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Szenekenner Falk-Martin Drescher über die Gesellschaftsdroge Alkohol
LR AdobeStock 277654931 c Robert Kneschke

Alkohol ist die einzige Droge, bei der man sich dafür entschuldigen muss, dass man sie nicht zu sich nimmt. So oder so ähnlich brachte es neulich jemand in einer abendlichen Runde auf den Punkt, als es um hochprozentigen Genuss ging. Ich weiß gar nicht, wie oft ich früher erklären musste, dass ich weder angeschlagen bin, noch irgendetwas anderes passiert ist – „nein danke, ich trinke einfach keinen Alkohol.“ Heute gibt es kaum noch unverständliche Fragen oder Blicke – was erfreulicherweise auch daran liegt, dass das Thema von Spirituosen ohne Umdrehungen mittlerweile deutlich präsenter ist.
Weg vom „besseren Traubensaft“
Von „Mindful Drinking“ oder „NOLO“ wird beispielsweise nunmehr gerne gesprochen. Das Akronym steht übrigens für „no and low alcohol“ – hierbei werden unterdessen nicht einfach nur einige alkoholfreie Biere beschrieben (by the way gibt es übrigens mittlerweile mehr als 700 unterschiedliche), sondern eine ganze Produktwelt, die immer weiter wächst.
Alkoholfreie Weine gibt es ebenfalls schon länger. Waren sie früher vielleicht eher der „bessere Traubensaft“, gibt es heute Weingüter und Start-ups, die wirklich achtbare Variationen an den Start bringen. Kolonne Null, NOOVI oder auch der neueste Trend, alkoholfreier Sekt, darunter zum Beispiel Hoppa Sparkling aus dem Hause Weinschwestern. Immer häufiger werden die Weine übrigens entalkoholisiert – und kommen dem „Original“, wenn man es denn so sagen möchte, beachtlich nahe.
Wir sprechen aber nicht nur von Weinen. Bacardi etwa rollte im vergangenen Jahr im großen Stile alkoholfreie Variationen auf den Markt und Gründungen wie Seedlip versuchen unterschiedlichsten Spirituosen mit alkohol-
freien Destillaten möglichst nahezukommen. Insgesamt tummeln sich auf dem Gin-Markt derweil schon einige spannende Marken.

Branche erkennt Null-Prozent-Trend
Reden wir über Non-Alc, reden wir nicht partout nur von Alkohol ohne Alkohol. Sollte es um neue, außergewöhnliche Geschmäcker gehen, bieten die Getränkekarten der einschlägigen Restaurants und Bars beispielsweise im Bereich Limonaden und Eistees eine oft deutlich facettenreichere Auswahl, als man es aus alter Zeit kennt. Cola, Sprite, Fanta und Wasser als einzige Alternativen ohne Umdrehungen auf der Karte der Bars – diese Zeit ist lange abgeschrieben.
Mit diesem Thema adressiert sind nicht nur die Fahrer:innen unter uns oder die, die aus medizinischen Gründen keinen Alkohol trinken. Über Alkohol als Nervengift müssen wir hier gar nicht sprechen, ich denke, die gesundheitlichen Gegebenheiten sind unlängst bekannt. Vielmehr ist es auch eine Überzeugungstat: Ich habe Lust auf gute Drinks, bleibe aber gerne Herr meiner Sinne und lebe auch gerne ohne die Kopfschmerzen am nächsten Morgen.

Dieses veränderte Bewusstsein haben sowohl die gastronomische Start-up-Szene als auch die großen Marken erkannt. Auch hiesige Gastronomien und Fachhändler:innen heben die Thematik in den Fokus – völlig selbstverständlich gibt es im Weinhandel wie dem neuen tomrobins auch eine smarte Beratung zu alkoholfreien Optionen.
Genauso selbstverständlich geht jener Genuss ohne Prozente hoffentlich weiter in das kollektive Bewusstsein über. Darauf ein Prosit.



Eine Kolumne von Falk-Martin Drescher
Der Braunschweiger Falk-Martin Drescher (31) ist Inhaber einer Kommunikationsagentur und engagiert
sich unter anderem als Vorstandsvorsitzender im Kultviertel. In seinem Newsletter
„The Dude“ informiert er wöchentlich über das Szeneleben der Region.

Fotos Kieper FilmFotografie, Robert Kneschke-stock.adobe.com

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