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DESiMO im Interview |

Der Spezial-Club ist ein Dauerbrenner, wenn vor der Bühne keiner weiß, was kommt, hinter der Bühne die Vorfreude wächst und auf der Bühne dann der Funke
bei dem ganz speziellen Mix aus Comedy, Satire, Poetry, Zauberei und Musik auf das Publikum überspringt.
Den Spezial-Club gibt es nun seit 15 Jahren. Wie schafft man es, 15 Jahre „spezial“ zu sein?
Das ist immer wieder eine Herausforderung, klar. Aber ich bin ganz wach, offen und interessiert an Neuem. Zum Beispiel war ich letztens beim Quatsch Comedy Club als Moderator und kannte einen der Kollegen gar nicht. Dabei war das der Sieger der Talentschmiede: Ein super Typ, sehr frisch und lustig. Den habe ich natürlich gleich eingeladen. Sobald ich etwas Neues entdecke, will ich, dass die Braunschweiger das auch kennenlernen. Egal ob Stand-up, Satire, Kabarett, sogar ab und zu im Varieté-Bereich – überall schaue ich, ob irgendwo eine neue Welle entsteht oder gute Kollegen neu durchstarten. Es ist mir wichtig, dass wir immer wieder neue Leute entdecken und dann entsprechend aufbauen. Damit das Publikum dann später merkt: „Hey, den habe ich schon vor einem Jahr im Spezial-Club gesehen und jetzt ist das so eine große Nummer!“ Das ist schon öfter gelungen. Bei Sascha Grammel oder Chris Tall zum Beispiel. Wir bieten als Überraschungsshow heute schon den Humor und die Stars von morgen ...

Es kommt also bei den Shows darauf an, dass man sich auch immer wieder inspirieren lässt?
Ich finde, wenn es mein Herz erreicht und auch lustig ist, dann muss es bei uns auf die Bühne. Mein Geschmack ist breit gefächert, das macht den Spezial-Club mit aus: die Abwechslung! Es gibt die reinen Stand-up-Shows: Ein Comedian erzählt was, geht weg und dann kommt der nächste, erzählt was und so weiter. Man hat am Ende vier Männer, die was erzählt haben. Bei uns ist es wichtig, dass es ein wilder Mix ist, der doch passt – von Stand-up-Comedy bis zu Kabarett, mal satirisch, scharf, böse – dann aber auch wieder albern und danach kommt eine lustige Musiknummer. Oder ein lustiger Jongleur tritt auf, ein Bauchredner ist dabei oder ein abgedrehter Schlagzeuger irritiert das Publikum, bis es einfach lachen muss. Wir möchten in unseren Shows überraschen.
Wie kann man das Braunschweiger Publikum beschreiben?
Das darf ich als Hannoveraner gar nicht sagen, aber die Braunschweiger sind meist besser drauf. Das ist keine Schleimerei, sondern Beobachtung. Braunschweig ist bereit, sich auf eine große Bandbreite von Überraschungsshowgästen einzulassen. Wir haben es in einigen Städten versucht. In Braunschweig, und jetzt auch Wolfsburg, da läuft es, auch als Überraschungsshow. In Celle haben wir es versucht, aber die wollten lieber wissen, wer kommt. Seit wir dort ankündigen, wer auftritt, kommt auch das Celler Publikum. Braunschweig ist offenbar experimentierfreudiger und uns sehr gesonnen, von Anfang an und bis heute. Hoffentlich noch lange, denn es gibt so viele tolle Comedians.

Welchen Stand hat Kleinkunst bei uns? Ist es schwierig, das Publikum für so was zu begeistern?
Das Wort ist super ätzend. Kleinkunst klingt einfach so nebenbei, wie eine nebensächliche Kleinigkeit. Soweit ich weiß, ist es so entstanden, dass in den Theatern die Darsteller, die auf der großen Bühne bewundert wurden, dann gesagt haben: „Ich geh mal in den kleinen Saal und mache eine Lesung“, oder so etwas, damit die Leute sie nah erleben. Es war also „Kunst im Kleinen“. Dadurch entstand dann irgendwie Kleinkunst. Schade eigentlich, dass das ein schon fast abwertender Begriff ist. Dabei ist „ganz nah dran“ doch gerade toll! Ich glaube, im Moment muss erst mal alles „Event“ sein. Es ist das Gefühl wichtig, dass man nichts verpassen darf. Eigentlich erfüllen wir das. Nur nicht so oberflächlich. Bei uns ist die Show ja jedes Mal komplett anders. Die Künstler sind in der Zusammenstellung noch nie aufgetreten und kommen so wahrscheinlich auch nie wieder zusammen. Dadurch sind wir auch alle besonders wach, angespannt und haben Spaß. Am schönsten ist es natürlich, wenn sich das dann hochschaukelt und mit dem Publikum zusammen dieses Eventgefühl ensteht, dieses gemeinsame „das-erleben-wir-nur-heute-hier“. Wir sind nicht das Fernsehen. Das Live-Gefühl macht es aus. Das ist dann echte gute Unterhaltung.
Wie hat sich denn das Publikum verändert?
Oft kommt das klassische Kleinkunst-Publikum. Unter der Woche geht ja nicht jeder aus, weil er am nächsten Tag wieder zur Arbeit muss. Am Wochenende wäre es einfacher. Bei unseren Dienstagen sind wir doch immer sehr froh, wie gut wir besucht sind. Es kommen auch immer wieder neue Zuschauer, die von uns gehört haben. Es ist aber ganz unterschiedlich, in welche Richtung das geht – Comedy ist ja nichts, was auf eine Generation festgelegt ist. Es kann auf der einen Seite super aktuell, cool, hip und auf der anderen Seite auch zeitlos sein und deshalb so großartig. Letztendlich sind Show und Publikum total bunt gemischt. Wir freuen uns über jeden, der kommt und einfach nur mal lachen und Spaß haben will.

Wie zieht man die Digital Natives in diese klassische Comedy-Szene?
Es geht gerade eine neue Internetseite an den Start: „giggel“. Also fast wie google, nur mit kichern …
Da haben sich 40 Comedians zusammen getan und laden Content hoch. Das soll genau diese Gruppe abholen. Da bin ich auch mit dabei und kann den Spezial-Club unterbringen. Das kostet echt viel Zeit, sich diesen neuen Bereich zu erarbeiten.

Man braucht ja Social Media heutzutage.
Ja, klar. Das ist komplett anders als noch vor zehn Jahren. Ich bleibe dran, einige unserer Gäste sind da richtig fit: Maxi Gstettenbauer, Alain Frei oder ganz extrem Chris Tall. Der war vor zwei Jahren schon in Braunschweig als Überraschungsgast und ist online inzwischen vernetzt ohne Ende.

Sobald ich etwas Neues entdecke, will ich, dass die Braunschweiger das auch kennenlernen. Egal ob Stand-up, Satire, Kabarett, sogar ab und zu im Varieté-Bereich – überall schaue ich, ob irgendwo eine neue Welle entsteht oder gute Kollegen neu durchstarten.

Wenn du dir einen Abend mit Künstlern gestalten, und diese vollkommen frei auswählen könntest, wer müsste auf jeden Fall dabei sein?
Das ist so spontan wirklich unglaublich schwer zu beantworten! Ich glaube, es wäre Victor Borge dabei, den wahrscheinlich die Allerwenigsten noch kennen. Er war ein klassischer Pianist aus Dänemark, der dann zum Komiker wurde und gleichzeitig mit klassischer Musik auf höchstem Level gearbeitet hat. Der ist unglaublich komisch. Dann gab es einen sehr guten Texter, Sänger, Tom Lehrer aus New York, der hat richtig böse Texte geschrieben mit sehr tollem Klavierspiel dazu. Ich könnte aus dem Stand-up- und Kabarett-Bereich natürlich alle möglich Leute nennen. Wenn ich die Auswahl hätte, würde ich die wählen, die ich live nicht mehr erleben kann. Was ich jetzt gar nicht unbedingt bräuchte, sind diejenigen, die man eh dauernd im Fernsehen sieht. Also Kaya Yanar, Chris Tall, Atze Schröder oder Luke Mockridge. Die sieht man ja sowieso überall. Ich will lieber überraschen und eben etwas zeigen, was man noch nicht kennt oder sich freut, es noch einmal zu sehen.
LR Desimo 01 Art
Hast du ein Lieblingsweihnachtslied?
Ich bin tatsächlich nicht so weihnachtlich. Als Kind fand ich immer „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ sehr lustig. Ich habe mir immer vorgestellt, dass ein Pferd weggelaufen ist. Das habe ich auch laut gesungen: „Es ist ein Ross entsprungen“. Fand ich sehr komisch, aber ich war auch sehr klein.

Nimmst du dir für das neue Jahr etwas vor?
Also, nicht als Vorsatz für das neue Jahr, sondern eher grundsätzlich. Das, was du am Anfang gefragt hast – wie kann man denn die ganzen Jahre frisch bleiben und immer wieder neue Ideen finden. Das ist natürlich das, was ich mir immer für das neue Jahr vornehme – wach bleiben, Trends mitkriegen, selber gute Ideen kreieren und einfach weiter Spaß haben und machen. Das ist sehr allgemein, aber das ist genau das, was mich auch antreibt. Und versprochen: Die kommenden Mix-Shows sind gut!

Text: Kathleen Kalle
Fotos: Nikolaj Georgiew

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