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Johannes Oerding

7. Juli | Friedrich-Kreiß-Weg 4,
Bürgerpark | BTHC-Gelände (BS)

Die 25. Sparkassen Open bieten vom 5. bis 14. Juli ein vielfältiges Programm mit Sport, Musik und Party. Ein Highlight der großen Jubiläumssause ist das Konzert von Johannes Oerding.
LR Presse 197 bea credit Marcel Schaar Art
Die Mischung aus Sport-, Musik-, Party- und Nightlife-Elementen ist in der Region einmalig: Das ATP-Challenger-Turnier Sparkassen Open gibt es bereits seit 25 Jahren. Die große Jubiläumsparty steigt am Samstag, 7. Juli, mit Gast-Star Johannes Oerding. Der gefeierte Pop-Künstler und Singer-Songwriter ist bekannt für seine Hits „Alles brennt“ und „Kreise“, widmet sich aber immer häufiger auch gesellschaftlichen oder politischen Themen. Uns erzählte er von seinem Engagement gegen Rassismus an Schulen, was er als Profisportler machen würde und warum ihm der umstrittene Musikpreis Echo nicht fehlen wird.
Du trittst in Braunschweig im Rahmen eines der größten ATP-Challenger-Turniere auf. Was ist deine Verbindung zu Tennis?
Ich habe als Kind und Jugendlicher selber Tennis gespielt. Leider hat es nur einmal zur Clubmeisterschaft in unserem Dorf gereicht. Ich bin froh, dass dann die Musik in mein Leben trat, denn ich hatte nie Lust, den Sandplatz abzuziehen (lacht).

Wenn du in einem alternativen Leben Profisportler wärst, welchen Sport würdest du ausüben und warum?
Ich wär wahrscheinlich wie viele gerne Fußballer. Ich spiele für mein Leben gerne, habe heute noch die ein oder andere Kicker-Runde und genieße auch Stadionbesuche bei meinem geliebten FC St. Pauli. Aber auch diesen Beruf hätte ich wohl nicht lange ausüben können, denn dafür trinke ich zu gern Alkohol und ernähre mich ungesund (lacht).

Aktuell bist du auf Open-Air-Tour, mit insgesamt rund 50 Auftritten – auch eine sportliche Angelegenheit. Wie bereitest du dich darauf vor?
Klar sind Liveshows auch anstrengend, sodass ich mich schon vor Tourneen immer extra darauf einstelle. Ich mache Ausdauersport und versuche, beweglich zu bleiben. Den Rest macht die Bewegung auf der Bühne von selbst.
Gibt es hinterher Urlaub?
Ich habe mir vorgenommen, dieses Mal direkt an einem neuen Album zu arbeiten und es kann gut sein, dass ich beides verbinde. Das heißt, vielleicht reise ich ein bisschen und schreibe dabei neue Geschichten auf.

Dein Album „Kreise“ hast du 2017 veröffentlicht. Themen, die du ansprichst sind etwa die Generation Tinder, Heimat oder Liebe. Welche Message ist dir besonders wichtig?
Ich versuche möglichst immer, über für mich relevante Themen zu singen. Die Liebe ist allumfassend immer dabei aber ich merke, wie ich mich öfter auch gesellschaftlichen oder politischen Themen widme.

Deine Songs sind oft sehr persönlich. In „Zwischen Mann und Kind“ singst du: „Ohne Musik kann ich es dir nicht sagen“. Bist du in privaten Gesprächen genauso ehrlich und offen?
Das ist sehr paradox bei mir. Ich kann auf der einen Seite nicht wirklich gut im eins-zu-eins-Gespräch über Gefühle sprechen aber vor vielen Tausend Menschen darüber singen. Das scheint wohl mein klassisches Ventil zu sein. Die Musik.
In „Weiße Tauben“ drückst du deinen Wunsch nach Frieden aus, auch hilfst du Schulen im Kampf gegen Rassismus. Wie wichtig ist es dir, dich politisch zu engagieren?
Sehr wichtig – und mein Interesse beziehungsweise mein Verantwortungsgefühl als Künstler, diese Themen zu forcieren, steigt immer weiter. Hat vielleicht auch mit dem Alter zu tun. Ich stelle einfach mich und das Leben im Allgemeinen mehr in Frage. Fakt ist, dass hier in Deutschland oder gar weltweit viel passiert. Vieles entwickelt sich in eine negative Richtung. Staaten und Menschen werden protektionistischer, egoistischer und engstirniger. Das macht mich traurig. Natürlich bin ich nicht naiv und weiß, dass alles sehr komplex ist aber die einfachsten Dinge wie Toleranz, Humanismus, Hilfsbereitschaft und Einfühlungsvermögen scheinen derzeit mehr und mehr auf der Strecke zu bleiben und das Fatale ist, dass es Menschen und Parteien gibt, die sich genau diese Destabilisierung auf die Agenda schreiben.

Die Echo-Verleihung stand dieses Jahr durch die Aussagen von Farid Bang und Kollegah mehr denn je in der Kritik, letztendlich wurde sie nach 27 Ausgaben sogar abgeschafft. Du warst nominiert. Wie ist deine Einschätzung?
Ich halte es für die richtige Entscheidung, diesen Preis einzustampfen und gegebenenfalls mit einer frischen Idee neu zu beginnen. Dazu müssen aber auch insbesondere wir, die Musikszene, beitragen. Wir Künstler müssen von unseren hohen Rossen runter und ohne Neid und Missgunst unsere eigene Liebe zur Musik feiern.
LR Presse 149 bea credit Marcel Schaar Art
Braucht es einen solchen deutschen Preis, beziehungsweise fehlt der Echo jetzt?
Mir fehlt er nicht! Was mir fehlt, ist das schöne Klassentreffen mit befreundeten Künstlern und Menschen aus der Branche drumherum, aber das kann man ja auch ohne TV-Kameras oder einen Preis organisieren.

Wie kann es passieren, dass derartige Eklats bei so einem wichtigen Preis zugelassen und nicht etwa Ethiker nach einer Einschätzung befragt werden?
Soweit ich weiß, gibt es ja seit 2013 einen Echo-Ethikbeirat, der für diese Problematik zuständig gewesen ist. Dass dieser die Situation falsch bewertet hat, ist nicht nur meine, sondern auch die Meinung vieler anderer, aufgrund dessen der Echo ja nun auch abgeschafft wurde. Auch, wenn es hierbei um Rap geht und es Teil der Hip-Hop-Kultur ist, sprachliche Grenzen auszutesten, wurde hier eine Linie überschritten. Das darf nicht toleriert werden.

Welche Künstler würdest du gerne selbst mal nominieren?
(überlegt) Puuh, das kann ich so nicht sagen. Es gibt zu viele gute Bands und Musik da draußen. Am Ende wird man doch eine Einstiegshürde wie eine Jury oder ähnliches brauchen, um Nominierte aus dieser Masse zu filtern. Aber ich bin mir sicher, dass es vielleicht mehr Kategorien geben könnte, die eher einem Kritikerpreis entsprechen.
Du bist schon lange erfolgreich. Was war dein bisher schönstes Konzerterlebnis?
Ich bin mein Leben lang Livemusik gewesen, habe auf tausenden Bühnen gestanden, großen und ganz kleinen. Da waren einfach zu viele Highlights dabei, als dass ich hier eins hervorheben könnte – aber wenn ich muss, dann sage ich: Hamburg Barclaycard Arena. Das war unser Tourabschluss im Jahr 2017 und all meine Freunde und meine gesamte Familie war mit dabei.

Was ist der Vorteil daran, wenn man deutsche Musik macht?
Die meisten Menschen verstehen sie und können so eher einen emotionalen Bezug zu dem Inhalt aufbauen.

Hast du ein Ritual, bevor du auf die Bühne gehst oder eines, nachdem der Auftritt dann vorbei ist?
Es gibt einen Ramazzotti für alle (lacht).

Was machst du, um nach einem stressigen Tag zu entspannen?
Fußball spielen oder Serien gucken.

Wo bist du gerade?
Auf dem Weg nach Berlin zum DFB-Pokalfinale, wo ich sowohl auftreten als auch das Finale gucken darf. Das ist die allerschönste Kombo.
Deine Alben erscheinen seit 2009 im Zweijahrestakt. Dürfen sich Fans nächstes Jahr auf eine neue Veröffentlichung freuen?
Das wird wohl leider nix. Dafür habe ich jetzt einfach live zu viele Termine und der Kopf ist noch mit so vielen anderen Dingen voll. Da muss ich erstmal nach dem Sommer wieder auf Reset drücken.

Interview Katharina Holzberger
Fotos Marcel Schaar

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