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Braunschweiger Hanfbar-Betreiber zu sieben und
neun Monaten verdonnert – wie geht es weiter?
LR Hanfbar Bardia c Hanfbar art
Die Mühlen der Justiz, sie mahlen langsam, doch das harte Mahlwerk blieb eiserner als es jeder Grinder je sein könnte. Das Urteil: Sieben und neun Monate auf Bewährung für die beiden Hanfbar-Betreiber Bardia und Marcel. 2018 fing das Tamtam einst an (SUBWAY berichtete), vorläufig ist der richterliche Vorhang nun also gefallen, aber das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen. Wir haben uns aus erster Quelle ein Update geholt und uns im Gespräch mit Bardia auf den neusten Stand bringen lassen.
Urteil anfechten
Knapp anderthalb Jahre liegt unser erstes Gespräch mit Hanfbar-Betreiber Bardia Hatefi zurück. Damals stand die Staatsanwaltschaft in den Startlöchern für die Anklage, doch waren sich die Hanfunternehmer da noch sicher, mit ihren Produkten auf der Sonnenseite des Gesetzes zu stehen. Das jüngste Urteil daher erstmal ein Schlag ins Gesicht. „Die Schlacht ist zwar verloren, aber der Krieg ist noch lange nicht vorbei – wir gehen in Revision!“, konstatiert Bardia, bedauert gleichzeitig aber auch den riesigen Rummel. „Es wäre mir lieber, es würde endlich Klarheit in der Gesetzeslage geben. Es kann nicht sein, dass die EU klare Richtlinien vorgibt, das deutsche Betäubungsmittelgesetz diese aber nicht umsetzt und keine verlässliche Grundlage schafft.“ Solange der Revisionsantrag geprüft wird, ist das Urteil für die beiden übrigens noch nicht rechtskräftig, das Geschäft läuft derweil normal weiter.
Doppelmoral par excellence
In Supermärkten stehen neuerdings Hanftees auf denen mit Wordings wie „100 Prozent unverarbeiteter Hanf“ geworben wird. „Das ist eins zu eins das gleiche Produkt, für dessen Vertrieb wir hier verurteilt wurden. Ich bin gespannt welche sinnfreie Ausrede sich die Behörden überlegen, um das den Leuten zu erklären.“ Die Hanfbar ist ein Marktpionier in der Nutzhanfbranche gewesen. „Wir hätten in dieser Entwicklung als kleines, deutsches Start-up-Unternehmen aus Braunschweig international konkurrenzfähig seien können. Stattdessen kämpfen wir nach wie vor um unsere Existenz.“ Bardia ärgert sich, dass man sich wegen des Troubles zu wenig auf das Geschäft und zu viel mit dem Theater drumherum auseinandersetzen musste. Das Potential des Produkts könnten jetzt andere abschöpfen. „Im Hintergrund sind jetzt schon echte Big Player in den Startlöchern und ich ahne, dass hier in Deutschland bis ins nächste Jahr um die 50 Filialen aufmachen werden, die genau das gleiche machen wie wir. Das sind dann Firmen mit viel ausländischem Investorenkapital im Rücken, die hier das große Geschäft machen wollen. Na herzlichen Glückwunsch.“ Die zentrale Frage: Wie kann das passieren? Bardia ist fassungslos über diese Doppelmoral. „Ich würde das gerne mal die Staatsanwältin und den Richter fragen, aber vor allem würde mich die Erklärung der Politiker interessieren, der Justizministerin, von Leuten, die hier vielleicht etwas hätten bewegen können. Stattdessen wird dabei zugesehen, wie kleine Start-ups platt gemacht werden, die auf dem besten Wege sind, mittelständische Unternehmen zu werden.“
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Weiter für die Sache
Was treibt einen an, jetzt noch weiterzumachen? „Vielleicht liegts ja daran, dass ich Steinbock bin, mit einem richtigen Dickkopf“, lacht Bardia. „Ich bin noch lange nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich sage, hier können wir nicht mehr weiter. Es geht um eine Sache, die größer ist, als persönliche Belange. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, diese Welt ein Stück nachhaltiger und das Leben für uns alle lebenswerter zu machen. Wenn man dieses Ziel ernstnimmt, darf man sich von keinem, der einem Steine in den Weg legt, aufhalten lassen – egal wie mächtig derjenige erscheinen mag. Keiner, der erfolgreich geworden ist, hat das ohne Widerstände geschafft.“ Es bleibt also spannend in Sachen Hanfbar. Wir bleiben dran. 

Text Simon Henke
Fotos Hanfbar

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