände der Studioentstehung?
Rafa Wir sind ursprünglich im Siegfriedviertel am „Buggi“ aufgewachsen, hatten aber schon immer einen Bezug zur Weststadt. Zum Beispiel haben wir damals schon die Hymne für den polnischen Sportverein KS Polonia produziert und immer viel Liebe aus der Weststadt bekommen. 2011 bin ich in einen Block in der Emsstraße gezogen, später kam Cesar dazu. Wir waren beide nicht so glücklich in unseren Vollzeitjobs und haben beschlossen, uns selbstständig zu machen. So haben wir 2013 im 13. Stockwerk das Point 54 Studio gegründet.
Cesar Auch wenn der Ausblick vom Balkon und die Vibes im Studio immer sehr nice waren, hatte der Block auch seine negativen Seiten. Wir haben Aufträge von größeren Firmen verloren, nachdem sie uns in der Weststadt besucht hatten. Später fing auch das gesamte Badezimmer an zu schimmeln und es war schon gesundheitsgefährdend dort weiter zu leben und zu arbeiten.

Wie habt ihr es schließlich geschafft, in der ganzen Stadt und auch überregional bekannter zu werden?
Cesar Dadurch, dass wir sehr viele Events gemacht haben, sind Künstler, Fans und Agenturen auf uns aufmerksam geworden. Das kam auch alles Stück für Stück, ehrlich gesagt. Wir haben einfach gemacht und dann bist du irgendwann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Als wir Lakmann One in der Eule für ein Konzert gebucht hatten, haben wir ihm vorgeschlagen, gleich ein kleines Musikvideo für sein neues Album zu produzieren. Er war begeistert und so kam die Premiere auf hiphop.de zustande. So machte der Name Point 54 Studio nach und nach auch überregional seine Runden.
Rafa Auch durch die vielen Bereiche, in denen wir tätig sind, konnten wir auf uns aufmerksam machen. Durch die vielen Eventvideos, die wir in den letzten Jahren produziert haben, sind dann zum Beispiel die Veranstalter vom Out4Fame-Festival auf uns aufmerksam geworden und haben uns für das offizielle Festival-Recap-Video engagiert. Daraus ist eine sehr gute Partnerschaft entstanden. Wir produzieren heute alle Eventtrailer für die Jungs, zum Beispiel für die Touren von Ryan Leslie, GZA, Das EFX, Onyx und vielen mehr.

Ist das alles harte Arbeit oder hat auch Glück seinen Teil dazu beigetragen?
Rafa Glück gehört immer ein wenig dazu. Aber das Glück kommt meistens, wenn du im Vorfeld hart arbeitest und dich nicht unterkriegen lässt. Wenn du immer an dich und an deine Arbeit glaubst, wirst du früher oder später belohnt.
Auf welche Highlights der vergangenen fünf Jahre blickt ihr gern zurück?
Cesar Wir haben in den letzten Jahren viele coole Leute kennengelernt und viele abwechslungsreiche und spannende Projekte und Events realisiert. Eines der größten Highlights war natürlich die Übernahme des „Okerwerk“-Fotostudios. Wir konnten uns damit nicht nur einen kleinen Traum verwirklichen, sondern das einzige Mietstudio für Fotografie und Videoproduktionen auf 140 Quadratmetern am Leben erhalten und somit unser Business erweitern.
Rafa Die Studiosession mit den Grammy-Award -Gewinnern The Product G&B aus New York, die ihren Hit „Maria Maria“ als Dubplate bei uns im Block aufgenommen haben, gehört definitiv auch zu unseren Highlights.

Als Selbstständiger kann das Leben sehr hart sein. Woher kommt eure Motivation?
Rafa Es gibt Tage, da zerrt das alles schon an den Nerven, aber wir motivieren uns gegenseitig in guten wie in schlechten Zeiten. Die größte Motivation ist, dass man für sich selbst arbeitet und nicht für einen schlechten Lohn und schlechte Arbeitszeiten.
Cesar Dann wissen wir, dass es hier auch Leute gibt, die uns am liebsten scheitern sehen möchten. Das ist auch eine große Motivation, diesen Leuten diesen Gefallen nicht zu tun und ihnen zu zeigen, dass man immer mit uns rechnen muss. Wir sind auch schon zu weit gegangen, um jetzt einfach wieder umzudrehen. Wir geben jeden Tag alles – und das wird immer mehr!

Wie wichtig ist es euch, euch selbst treu zu bleiben?
Rafa Das ist uns sehr wichtig. Wir verstellen uns für niemanden und auch nicht für irgendeinen Auftrag. Wir haben unsere Prinzipien und würden zum Beispiel nie ein Musikvideo für menschenfeindliche oder rechtsradikale Gruppen produzieren. Wir haben einige Künstler nicht gebucht, die man uns angeboten hat, da wir nicht hinter der Musik stehen konnten.

„Braunschweig ist eine coole Stadt, die noch viel PotenTial hat. Hier ist alles noch nicht so überlaufen. [...] man kann sich mit einer guten Idee, Motivation und Geduld etwas aufbauen.“

LR Trettman Live im Stereowerk BS Photo by Point54 Studio art


Warum ist Braunschweig für euch ein guter Ort, um sich als Firma niederzulassen?
Cesar Braunschweig ist eine coole Stadt, die noch viel Potential hat. Hier ist alles noch nicht so überlaufen wie in den Großstädten und man kann sich mit einer guten Idee, Motivation und Geduld etwas aufbauen. Außerdem sind wir hier aufgewachsen.

Welche Rolle spielt euer Netzwerk?
Cesar Alle unsere Kontakte kommen ganz natürlich und durch unsere konsequente Arbeit. Wir sind nicht die Typen, die bei Menschen schleimen, nur um einen Vorteil davon zu bekommen.
Rafa Durch die ganzen Events haben wir Kontakte zu allen wichtigen Booking-Agenturen des Landes und könnten theoretisch jeden Künstler nach Braunschweig buchen. Was aber noch wichtiger ist, dass wir mit allen unseren Künstlern immer eine gute Zeit hatten und den Kontakt pflegen. So kommt es auch, dass Afrob und Olexesh uns auf dem Out4Fame-Festival wiederkennen und sich fragen: „Was machen unsere Bratans aus Braunschweig hier?“ (lacht)

Seit Kurzem macht ihr auch wieder zusammen Musik. Ist das just for fun oder jagt ihr den großen Erfolg im Rapgame?
Rafa Natürlich hätten wir Bock auf den großen Erfolg, aber das ist nicht unsere Intention bei der Geschichte. Uns ist es wichtig, gute Musik zu produzieren und mit einem eigenen Sound unsere Stadt zu repräsentieren. Wir schauen mal, was da noch passiert und sind schon auf das Feedback zur neuen Single gespannt, die noch im Dezember mit einem Musikvideo released werden soll.
LR Point 54 Studio Rebenpark Hohlkehle art
LR P54S Firmenschild art
Cesar, worum geht es dir beim Rappen?
Cesar Im Endeffekt geht es mir um den Spaß an der Sache und gute Songs zu schreiben, die ein bisschen mehr Message haben, als Codein mit Sprite zu mixen (lacht). Ich hatte immer einen hohen Anspruch an Lyrics und die neuen Beats von meinem Bruder inspirieren mich, das Beste aus mir herauszuholen. Das Feedback zu „Resumé“ war unglaublich gut und wir haben Bock auf mehr.

Wo ist Point 54 in den nächsten fünf Jahren?
Rafa Wir möchten unser Studio noch mehr in der Region etablieren und werden 2019 viel in Werbung investieren, um noch bekannter zu werden. Es wird auch ein neues Konzept in unser Studio miteinfließen. Alle Infos dazu gibt es schon sehr bald auf unserer neuen Homepage. Ein eigenes Label mit dem Namen „Dopebeatz“ über das wir unsere eigene Musik und Klamotten veröffentlichen und vertreiben werden, ist auch schon in der Mache. Im gleichen Atemzug halten wir Ausschau nach neuen, talentierten Künstlern, die wir mit unseren Kontakten, Dienstleistungen und dem Studio aufbauen möchten. Da haben wir auch schon einen sehr talentierten Künstler, den wir in Polen rausbringen möchten.

point54studio.de

Interview Benyamin Bahri
Fotos Daniel Klutzny, Lysann M., Point54 Studio

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