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Vier Studenten und eine Schnapsidee: Das Braunschweiger
Start-up-Unternehmen Papa Fuego produziert Mexikaner.
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Er ist rot, feurig und brennt zwei Mal – die einen lieben ihn, die anderen hassen das Party-Kultgetränk. Die Rede ist vom „Mexikaner“. Vier Braunschweiger Studenten – Oliver Kern, Philipp Grimmel, Max Brandt und Jasper Brünnette – hatten eine Schnapsidee und das im wahrsten Sinne des Wortes: Seit drei Jahren produzieren sie das würzig-scharfe Kultgetränk in Serie und vertreiben es mittlerweile sehr erfolgreich unter dem Namen Papa Fuego in verschiedenen Supermärkten in der Region.
Blutrotes Trendgetränk
Wer das scharfe Teufelsgebräu noch nicht kennt: Mexikaner oder auch kurz „Mexi“ genannt, ist ein alkoholisches Getränk auf Tomatensaft-Basis, einer klaren Spirituose wie Wodka oder Korn, Tabasco und verschiedenen Gewürzen. Ein wenig erinnert die Rezeptur an eine Bloody Mary, ist aber im Gegensatz dazu kein Longdrink, sondern ein Shot, der im Schnapsglas serviert wird. Erfunden wurde der würzig-scharfe Partydrink Ende der 80er Jahre in einer Hamburger Kiez-Kneipe. Vielfach kopiert, gehörte er zunächst in die Kneipen-Szene von St.Pauli und ist seit einigen Jahren auch außerhalb der Hansestadt nicht mehr aus der Party-Szene wegzudenken.
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Erfolgsstory aus dem Bilderbuch
Ein Mix aus Klarem, Chili und Tomatensaft und dazu ein paar Geheimzutaten und fertig ist der Papa Fuego. Klingt simpel und schnell gemacht. Und fast genauso simpel klingt auch die Erfolgsgeschichte der vier angehenden Wirtschaftsingenieure der Technischen Universität Braunschweig. Doch hinter dem Konzept steckt knallharte Arbeit. Max, Oliver, Philipp und Jasper stehen voll und ganz hinter dem Unternehmen und stecken ihre gesamte Energie in ihren Mexikaner. Aber wie kommt man eigentlich als Student dazu, eine Spirituosen-Produktion zu starten? Angefangen hat das Braunschweiger Start-up-Wunder mit Jasper Brünette und Philipp Grimmel. Wie so manch innovative Idee kam den beiden der Einfall nicht etwa am Schreibtisch, sondern schlichtweg beim Feiern. Auf den zahlreichen Partys, die man in seinem Studentenleben so besucht, gab es zwar den ein oder anderen Cocktail und das obligatorische Bier, doch überall vermissten die beiden Papa Fuego-Gründer den feurig-scharfen Shot-Drink. Kurzerhand sorgten sie selbst dafür, dass sich die Studentenszene am selbstgebrauten „Mexikaner“ laben durfte. Das Getränk kam bei den Studis so gut an, dass aus den anfänglich verwendeten Plastikflaschen nun Glasflaschen wurden, die auch als Partymitbringsel überall eine gute Figur machten. Der Zuspruch war so groß, dass schnell die Idee geboren war, den geliebten Mexi in die hiesigen Supermarktregale zu bringen. Denn trotz seiner anhaltenden Beliebtheit hatte sich noch kein Unternehmen an die Vermarktung des roten Atemstockers gewagt.

Für etwas Startkapital zur Firmengründung sorgte das Preisgeld, das sie beim Ideenwettbewerb der Allianz für die Region erhielten. Hier konnten die beiden Start-up-Unternehmer einen der vorderen Plätze belegen. Um schließlich das anspruchsvolle Projekt erfolgreich voranzutreiben, kamen noch Oliver Kern und Max Brandt zum Gründerteam dazu. Jeder der vier Studenten bringt seine persönlichen Stärken ins Unternehmen ein: Während Oliver Kern für den Vertrieb zuständig ist, sind Jasper Brünnette fürs Marketing und Philipp Grimmel für die Produktionsplanung verantwortlich. Max Brandt kümmert sich um die Finanzierung. Gemeinsam wurde monatelang an der perfekten Rezeptur gefeilt: Korn, Wodka oder Tequila? Welcher Tomatensaft? Was ist der richtige Schärfegrad? Wie kommt man ohne Geschmacksverstärker aus?
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Rasanter Firmenstart
Im Frühjahr 2017 wurde die Firma dann gegründet und im Sommer die ersten Flaschen im Supermarkt verkauft. Anfangs standen Oliver, Philipp, Max und Jasper mit ihren selbstgebauten Holzdisplays sogar noch selbst im Supermarkt und begeisterten die Kunden mit einem feurigen Schluck. Und diese Marketingstrategie kam an – nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei der Geschäftsleitung. Als erste Lebensmittelkette in Braunschweig haben die Filialen der Familie Görge und der BraWo-Park den Schnaps in ihr Sortiment aufgenommen, mittlerweile sind einige Rewe-und Metro-Märkte in Norddeutschland hinzugekommen. Mit anderen Ketten stehen die vier Gründer derzeit in Verhandlung.
Produktion mit Aussicht
Aktuell haben die Macher von Papa Fuego ihren Firmensitz noch im Stellwerk West im westlichen Ringgebiet Braunschweigs. Hier wird in der kleinen Laborküche getestet und probiert. Und bis vor kurzem konnten dank des 700 Liter Rührwerktanks, der Abfüll- und der Etikettiermaschine hier noch 3 000 Flaschen Papa Fuego produziert werden. Aufgrund des rasant zunehmenden Interesses an dem roten Scharfmacher, haben die Gründer die Produktion nun in die Hände einer kleinen Traditions-Schnapsbrennerei gegeben. Dass die Erfolgsstory weitergeht, davon sind die vier Jungunternehmer überzeugt: „Mexikaner ist nicht bloß ein Nischenprodukt. Wir erzielen mit Papa Fuego Rotationen, die sich mit großen Spirituosenmarken vergleichen lassen. Wir brennen für unser Produkt und schauen gezielt, wie wir in Ihrer Region die Marke Papa Fuego stärken können.“ Und für alle, die es nicht so gerne scharf und tomatig mögen, produzieren sie übrigens die fruchtige Maracuja-Vanille Mama Soleil.

Braunschweiger Marketing-Löwe
Wie gut ihre Marketingstrategie aufgeht, bewiesen die Papa Feuegos auch bei der Verleihung des diesjährigen Marketinglöwen. Hier sicherten sie sich im Januar den Nachwuchspreis für Start-ups. Die vier Gründer überzeugten die Jury damit, dass sie aus einer regelrechten Schnapsidee „schnell, konsequent und mit einem passenden Vermarktungskonzept“ ein tragfähiges Modell entwickeln konnten. Wir wünschen herzlichen Glückwunsch!

Text Kerstin Lautenbach-Hsu
Fotos Kerstin Lautenbach-Hsu, Leevke Struck

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