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KufA Verein

7. September / Polyphon-Festival
KufA Haus/Westand (BS)


Das soziokulturelle Zentrum des KufA Vereins und das Westand beleben ab September die Braunschweiger Kultur- und Konzertlandschaft wieder.
LR Ausschnitt4 art
Endlich ist es soweit: Der Bau des gemeinschaftlichen Projekts des KufA Vereins und der Westand GmbH befindet sich in den letzten Zügen und die ersten Veranstaltungen für September stehen schon in den Startlöchern. Am Westbahnhof, wo einst das Fireabend die alten Gemäuer der ehemaligen Industrielagerhalle der Firma Knoblau zum Beben brachte, wurde vor eineinhalb Jahren der Grundstein für den heißersehnten Kulturpalast gelegt. Der Backstein-Giebel der alten Lagerhalle wurde als Reminiszenz an die Historie des Gebäudes erhalten und ziert nun den über 3 000 Quadratmeter großen Gemeinschaftsneubau. „Der Plan war, eine neue Livelocation für etwa 800 Leute zu bauen. Es war ein glücklicher Zufall, dass wir eine so charmante Ruine am Westbahnhof gefunden haben“, verrät Manfred Neumann, Investor der Westand GmbH. Unter einem Dach versorgen ab kommenden Monat das Westand als kommerzielle Konzerträumlichkeit und das soziokulturelle Zentrum des KufA e.V. im Auftrag der Stadt Braunschweig mit Musik, Theater, Tanz, Kunst und Kultur. Manfred Neumann freut sich auf dieses Hybrid: „Die Zusammenarbeit wird spannend, wir vereinen an einem Ort zwei unterschiedliche kulturelle Ansätze und werden auch Veranstaltungen zusammen realisieren.“ Gemeinsam feiern beide Institutionen den Startschuss am 7. September mit dem Polyphon-Festival zu elektronischen Live-Klängen.
Viele Jahre hat in Braunschweig genau solch ein Ort gefehlt. Nachdem im Jahr 2002 das Freizeit- und Bildungszentrums (FBZ), wo schon musikalische Größen wie AC/DC oder Kraftwerk Konzerte spielten, schließen musste, wurden Veranstaltungen dieser Art in die Meier Music Hall verlagert, die den Bedarf bis 2015 gerade so decken konnte und dann selbst seine Türen für immer verschloss. Auf einmal war in der löwenstädtischen Konzert-, Kultur- und Clublandschaft eine gigantische Lücke. Zwar gibt es die ein oder anderen Institutionen, die für Underground-Bands oder Kulturveranstaltungen ihre Bühne anbieten, aber die Möglichkeit, ein vielfältiges Programm anzubieten, gab es lange Zeit nicht mehr. Was in Braunschweig fehlte war also nicht nur eine geeignete Konzerthalle mittlerer Größe, die trotzdem intim ist und einen gewissen Charme besitzt, sondern auch Raum für Künstler und Kulturschaffende außerhalb des Mainstreams, die etwa aus der Region stammen oder erst in kleinerem Kreis Bekanntheit genießen. Ein Ort des Miteinanders, des kulturellen Austauschs, der Kreativität und Produktivität – das war der Traum des KufA Vereins, der sich 2013 aus der Initiative, das FBZ wieder zu beleben, heraus gründete. „Uns ging es nicht nur um Veranstaltungen, sondern auch darum, ein soziokulturelles Zentrum aufzubauen. Darum, dass sich Leute und Gruppen treffen können. Wir haben festgestellt, dass der Bedarf hier riesig ist“, berichtet Markus Wiener, Vorsitzender des KufA, „wir wollten nicht nur reden, sondern machen, die Stadt fordern und fördern. Um etwas erreichen zu können braucht es aber einen Körper und so haben wir den Verein Kultur für Alle gegründet.“ Die knapp 100 Mitglieder des Vereins stammen aus unterschiedlichsten Bereichen, bringen kontrastreiche Ideen und vielfältigen Input mit in die Gestaltung eines aufregenden Veranstaltungsprogramms, dass von Cross-Over in jeder Hinsicht lebt. Musik-Veranstaltungen werden verknüpft mit Kunst-Ausstellungen, Lesungen oder Performances, Elektro-Parties kombiniert mit kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt. „Es gab lange Zeit viel zu wenig Vielfalt in der Stadt. Wir setzen genau da an und bringen Sachen unter ein Dach, die vielleicht auch schräg sind. Hier ist es dann nicht ganz aufgeräumt, aber dafür lebendig“, erklärt Bernd Müller, Vorstandsmitglied des Vereins. Durch die Dürre in den vergangenen Jahren haben sich einige alternative Underground-Formate, die sich außerhalb des Mainstreams bewegen, etwas ausgefallener oder exotischer sind, in andere Städte wie Hannover, Magdeburg oder Hamburg bewegt oder warteten sehnsüchtig auf die große Chance, endlich in Braunschweig eine Bühne zu finden. „Wir haben hier jetzt etwas aufgebaut, was es in anderen Städten zu Hauf gibt, aber was in Braunschweig jahrelang gefehlt hat. Dass der Andrang jetzt so hoch ist resultiert auch aus dem Mist der letzten Jahre. Wir wollen in die Breite gehen und Formate hier an diesem Standort wiederbeleben, die sich ausgelagert haben“, so Bernd. Von Heavy Metal, Drum and Bass, Musical, Comedy, Yoga, Punk-rock, Tanz, Jazz, Stonerrock, Theater bis hin zu Techno steht bereits bis März 2020 ein buntes Programm. Voraussichtlich werden jedes Wochenende Konzerte und darüber hinaus täglich Projekte, Termine und Kurse in den unterschiedlichen Räumlichkeiten stattfinden.
LR Innenraum Westand art
Die Technik in beiden Gebäudekomplexen ist auf dem neustem Stand, die Akustik und das Equipment für Licht und Ton auf höchstem Niveau. Der Saal des Westands ist für bis zu 800 Leute ausgerichtet und ist somit ideal für Konzerte aller Art. Neben einem großen Musiksaal mit Empore, der etwa 300 Leute unterkriegt, beherbergt das neue KufA Haus auf drei Stockwerken zahlreiche Räume für Seminare, Sport-, Tanz- oder Yogakurse, Selbsthilfe- und Bürgergruppen, Feiern, Proben oder Schulprojekte. Besonderes Highlight ist das professionelle Tonstudio, um jungen Bands die Möglichkeit zu geben, ihre erste eigene CD aufnehmen zu können oder Interessierten im Rahmen von Workshops erste Schritte in Sachen Musikproduktion näherzubringen.

„Es gab viel zu wenig Vielfalt in der Stadt“

Im Foyer des Bistros im Erdgeschoss und auf der großen Außenterrasse gibt es stetig wechselnde nationale und internationale Gerichte und zudem eine weitere Location für Veranstaltungen, die ebenso wie ein großer Multiplexraum Platz für etwa 100 Personen bietet. So können bis zu drei Veranstaltungen mit maximal 500 Personen parallel im Kulturzentrum stattfinden. Durch die ideale Location am Westbahnhof ist auch Lärmschutz kein Problem, am Wochenende kann hier bis tief in die Nacht gefeiert werden, ohne zu stören.
Nach einer turbulenten Suche nach der geeigneten Location, zahlreichen Problemen und Verzögerungen ist es in wenigen Wochen endlich soweit und die regionale Kultur- und Musikszene kann wieder aufatmen. Der KufA Verein hat mit der Stadt zunächst einen 10-Jahres-Vertrag abgeschlossen und wird mit 150 000 Euro jährlich bezuschusst. Auch die Chemie mit dem Westand stimmt und der Hunger nach aufregenden Events in authentischer Atmosphäre kann endlich wieder gestillt werden. Wir bedanken uns schon jetzt für unvergessliche Abende und durchzechte Nächte im Westen Braunschweigs.

Text Louisa Ferch
Fotos Benyamin Barhi, Louisa Ferch

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