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SUBWAY im Talk mit der Braunschweiger AIDS-Hilfe.
LR Selbsttest art
Langsam und gemächlich werden die Corona-Maßnahmen gelockert und dem „Physical Distancing“ weichen lang herbeigesehnte laue Sommerabende mit den engsten Freunden, die man viel zu lange nicht gesehen hat. Auch einsame Herzen haben wieder die Möglichkeit, sich zu verabreden und möglicherweise das ein oder andere aufregende Abenteuer zu erleben – ihr wisst schon, was wir meinen. Niemand ist gerne allein und vielleicht explodieren gerade deshalb Apps wie Tinder und Co., bei denen es vor allem um das Eine geht. Es scheint, als würde mit dem Thema Sex und Sexualität so offen umgegangen wie nie. Dabei schwingt aber auch ein gewisser Leichtsinn mit und gleichzeitig ein Thema, welches noch immer tabu ist: HIV.
Laut dem mittlerweile allseits bekannten Robert-Koch-Institut leben in Deutschland knapp 88 000 Menschen mit HIV, von denen etwa 10 600 nichts von ihrer Infektion wissen. HIV ist wie viele andere sexuell übertragbare Krankheiten ein unangenehmes Thema – mit wem spricht man darüber? Vor dem Arzt fühlt es sich mindestens genauso unwohl an wie vor dem Partner, denn noch immer gibt es zum Thema HIV viele Vorurteile. Aids wird oft als „schmutzige“ Krankheit angesehen, die sich eigentlich nur Junkies, Homosexuelle oder Prostituierte aus Eigenverschulden „holen“. „Dies führt dazu, dass betroffene Menschen aus Angst vor Diskriminierung nicht über die eigene Infektion reden möchten und Aids ein Tabuthema bleibt“, erklärt Kai Zayko von der Braunschweiger AIDS-Hilfe, die es sich seit über 35 Jahren zur Aufgabe macht, dieses Tabu zu brechen, über das Virus aufzuklären, Betroffene zu begleiten und zu unterstützen.
Mit Präventionsangeboten wendet sich die AIDS-Hilfe an verschiedenste Zielgruppen wie beispielsweise Schüler oder Menschen mit Migrationshintergrund. Darüber hinaus bietet sie als Beratungsstelle allen mit Fragen rund um die Themen HIV und Aids ein offenes Ohr. „Im Betreuungsbereich wird die Antidiskriminierungsarbeit immer wichtiger, denn fast alle Menschen mit HIV mussten schon einmal Diskriminierung erleben“, erklärt Kai, der seit über zehn Jahren bei der Braunschweiger AIDS-Hilfe tätig ist, im aufschlussreichen SUBWAY-Interview.

„Fast alle Menschen mit HIV mussten schon einmal Diskriminierung erleben“

LR Kai Zayko Foto Peter Graefe art


Weil es für viele eine zu große Hürde ist, zum Arzt oder zum Gesundheitsamt zu gehen, kann seit 2018 bei der AIDS-Hilfe ein HIV-Selbsttest entweder betreut vor Ort oder im Privaten zu Hause durchgeführt werden. Hat eine Risikosituation stattgefunden, können sich Betroffene etwa zwölf Wochen später einfach und schnell selbst testen. Dazu wird ein Tropfen Blut zu einer speziellen Entwicklerflüssigkeit gegeben und nach nur zehn Minuten kann zuverlässig eine Infektion nachgewiesen werden.
Bei der Braunschweiger AIDS-Hilfe wird der Test nur in Kombination mit einer Beratung ausgegeben, um Hilfesuchende ausführlich über das Thema HIV zu informieren und Fragen zu klären. „Mit uns können alle offen über das Thema Sexualität sprechen. Da wir lebenswelt-akzeptierend arbeiten, können auch Themen wie Homosexualität, Prostitution oder Untreue thematisiert werden“, so Kai, der viele Jahre für die Präventionsarbeit für homosexuelle Männer zuständig war, bis er Anfang des Jahres die Geschäftsführung der AIDS-Hilfe in der Braunschweiger Eulenstraße übernommen hat.
Zwar gibt es den Selbsttest auch in der Apotheke zu kaufen, jedoch bietet die AIDS-Hilfe zusätzlich eine Beratung und Begleitung zum Selbsttest an, der gemeinsam oder alleine zu Hause durchgeführt werden kann. „Wir können dabei helfen, ein HIV-positives Testergebnis zu verarbeiten“, so die Erfahrung des Leiters der AIDS-Hilfe. Aktuell betreut die Braunschweiger AIDS-Hilfe etwa 120 Betroffene und Angehörige, hinzukommen unzählige Ratsuchende und Einzelkontakte nach Präventionsaktionen.

LR AIDS Hilfe art
LR condom c Sasin Tipchai auf Pixabay art

Mittlerweile ist das HI-Virus sehr gut behandelbar. Kai ist zuversichtlich: „Die Therapie funktioniert in den allermeisten Fällen sogar so gut, dass im Blut und in anderen Körperflüssigkeiten keine HI-Viren mehr nachgewiesen werden können. Das Virus kann dann auch beim ungeschützten Geschlechtsverkehr nicht mehr weitergegeben werden.“ Das funktioniert aber nur, wenn man den eigenen HIV-Status kennt und als HIV-positiver Mensch eine Therapie bekommt. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele infizierte Menschen ihre Diagnose erhalten, um so Schäden für die eigene und die Gesundheit anderer zu vermeiden.
Ein HIV-Test kann dein und das Leben anderer retten – lasst uns als frischgebackene Hobby-Virologen unsere Augen auch vor diesem Virus nicht verschließen!

Text Louisa Ferch
Fotos Sasin Tipchai auf Pixabay, Peter Graefe,
Braunschweiger AIDS-Hilfe e.V.

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