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Wenn das Braunschweiger Parlament zur Sitzung lädt, ist uns die schwarze Null egal:
Wir gönnen es uns wie die Parlamentarier.

LR Parlament 3 Art

Politik und Essen – das gehört zusammen. Während man sich die Bäuche vollschlägt, lässt es sich so herrlich debattieren, dass schnell das Essen selbst zum Politikum gerät. Das haben sich Katharina Wallner und Michael Kraft wohl auch gedacht, als sie ihr Feinkost-Restaurant in der historischen Roggenmühle Lehndorf vor acht Jahren der Politkaste gewidmet haben. Da uns als erwiesenen Schlemmer-Lobbyisten die „Diäten“ der Abgeordneten allemal lieber sind als alle Brigitte-Diäten zusammen, gastieren wir im Braunschweiger Parlament und prüfen die vollmundigen Wahlversprechen auf ihre Substanz.

Der rote Mühlenkomplex ist mit seinen riesigen Silos und dem charakteristischen Wasserturm schon von weitem zu sehen. Betritt man das denkmalgeschützte Gebäude, schlägt einem der Industrie-Charme von 1912 atemberaubend entgegen: Der großzügige Raum mit offener Galerie wird dominiert von unverputzten Backstein-Pfeilern, dunklen Massivholz- und Stahl-Elementen und einer überwältigenden Fülle an Schwarz-Weiß-Großformaten internationaler Repräsentanten. Die fast deckenhohen Fenster hüllen das Lokal in ein gedämpftes Licht, der Blick wandert unweigerlich zwischen den vielen Deko-Feinheiten umher: Eine alte Orgel, antike Schränke, opulente Kronleuchter neben Industrielampen, grobe, noch von der ursprünglichen Gebäudenutzung erhaltene Seilzugschienen an der feuerroten Decke. Hier trifft Holz auf Stahl, der Preußenkönig auf die Weimarer Koalition und Breschnew auf Honecker. Wir schließen uns der absoluten Mehrheit an und lassen uns von der Mittagssonne in den lauschigen Biergarten locken.
Der Blick in die Karte sorgt für Schmunzler: Ob „Angie“, die süße Himbeer-Versuchung, oder „Trump“, das Würstchen-Bauernfrühstück – wir haben die Qual der Wahl. Demokratisch und frei entscheiden wir uns für eine Kooperationskoalition aus mediterranem Salat, dem „Parlament Burger“ und zurzeit natürlich dem Spargel von der Saisonkarte. Um uns lachen und diskutieren die Leute angeregt, wie es sich für die Kulisse gehört, emsige Kellnerinnen huschen umsichtig umher, schnacken mit den Gästen und geben gern Auskunft. Im Hintergrund läuft unverfängliche 90er- und 2000er-Musik – wohl damit die Dispute nicht all zu hitzig werden.
Das Essen kommt schnell, heiß und reichlich. Der Burger „aus der amerikanischen Botschaft“ bringt zu seinem ordentlichen Rinderpatty noch BBQ-Sauce, knusprigen Bacon, frische rote Zwiebeln, knackigen Eisbergsalat, Tomaten und Gürkchen mit. Gut gewürzt und mit dicken, krossen „Gourmet-Maispommes“ serviert, ist das ein gigantischer Hochgenuss. Auch die „Grüne Fraktion“ hält mit einem schmackhaften Paket aus Rucola, Blattsalat, fleischigen Tomaten, lecker Mozzarella, Parmesan und Balsamico-Dressing ihr Wort. Unser Kanzlerkandidat ist aber der Spargel. Das feldfrische Pfund des essbaren Elfenbeins ist ebenso wie die Kartoffeln auf den Punkt gekocht, bissfest, die Spitzen zart und würzig. Reichlich zerlassene Butter, etwas Tomate und Petersilie dazu – perfekt!
LR Parlament 8 Art
LR Parlament 5b Art

„Viele finden es in der Stadt zu voll und essen lieber in Ruhe hier“

LR Parlament 5 Art
Wir fühlen uns so gesättigt wie ein Parlamentarier nur sein kann. Da machen wir doch gleich mal von unserem Informationsrecht Gebrauch und stellen eine Kleine Anfrage an den Ältestenrat: Wo kommt das köstliche Königsgemüse denn her? Koch Christian Wiedemann, der mit sieben Betriebsjahren schon zum Establishment gehört, erklärt uns: „Der Spargel ist vom Eickenhof aus der Region und richtig gut. Der April war ja einer der wärmsten seit der Wetteraufzeichnung. Das hat dem Spargel sehr gut getan. Man merkt es, wenn der nicht vom beheizten Feld kommt, sondern vom normalen.“
Nach seinem persönlichen Favoriten gefragt, sagt der Insider: „Der ‚Präsidentenspieß‘. Da ist alles dabei, was man braucht: Ein bisschen Bacon, Schweinefilet, Gemüse. Er ist eine gute männliche Portion und ein echter Hingucker.“ Das Speiseangebot haben sie schon öfter dem Willen des Volkes angepasst und etwa eine extra Schnitzelkarte für das beliebte Montags-Special ergänzt: „Da gibt es dann Besonderheiten wie das ‚Schweizer Schnitzel‘ mit Rösti und Bergkäse“, schwärmt er. „Wir versuchen immer, neuen Wind reinzukriegen. Auch dieses Jahr wollen wir die Karte noch weiter umstellen, neue Sachen ausprobieren und etwa das vegetarische Angebot erweitern.“ Ob der Standort etwas außerhalb ein Nachteil ist? „Nein, eher umgekehrt: Bei Großveranstaltungen oder verkaufsoffenem Sonntag ist es bei uns besonders gut besucht. Viele finden es in der Innenstadt zu voll und essen lieber in Ruhe hier, bevor sie mit der direkten Autobahnanbindung nach Hause oder in die Stadt fahren“, meint er. „Unsere Stammgäste wissen: Im Parlament dauert es nicht lange, bis das Essen kommt. Dadurch, dass unser Team zum Großteil schon länger besteht, arbeiten wir sehr schnell, sogar wenn der Laden richtig voll ist.“ Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Parlamentssitzung zur Live-Übertragung der Entscheidung über die Vorherrschaft in der Fußball-Welt.

Text Evelyn Waldt
Fotos Gideon Rothmann

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