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Das Café Riptide hat ein neues Zuhause gefunden:
Ab April können in der neuen Location im Herzen des Magniviertels Platten gekauft,
vegane Muffins genascht und genüsslich Kaffee geschlürft werden.
LR Riptide art
It’s better to burn out than to fade away“ – dieses berühmte Zitat von Neil Young zierte die beiden gegenüberliegenden Räumlichkeiten im Handelsweg, die zusammen das Café Riptide bildeten; ein Ort für Rockstars, Musik- und Filmfans; für Bierliebhaber und Muffinnascher, für gemütliche Kaffeetrinker und Alternativos. Das Riptide hat den Handelsweg trotz seiner versteckten Lage in einen lebendigen Ort verwandelt. Und eins ist klar: Obwohl ganz Braunschweig mittlerweile weiß, dass die Ära im Handelsweg bald zu Ende geht, wird diese Zeit nicht einfach ins Nichts ausfaden, sondern das Kultcafé geht mit einer krachenden Abschlussparty, die sich fast wie eine große Tournee über mehrere Monate hinstreckt. Denn bis August gibt es in Braunschweig gleich doppelte Riptide-Power – sowohl in alter als auch in neuer Location. Also echt kein Grund zur Trauer, sondern ganz im Gegenteil: Stellt schon mal das Bier für den nächsten ausgelassenen Riptide-Abend kalt, denn die Ära ist nicht vorbei und R.I.P.tide heißt es noch lange nicht. Dennoch ist die ganze Story rund um den Mietstreit und Umzug so turbulent, dass wir kurz noch einmal die Akte öffnen wollen.
Was bisher geschah
Alternative junge Leute mit Micro-Ponys und Piercings, kurzen Mützen und langen Mänteln, mit selbstgedrehten Kippen in der einen und einem Wolters in der anderen Hand tümmelten sich Abend für Abend im Handelsweg. Auch wenn es kalt war, saßen sie in Scharen, gerne in Decken eingemummelt, draußen und genossen das Zusammensein in der schmalen Passage. Zwölf lange Jahre trieb es die Leute, die keine Lust auf Mainstream-Musik und unangenehmes Publikum hatten, immer gerne ins locker-lässige Café Riptide, der wohl beliebtesten Anlaufstelle im Handelsweg. Erst vor zwei Jahren wurden die Räumlichkeiten renoviert, der ehemalige Raucherraum wieder frisch und das Café noch gemütlicher gemacht – alle haben sich gefreut, alle wurden enttäuscht. „Wir haben immer um unseren Standort gekämpft, aber wir haben nie Unterstützung bekommen“, berichtet Inhaber Chris Rank vom langanhaltenden Streit mit der Vermieterin der Location, „vor zwölf Jahren wurde uns zugesagt, die Fassade zu streichen – bisher ist nichts passiert. Wir haben nicht mal eine Mülltonne bekommen. Jetzt sind wir froh, damit abschließen zu können.“

Was für viele im Januar eine schockierende Nachricht auf Facebook war, zeichnete sich für Chris und das Riptide-Team schon seit längerem ab. „Nachdem eigentlich jeder Termin und jedes Gespräch mit der Vermieterin nicht zustande kam, haben wir schon vor über eineinhalb Jahren angefangen, uns nach neuen Läden umzuschauen – Freunde sind mit dem Fahrrad durch Braunschweig gefahren und haben leerstehende Locations gesucht!“, fährt Chris fort. So besichtigte er etwa 30 Läden für den Fall, dass der im Sommer auslaufende Mietvertrag nicht verlängert wird.


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Die Bedingungen an eine mögliche neue Bleibe waren klar: Es muss einen Außenbereich geben und die Lage soll wirtschaftlich besser sein. „Natürlich hängen wir total an unserer jetzigen Location, aber diese Hürde muss man einfach einmal im Kopf überwinden, um bereit für etwas Neues zu sein“, erzählte uns Chris im SUBWAY-Interview in einem leergeräumten, geschlossenen Riptide – ready für den Umzug, an dem jetzt kein Weg mehr vorbeiführt, denn nach langem Hin und Her, Existenzängsten und zahlreichen Streitschlichtungsversuchen mit der Eigentümerin ist der Drops nun gelutscht – das Riptide muss raus. Diese Nachricht erschütterte die Braunschweiger, viele können sich ein Leben ohne das Riptide in ihrer Stadt nicht vorstellen. „Was wir auf Facebook an Feedback bekommen haben, war überwältigend. Von Malern, Streichern und Handwerkern hin zu Anwälten haben uns so viele ihre Unterstützung angeboten – das tröstet einen in der damals schlimmen Situation, als wir noch nicht das Positive sehen konnten. Wir waren bei fast jeder Nachricht zu Tränen gerührt und dieser Support hat uns enorm Kraft und Mut gegeben“, erzählt Chris ergriffen. Zuvor hatte er schon Pläne gesponnen, auszuwandern oder eine Weltreise zu machen, doch das kann warten. Jetzt heißt es erst einmal Riptide goes Magni!

„Wir waren bei jeder nachricht zu tränen gerührt und dieser support hat uns enorm kraft und mut gegeben“

Mit voller Kraft voraus
Die frohe Botschaft ließ zum Glück nicht lange auf sich warten: Das Kultcafé wird im April im Magniviertel neu eröffnen und zukünftig eines der ältesten Fachwerkhäuser Braunschweigs bewohnen. Wir durften exklusiv die Baustelle besichtigen und Einblicke in das neue Zuhause für Chris Platten erhaschen.
Trotz der Verzögerung, die die Corona-Krise aktuell mitsichbringt, ist Chris motiviert und freut sich auf die bevorstehende Zeit im Magniviertel. „Auch die Nachbarn freuen sich auf uns. Barnaby‘s Blues Bar oder das Fuchsblau – die sind schon ganz aus dem Häuschen“, schmunzelt er.

Schon vor über einem Jahr hat Chris mit seinen Kollegen die neue Bleibe besichtigt und seitdem stets hin und her überlegt, ob sie der richtige Ort für einen Neuanfang sein könnte. Nach und nach wuchsen Ideen und Visionen, was man aus dem Laden machen könnte. „Mittlerweile fühlt es sich richtig fantastisch an. Eine große Erleichterung! Wir sind bereit für einen Neustart und es wird richtig geil“, so der Hobby-DJ motiviert.
Bereits vor 15 Jahren, also noch vor der Öffnung des Riptide im Handelsweg, wollte Chris ursprünglich ein Café im Magniviertel eröffnen: „Das Magniviertel kennt man, da ist viel los und es hat einen guten Namen“, schwärmt er. Nun kann der Traum von einst erfüllt werden: Am Ölschlägern und direkt am Magnikirchplatz ist das Café in Zukunft zu Hause. Das Fachwerkhaus an der Ecke ist mit 170 Quadratmetern größer als die vorherigen Räume, komplett denkmalgeschützt, aber ganz frisch saniert. „Die Strom- und Wasserleitungen, die Toiletten, Fußböden und Wände wurden alle rundum erneuert. Wir kriegen quasi einen nigelnagelneuen Laden und das direkt am Magniplatz!“, freut sich der Inhaber.
Dennoch behält das Haus von Grund auf seinen alten Fachwerk-Charme – urig, mit tiefen Decken und schiefen Balken, kleinen Ecken und Nischen. Trotz Denkmalschutz wurde hier das Unmögliche möglich gemacht; Moderne wird mit Kultelementen kombiniert. Eben der typische Riptide-Style: hipper Retro-Kontrast. Viele der selbstgebauten Möbel aus dem Handelsweg sind mit umgezogen. So ist auch im neuen Café gleich klar: Das hier ist das Riptide. Auch das Konzept bleibt das gleiche: „Alles läuft wie gewohnt weiter – der Plattenladen, die vegetarische Küche, Konzerte sind geplant“, meint Chris voller Vorfreude.

Trotzdem bleibt natürlich nicht alles eins zu eins beim Alten. Die neue Location bringt auch neue Möglichkeiten und schicke Extras mit sich: Es gibt eine üppige Glasfassade, mehr Platz für Schallplatten, barrierefreie Toiletten und einen großen Außenbereich in der Sonne, der sogar zum Boule-Spielen einlädt. Durch die bessere Lage können die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. „Wir wollen an fünf bis sechs Tagen die Woche von morgens bis abends aufhaben“, so Chris Plan. Zum Zeitpunkt unseres Redaktionsschlusses liefen die Bauarbeiten noch auf Hochtouren und wenn hoffentlich alle Gastronomiebetriebe Mitte April wieder laufen können, soll auch das neue Café Riptide der Welt mit einer Party seine Pforten öffnen. Was genau geplant ist, ist noch unklar; Ideen gibt es aber reichlich. „Ich habe mir noch nie Sorgen machen müssen, dass mir nichts mehr einfällt“, scherzt Chris, „wenn nur zehn Prozent meiner verrückten Einfälle umgesetzt werden, reicht das schon!“ So können wir auch sicher sein, dass es beim Umzug für jedes Problem eine Lösung geben wird und das neue Riptide sich nicht im Schatten seiner vorherigen Bleibe verstecken muss.
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Riptide Offshore
Trotz der Neueröffnung im April ist das alte Riptide im Handelsweg nicht vergessen und wird bis August als Offshore-Location am Wochenende geöffnet sein. Danach wird wohl ein großes Loch im Handelsweg entstehen – ein Blick in die Kristallkugel der Zukunft munkelt, es könne dort ein fesches Versicherungsbüro, ein Kabuff für Sportwetten oder ein Nagelstudio entstehen. Who knows?
Bis es aber soweit ist, lässt es das Riptide Offshore im Handelsweg noch mal richtig krachen und lädt für Konzerte und Partys ein. Gemäß der weisen Worte aus Deichkinds Feder wurden vorsorglich die Möbel aus dem Fenster geschmissen, um nun genug Platz zum Dancen zu haben. „Das Wichtigste bleibt: die Kaffeemaschine, der Tresen und Bier“, lacht Chris. Die geplanten Konzerte finden ganz im Sinne des neuen Riptide im Magniviertel statt, denn der Erlös der Musikabende kommt der neuen Location zugute und hilft dabei, den Umzug zu finanzieren. Die Leute haben Bock auf Konzerte und die Bands freuen sich – also eine Win-win-Situation für alle. Tolle Bands stehen schon in den Startlöchern, sobald wieder Konzerte gespielt werden dürfen: Boxing Fox, Kroner, You Silence I Bird und Timo Scharf. Wir freuen uns auf eine dreimonatige Abschiedstour im Handelsweg und laue Sommerabende auf der Terrasse vor der Magnikirche!

Text & Fotos Louisa Ferch

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