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Wir leben in einer Bierregion. Ob aus Fallersleben, Peine, Königslutter oder Braunschweig, ob Pils, Alt, Ale oder Weizen – zahlreiche große und kleine Brauer versorgen uns mit dem goldenen Gerstensaft in allen Formen und Farben, ob jung und modern oder traditionell und altbewährt.
LR Regionales Bier art
Was ist eigentlich wirklich des Deutschen liebstes Ding? Das Auto? Der Grill? Nein, in Wahrheit ist es doch jenes goldig-schäumende, prickelnd-frische, beruhigend-stimulierende und leicht euphorisierende Hopfengetränk, das uns rauschfördernd beim Feiern, als isotonische Erfrischung nach dem Sport oder als Feierabendabsacker das Leben versüßt. Die Deutschen kennen und lieben Bier mal kräftig-würzig, mal mild und süß oder erfrischend herb, mal mit mehr, mal mit flacher, mal mit hoher Schaumkrone. Es gibt helles, dunkles, braunes, orangenes, rotes, glasklares und naturtrübes Bier und vor allem so viele mehr Sorten als Pils, von denen der Otto-Normal-Biertrinker nie zu träumen wagte – auch in unserer Region. Auf den folgenden Seiten dreht sich daher alles um unser regionales Bier.
Hopfen und Malz – Gott erhalt’s
Jeder hat schonmal gehört, dass Bier aufgrund seiner Sauberkeit und Keimfreiheit im Mittelalter mehr getrunken wurde, als Wasser. Bilder von dickbäuchigen Mönchen in Klosterbrauereien, die mit roten Wangen in riesigen Holzfässern rühren, schweben uns vor Augen, wenn wir daran denken, dass auch unsere Region eine jahrhundertealte Brautradition besitzt. Allein in Braunschweig gab es über 300 Brauhäuser und um 1600 war die Bierwirtschaft zeitweilig der stärkste Wirtschaftszweig in der Stadt. In dieser Zeit, im Jahre 1627 um genau zu sein, begründete sich auch Braunschweigs bis heute bestehendes, größtes Bier-Aushängeschild, das Hofbrauhaus Wolters. Unseren beliebten Pilsener-Platzhirsch, der neben der Braunschweiger Oettinger-Brauerei heute die hiesige Bierverbreitung dominiert und nicht mehr aus der Stadt wegzudenken ist, kennt jedes Kind.
Das war mal anders. Einst gab es eine große Vielfalt an Brauereien und Marken, teils mit langer Tradition. Einige traditionsreiche Biere behaupten sich dank ihrer treuen Fan-, Trinker- und Genießerschaft bis heute und am regionalen Markt. Da gibt es beispielsweise die in vierter Generation geführte Peiner Familien- BrauManufaktur Härke, die Privatbrauerei Wittingen bei Gifhorn – seit dem 15. Jahrhundert in Familienbesitz – oder das schon 1640 erstmals in Königslutter gebraute Duckstein.
In Zeiten großer Konzernübernahmen scheint heute alles irgendwie miteinander verwoben. So hieß Oettinger in Braunschweig bis 2009 noch Feldschlößchen und war seinerzeit wichtigster Wolters-Konkurrent. Bis 2014 wiederum gehört Feldschlößchen zu Wolters selbst. Inzwischen ist das Bier Teil der Einbecker AG. Auch Härke koopereriert für sein Portfolio seit 2013 mit Einbecker, während Duckstein inzwischen vom Global Player Carlsberg geschluckt wurde ...
Noch eine weitere lokale Brauerei hat eine Übernahme hinter sich und ist dabei über die Jahrzehnte leider auf der Strecke geblieben. Die Braunschweiger National Jürgens Brauerei mit ebenfalls jahrhundertelanger Brautradition wurde 1977 Teil von Feldschlößchen. Die eigenen Marken, unter anderem Gala und Brunswiek Alt, verschwanden nach und nach. Seit 2016 sind die NJB-Brauerei und ihre Marken durch glückliche Umstände und Zufälle wieder zum Leben erwacht.
Altes Handwerk neu belebt
Und das deutsche Reinheitsgebot? Um ehrlich zu sein, kann man dabei heute von einem zu vernachlässigenden theoretischen Scheinkonzept sprechen, von einem Dogma, das in erster Linie der Vermarktung von Bier als deutsches Kulturgut dient. Die Illusion, Bier dürfe ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut sein, um wirklich rein und vor allem qualitativ erstklassig zu sein, ist nur ein Marketing-Tool. Tatsächlich finden eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, technischen Hilfsstoffen und Zusätzen im Brauereigeschäft Verwendung – besonders bei den ganz großen Marken: Künstliches Couleur, Klärmittel, Wuchs- und Hemmstoffe, Cellulosepräparate, Schaumstabilisatoren und vieles mehr. Übrigens: Nicht einmal harmloses Weizenbier erfüllt den Anspruch des Reinheitsgebots – schon im Mittelalter nicht.
Aber wir wollen euch den Genuss des goldenen Guts nicht vermiesen, sondern eher schmackhaft machen. Daher blenden wir das Fakegebot aus und widmen uns einem modernen Verständnis von Bier, der sich auch in der Region zunehmend verankert. Denn die Sache mit der Reinheit, Frische und außergewöhnlichen Qualität nehmen heute in besonderem Maße kleine Craft-Beer-Brauer ernst, die ihr Bier nicht in erster Linie als verkaufsfähiges Massenprodukt, sondern wie guten Wein oder Whiskey als sehr individuelles Genussmittel herstellen – natürlich mit entsprechendem Preis und kürzerer Haltbarkeit als die industriellen Einheitsbiere. Dafür werden keine Kosten gescheut und oft hoher Aufwand betrieben. Und die Sache zahlt sich aus, denn Craft Beer ist seit knapp zehn Jahren in aller Munde, als der „Homebrewing“-Trend wie so vieles zuvor aus den USA zu uns herüberschwappte. In der Region hat es sich allen voran das Gesellschafter-Quartett der neuen alten National Jürgens Brauerei zur Aufgabe gemacht, hochwertigstes Bier mit dem Gütesiegel „handgemacht“ an den Mann zu bringen. Die ambitionierten Brauer haben wir für dieses SUBWAY-Bier-Schwerpunktthema getroffen (nächste Seite).

Allen, die mehr über die hiesige Braukunst erfahren wollen, empfehlen wir die von der Stadt Braunschweig regelmäßig veranstaltete öffentliche Braunschweiger Bierführung (nächster Termin 14. Juni um 19 Uhr, Treffpunkt Touristinfo Innenstadt). Prost!

Text Benyamin Bahri
Fotos vencav, Pierell - Fotolia.com, Kerstin Lautenbach-Hsu

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