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20191123 Preisverleihung 33. Braunschweig International Film Festival Nizar Fahem Web 0033

Zehn Preise hat das Internationale Filmfestival Braunschweig am Samstagabend bei der Preisverleihung im Großen Haus des Staatstheaters vergeben, darunter eine neue Auszeichnung, den FrauenFilmpreis „Die TILDA“.

 

„Die Europa“ für Mario Adorf
Der Hauptpreis des Festivals, „Die Europa“, ging an Mario Adorf. Das Festival ehrte den Schauspieler für seine herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur. Den mit 20.000 Euro dotierten Preis stiftet Volkswagen Financial Services. Mario Adorf nahm den Preis persönlich entgegen. Die Laudatio hielt der Regisseur Dominik Wessely.

 

Der „Weiße Löwe“ für Helmut Zerlett
Der „Weiße Löwe“, der Lebenswerkpreis für einen renommierten Filmkomponisten, ging an den Kölner Helmut Zerlett. Regisseur Wolfgang Groos hielt die Laudatio auf den Filmkomponisten, Keyboarder und Bandleader.

 

Publikumspreis „Der Heinrich“: „The Best of Dorian B.“ von Anke Blondé
Den Publikumswettbewerb um den besten europäischen Debüt- oder Zweitfilm, gewann die belgische Regisseurin Anke Blondé mit „The Best of Dorian B.“, der turbulent-komischen Geschichte einer Frau, die zwischen Job, Kindern und wenig treuem Mann, ihre Träume erst wiederentdecken muss.
Den mit 10.000 Euro dotierten Preis stiftete der Hauptsponsor des Festivals Volkswagen Financial Services. Das Preisgeld geht zu gleichen Teilen an die Regisseurin und einen deutschen Verleih.
 
Volkswagen Financial Services Filmpreis: „In My Skin“ (Farming) von Adewale Akinnuoye-Agbaje
Preisträger des Volkswagen Financial Services Filmpreises mit einem Preisgeld von 10.000 Euro ist „In My Skin“ (Farming) von Adewale Akinnuoye-Agbaje. „Ein komplexes Porträt über den Verlust der Identität, Einsamkeit und die Wurzel von Wut und Grausamkeit. Eine moderne Geschichte über eine vergessenen Vergangenheit, die gegen ein soziales und nationales Stigma kämpft mit einem überragenden Cast und einzigartigem Drehbuch“, urteilte die Jury mit der polnischen Regisseurin Olga Chajdas, dem französischen Elektro-Pop-Duo The Penelopes und Dr. Frank Woesthoff, Leiter Unternehmenskommunikation Volkswagen Financial Services.
Die Jury sprach außerdem zwei lobende Erwähnungen für „Sole“ vom italienischen Regisseur Carlo Sironi sowie „I am lying now“ vom polnischen Regisseur Paweł Borowski aus.

 

Frauenfilmpreis „Die TILDA“: „Lovemobil“ von Elke Margarete Lehrenkrauss
„Die TILDA“, den neuen Frauen-Filmpreis, gewann „Lovemobil“ von Elke Margarete Lehrenkrauss. Ihr Dokumentarfilm über Sexarbeiterinnen in Wohnmobilen an niedersächsischen Landstraßen, sei „ein Film der leisen Töne, der sich Zeit nimmt und sehr private Einblicke in das Gefühlsleben der Protagonistinnen gewährt. Er lässt uns unmittelbar teilhaben an den Hoffnungen und Ängsten, der Einsamkeit und Verzweiflung der Frauen“.

Mit dem neu eingeführten Preis verfolgen die 65 Stifterinnen aus Braunschweig das Ziel, filmschaffende Frauen in ihrer Diversität sichtbar zu machen. „Die TILDA“ ist mit 5.000 Euro Preisgeld dotiert.

Eine lobenswerte Erwähnung ging an „Adam“ von Maryam Touzani. Die marokkanische Regisseurin erzählt am Beispiel zweier Frauen, was es heißt, als Frau und Mutter in einer patriarchalischen Gesellschaft zu leben. Die marokkanisch-französische Produktion feierte in Braunschweig ihre Deutsche Premiere.

Die Jury bildeten Prof. Heike Klippel (HBK Braunschweig), Frauke Korbmüller (Produzentin „Systemsprenger“), Joanna Łapińska (Transatlantyk Festival Łodź), Dr. Maxa Zoller (Internationales Frauenfilm Festival Dortmund | Köln) und Dr. Wiebke Westermeyer (eine der TILDA Stifterinnen)

Queerer Filmpreis Niedersachsen: „Als wir tanzten“ (And then we danced) von Levan Akin
Der schwedische Regisseur Levan Akin erhilelt den „Queeren Filmpreis Niedersachsen“ für sein Drama „Als wir tanzten“ (And then we danced). Die Jury mit Christopher Kühne (Perlen Team Hannover), Lucie Veith (Netzwerkkoordinatorin für die Belange intergeschlechtlicher Menschen in Niedersachsen), Edith Ahmann (Geschäftsführerin Frauen- und MädchenGesundheitsZentrum Region Hannover e.V.), Mirja Janine Sachs (Vorstandsmitglied im QNN für den Bereich Trans*) und Jan Kühnemund (Medienwissenschaftler).

Die 5.000 Euro Preisgeld stehen je zur Hälfte der Regie und dem Verleih für queere Filmarbeit zur Verfügung. Der Queere Filmpreis wird gefördert mit Mitteln des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Rahmen der Kampagne „Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* in Niedersachsen“.

Green Horizons Award: „Green Warriors: Paraguay‘s Poisoned Fields” von Martin Boudot
Den mit 2.500 Euro dotierten „Green Horizons Award“ für den besten Film zum Thema Nachhaltigkeit ging an „Green Warriors: Paraguay‘s Poisoned Fields” des französischen Journalisten und Dokumentarfilmers Martin Boudot.

Die Jury mit Regisseurin und Vorjahresgewinnerin Jasmin Herold, Filmjournalistin und Herausgeberin des „Grünen Kinohandbuchs“ Birgit Heidsiek und Roland Makulla (oeding print gmbh) lobte „Green Warriors“ als einen „Film, der uns die Augen öffnet, uns angeht, bewegt – und nachhaltig zum Nachdenken anregt. Es geht um Ausbeutung, Ungerechtigkeit, Zerstörung und den Mut, sich dagegen zu wehren“. Boudots Film sei „erschütternd und zugleich ermutigend, denn er zeigt, dass Menschen etwas bewegen können, wenn sie sich gemeinsam gegen Unrecht auflehnen“. Die Reihe „Green Horizons“ wird von der Unternehmensgruppe Oeding gesponsert.

Deutsch-Französischer Jugendpreis KINEMA: „Mein Ende. Dein Anfang.“ von Mariko Minoguchi
Der Deutsch-Französische Jugendpreis KINEMA ging an „Mein Ende. Dein Anfang.“ von Regisseurin Mariko Minoguchi. Den Preis vergibt eine junge Jury aus drei Deutschen und drei Französinnen im Alter von 16 bis 17 Jahren. Die Jury zeigt sich beeindruckt von der Art, wie die Geschichten der beiden Hauptprotagonisten verflochten sind: „Besonders ist der sich immer wieder schließende Kreislauf, dessen Teilstücke sich erst im Kopf des Zuschauers zusammensetzen. Die Vielfalt der Charaktere ermöglicht es jedem sich individuell mit der Handlung zu identifizieren. Der Zuschauer wird die ganze Zeit über von einer emotionalen Spannung eingenommen, in der Tod, Schmerz, Frust, Hoffnung und Humor zusammenspielen“. Den Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, unterstützen u.a. das Land Niedersachsen und das Deutsch-Französische Jugendwerk.

 

Heimspiel-Preis: „Lovemobil“ von Elke Margarete Lehrenkrauss
Der Heimspiel-Preis für den besten Film der „Heimspiel“-Reihe ging an „Lovemobil“ von Elke Margarete Lehrenkrauss. Ein „Heimspiel“ sei „Lovemobil“ für Braunschweig, befand die Jury mit Produzentin Julia Dordel, Schauspieler Johannes Kienast und Produzent Jan Philip Lange, „da der Film in dieser Region entstand und die Wohnwagen und -mobile am Rand der Landstraßen typisch und alltägliches Erscheinungsbild sind. Durch Elke Margarete Lehrenkrauss‘ Film bekommen wir als Zuschauer Einblicke in das Leben der Frauen, deren Leben sich dort abspielt.“ Den Preis unterstützt Volkswagen Financial Services mit 1.000 Euro.

 

Eine SUBWAY-Bildergalerie gibt es hier.

Text Internationales Filmfest Braunschweig / Kerstin Lautenbach-Hsu
Foto Nizar Fahem

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