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Speisen aus geretteten Lebensmitteln: Im Fairteiler Café Futter Teresa
wird serviert, was sonst weggeworfen würde.
LR Futter Teresa art
Jedes Jahr landen in Deutschland circa 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Dabei ist vieles, was wir wegwerfen, gar nicht verdorben, sondern erscheint uns nur optisch nicht mehr appetitlich genug. Vor allem Obst und Gemüse sind davon betroffen, die etwa ein Drittel des Lebensmittelabfalls ausmachen. Da wir uns in unserer Konsumgesellschaft nicht um Lebensmittelknappheit sorgen müssen, haben wir den Bezug zu unseren Nahrungsgütern verloren. Mit jedem Obst oder Gebäck, das im Müll landet, verschwenden wir so wertvolle Ressourcen wie Ackerboden, Wasser, Dünger oder Energie.
Seit 2012 setzt sich die gemeinnützige Initiative Foodsharing genau gegen diese Lebensmittelverschwendung ein, indem sie ungewolltes und überproduziertes Essen aus privaten Haushalten und Betrieben rettet. Diesem Nachhaltigkeitsgedanken widmet sich seit neustem auch das Fairteiler Café Futter Teresa – ein Projekt des Vereins Get Change Done e.V., das sich in Zusammenarbeit mit der Partizipationsplattform Sandkasten von der TU Braunschweig für mehr Lebensmittelwertschätzung einsetzt.
Wir sind neugierig auf das unterstützenswerte Konzept und statten dem fairen Café zur Eröffnung einen Besuch ab, das ab diesem Zeitpunkt jeden Donnerstag gegen die Lebensmittelverschwendung kämpft und einen gemütlichen Ort des kulinarischen Beisammenseins schafft.
Restlos glücklich
Von der Görderlingerstraße tauchen wir in die charmanteste und älteste Charakterpassage Braunschweigs ein – den Handelsweg. Dort, wo sich auf etwa 70 Metern Szenekneipen und abwechslungsreiche Geschäfte aneinanderreihen, findet auch Futter Teresa im ehemaligen Café Drei sein temporäres Zuhause und ist damit das erste Projekt des Sandkastens, das außerhalb des Campus stattfindet. Beim Betreten des kleinen Lokals überkommt uns ein heimisches Gefühl. Obwohl das Interieur vollständig vom Vorgänger übernommen wurde, erzeugt das naturverbundene Raumkonzept den Eindruck, ideal auf das gemeinnützige Projekt zugeschnitten zu sein. Derweil die selbstgebauten Tische und hippen Weinkisten den Nachhaltigkeitsgedanken optisch artikulieren, setzen warm-weiße Lichterketten und raumbelebende Pflanzen liebevolle Akzente, die den urbanen DIY-Look perfekt machen.
Noch knapp eine Stunde bis zur offiziellen Eröffnung: Während die ehrenamtlichen Helfer die letzten Vorbereitungen treffen, schwankt die Stimmung zwischen Entspanntheit und Nervosität. Immerhin interessieren sich über 750 Facebook-User für die Eröffnungsparty und keiner weiß, wie viele Gäste wirklich kommen werden.

Schon am Abend zuvor wurden die Lebensmittel, die von einem festen Foodsharingpartner abgeholt wurden, in liebevoller Teamarbeit zu leckeren Speisen zubereitet. „Wir improvisieren die Gerichte mit dem, was wir haben und uns zur Verfügung gestellt wird. Dabei kann natürlich auch der Fall eintreten, dass es nichts zu retten gibt, weil die Betriebe gut kalkuliert haben. Aber das ist dann auch gut so!“, erzählt uns Jill, Projektleiterin des gemeinnützigen Cafés. Auf der wechselnden Tageskarte stehen dabei meist vegetarische und vegane Gerichte, da vor allem Obst, Gemüse und Backwaren den größten Posten bei der Lebensmittelrettung ausmachen.

Zur Eröffnung präsentieren sich auf dem Tresen diverse Salate – von Linsen- über Gurken bis hin zu Obstsalaten – sowie unterschiedlichste Brotsorten mit selbstgemachten und kreativen Aufstrichen. Leckere, wunderschön angerichtete Speisen aus Zutaten, die anderenfalls in der Tonne gelandet wären. Da laut der Foodsharing-Philosophie auch kein Geld für gerettete Nahrungsmittel verlangt werden darf, sind die Speisen bei Futter Teresa natürlich kostenlos. Dennoch kann das gemeinnützige Projekt gern mit Spenden unterstützt werden, denn in der aktuellen dreimonatigen Projektphase werden die laufenden Kosten noch über die Fördermittel des Sandkastens getragen. Danach soll sich das nachhaltige Café allein über Wasser halten.
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Was bringt die Zukunft?

Damit es mit Futter Teresa auch nach dem Testlauf weitergehen kann, wird zurzeit der gemeinnützige Verein Get Change Done e.V. gegründet. „Wir planen, dass man bald über die Webseite für das Projekt spenden kann. Wir würden offenlegen, dass wir Summe X brauchen und die Leute können dann spenden, wenn sie möchten“, erklärt uns Ruben, Stadt- und Regionalmanager des Vereins. Doch auch Sponsoren und Förderer werden gesucht, die der sozialen Idee finanziell unter die Arme greifen. Aktuell ist das Futter Teresa vor allem auf ehrenamtliche Helfer angewiesen und sucht noch händeringend tatkräftige Unterstützung im Service, beim Kochen und Organisieren.

Aufgrund der aktuellen Lage öffnet Futter Teresa voraussichtlich ab dem 22. April wieder jeden Donnerstag von 11 bis 20 Uhr seine Türen für den Cafébetrieb. Außerdem plant das Team wechselnde Kulturveranstaltungen, Vorträge, Diskussionsabende und Workshops. Wir kommen auf jeden Fall wieder.

Text Denise Rosenthal
Fotos Louisa Ferch, Denise Rosenthal

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