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Welcher Arzt stellt mir bitte das Rezept aus und in welcher Apotheke kann ich es erwerben?
Das Literaturfestival BS//LIEST gibt Auskunft.
Ein bisschen Fernweh steckt in jedem von uns, aber nicht jeder hat auch das nötige Kleingeld, sich seine Herzenswünsche zu erfüllen und fremde Länder zu bereisen. BS//LIEST hat eine passende Antwort parat: Bücher! Eben weil sie Reisen im Kopf ermöglichen, weil man spannende Menschen kennenlernen und ungeahnte Abenteuer erleben kann, lautet das diesjährige Motto „Grenzenlos“. Neben verschiedenen Lesungen und Autorengesprächen sind musikalische Inszenierungen dabei, ebenso wie ein Antiquariatsmarkt. Aber wie beschäftigen sich die 18 teilnehmenden Schriftsteller in ihren Werken mit dem weltoffenen Motto des diesjährigen Literaturfestivals? Wir haben die Werke von fünf Autoren auf Herz und Nieren geprüft und direkt nachgefragt.
LR Charlotte Wiedemann c Annette Daugardt Art

Bilder im Kopf
Das Werk der erfahrenen Auslandsreporterin Charlotte Wiedemann nimmt ihre Leser mit auf eine Reise ins ferne Mali. Das Überwinden von Grenzen spielt dabei eine zentrale Rolle. Bewusst oder unbewusst assoziiert jeder von uns etwas mit dem afrikanischen Kontinent – Gutes und Schlechtes. Mit solchen Vorurteilen räumt Wiedemann auf: Sie sieht sich als Übersetzerin, die auf der „geistig-kulturellen Grenze zwischen der westlichen und islamischen Welt vermittelt“, erzählt sie uns im Interview. Das wirklich Spannende am Buch „Mali oder das Ringen um Würde“ ist, dass Wiedemann ihre Informationen aus erster Quelle hat. „Mein Buch über Mali habe ich den Menschen gewidmet, die beim Versuch, die Grenze nach Europa zu überwinden, ums Leben kamen.“

Termin
1. März | Mali oder das Ringen um Würde
Haus der Kulturen
bs-liest.de
LR Mitja Vachedin c Pavel Metelitsyn Art

From Russia with Love
In Mitja Vachedins Debütroman verschwimmt die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit: Sein Protagonist teilt mit dem Autor nicht nur den Vornamen, sondern auch seine Lebensgeschichte, die er als „rot-blau-weißes Zahnpastaleben“ bezeichnet. Zentral ist Vachedin zufolge nicht die Handlung in „Engel sprechen Russisch“, sondern das, was sich im Kopf des Lesers abspielt. Allerdings sieht er das Motto des Literaturfestivals sehr kritisch. „Grenzenlos ist eine schöne Illusion und vielleicht der Titel des nächsten Schlagers von Helene Fischer“, so Vachedin. Seiner Meinung nach spiegelt die gängige Definition eher den deutschen Pauschaltourismus als die aktuelle politische Entwicklung wider. In diesem Zusammenhang zitiert er den russischen Sänger Wyssozki: „Die schönsten Blumen wachsen zwischen Staatsgrenzen auf neutralem Boden.“

Termin
4. März | Engel sprechen Russisch
Raabe-Haus: Literaturzentrum
bs-liest.de
LR Martin Schauble c Angela Kirschbaum Art

Von der Realität eingeholt
Martin Schäuble
recherchierte 15 Jahre lang in rechten Milieus. Dieses geballte Wissen nutzt er, um seinen Lesern die Konsequenzen populistischer Parolen und einer rechtspolitischen Ideologie vor Augen zu führen. In seinem Roman hat die neue Regierungspartei „Neue Alternative“ eine Grenze eingeführt, mit der sich Deutschland von der Außenwelt abschottet. Protagonist Anton bewacht die Mauer, ist innerlich aber zerrissen zwischen nationalem Selbstverständnis und geliebten Menschen, die nicht in das neue Weltbild passen. Als Anton im einzigen Auffanglager als vermeintlicher Flüchtling ein Attentat verüben soll, wird er vor die Wahl gestellt … Obwohl es sich bei Schäubles Buch um eine Dystopie handelt, hat seine Erzählung die fiktive Grenze überschritten: Als „Endland“ im April 2017 fast im Druck war, schmiedeten drei rechtsextreme Bundeswehrsoldaten den Plan, getarnt als syrische Flüchtlinge Anschläge zu verüben.

Termin
7. März | Endland
Stadtbibliothek
bs-liest.de
LR Isabel Fargo Cole Simona Lexau Art

Niemand hat die Absicht, eine Grenze zu errichten
In „Die grüne Grenze“, dem Werk der amerikanischen Übersetzerin und Autorin Isabel Fargo Cole, gibt es verschiedene Hindernisse zu überwinden: Zunächst die von der Natur gegebene Grenze des Dörfchens Sorge, dann das damalige DDR-Grenzgebiet mit Wachtürmen, knurrenden Hunden und Schießanlagen und schließlich die Grenzen des Sagbaren. Die Romanfigur Thomas folgt Honeckers Worten, dass es „auf dem Gebiet von Kunst und Literatur keine Tabus geben“ kann und beginnt einen Roman über die innerdeutsche Grenze im Harz zu schreiben. Der alltägliche Umgang mit dem Grenzgebiet belastet die Protagonisten zunehmend und führt zu einer Sehnsucht, physische und zwischenmenschliche Grenzen zu überschreiten. Auch im 21. Jahrhundert ist das Thema „Grenzenlos“ in Coles Augen hochaktuell. Sie erklärt uns: „Es wird immer schwieriger, sich von den Problemen anderer Länder oder innerhalb der eigenen Gesellschaft abzuschotten.“

Termin
13. März | Die grüne Grenze
Buchhandlung Benno Goeritz
bs-liest.de
LR Maja Nielsen c privat Art

Eisberg direkt voraus!
Die Grenzen zwischen Raum und Zeit überschreitet die als Lesekünstlerin des Jahres 2013 ausgezeichnete Maja Nielsen in ihrem Werk „Titanic: Entdeckung auf dem Meeresgrund“. Hinter der mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio verfilmten Liebesschnulze steht eine der größten Katastrophen der Seefahrtsgeschichte. In ihrem Sachbuch erzählt die Schriftstellerin packend, was in der Nacht vom 14. April 1912 geschehen ist. Gleichzeitig lässt sie die Suche nach dem gesunkenen Grand Hotel wieder aufleben, das jahrzehntelang verschollen schien. Aber wie spürt man in den endlosen Tiefen des Meeres überhaupt irgendetwas auf? Dem Expeditionsteam um Meeresforscher Jean-Louis Michel ist das Unglaubliche gelungen. In Nielsens Buch berichtet der Franzose zum ersten Mal vom ergreifenden Moment, als die Titanic wie aus dem nichts auf ihrem Radar auftauchte.

Termin
6. März | Titanic: Entdeckung auf dem
Meeresgrund | Haus der Marinejugend
bs-liest.de
 LR Antiquariatsmarkt4 c Ursula Saile Haedicke Art
VERBORGENE SCHÄTZE

Am Literaturfestival BS//LIEST nehmen auch die Antiquariate der Löwenstadt teil.

Jeder, der mit Antiquariaten eingestaubte und langweilige Bücher assoziiert, wird eines besseren belehrt! Ganz nach dem diesjährigen Motto „Grenzenlos“ werden im Rahmen des Braunschweiger Antiquariatsmarkts und des „Literarischen Streifzugs“ durch Braunschweigs Innenstadt sogar in der Heimat Grenzen überschritten. Der Antiquariatsmarkt bietet den Besuchern zum dritten Mal infolge die Möglichkeit, die ungeahnte Vielfalt antiquarischer Bücher zu entdecken. Dagegen können während des lehrreichen und unterhaltsamen Streifzugs literarische Schauplätze der Stadt aus neuer Perspektive betrachtet und mehrere Antiquariate genauer unter die Lupe genommen werden. Auf geht‘s Leute – der Eintritt ist bei beiden Veranstaltungen kostenfrei!
Fünf Gründe, warum man ein Braunschweiger Antiquariat aufsuchen sollte:
1. In Braunschweig hat man die Qual der Wahl: Vom Auktionshaus mit alten und wertvollen Drucken über das gut sortierte und teils als Veranstaltungsstätte genutzte allgemeine Antiquariat bis zum winzigen urigen Lädchen, das auch für den kleinen Geldbeutel Lesestoff und Sammlerschätze bietet. Jedes von ihnen hat ein vielfältiges Angebot, das manchmal sogar durch besondere Schwerpunkte ergänzt wird.

2. Man findet in Antiquariaten Druckwerke, für die es im Buchhandel keinen Platz mehr gibt: Rares und Kurioses, künstlerisch Gestalterisches genauso wie inhaltlich Bedeutungsvolles, Provozierendes und Unerwartetes. Vielleicht entdeckt man beim Stöbern sogar die Erstausgabe von Moby Dick oder die geheimen Notizen des Halbblutprinzen?

3. Ich kriege immer wieder Gänsehaut, wenn ich ein antiquarisches Geschäft betrete. Die Atmosphäre und der Geruch sind einmalig. Nirgends fällt es einem leichter, die Welt um sich herum einfach auszublenden.

4. Man trifft auf nerdige Gleichgesinnte und kann sich uneingeschränkt über ein Buch austauschen, das man als letztes gelesen hat. Die Buchtipps, die man dort bekommt, sind Gold wert.

5. „Support your local book dealer!“ – wir sollten alle einen Beitrag dazu leisten, den Großkonzernen mit unserem Handeln ein wenig die Stirn zu bieten. Unsere lokalen Buchgeschäfte und Antiquariate sollen uns schließlich so lange wie möglich erhalten bleiben …
LR Antiquariatsmarkt2 c Ursula Saile Haedicke Art
BS//Liest

3. März / Braunschweiger Antiquariatsmarkt /
Braunschweigisches Landesmuseum
14. März /
„Literarischer Streifzug“ durch Braunschweigs

Innenstadt / Treffpunkt: Hagenmarkt

Text Viktoria Mitjuschin
Fotos Annette Daugardt, Pavel Metelitsyn, Angela Kirschbaum,
Simona Lexau, Privat, Ursula Saile-Haedicke, Katharina Holzberger

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