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Christian Salzmann macht mit PooPick der Plastikverschwendung
beim Hundekotaufsammeln ein Ende.
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Trotz all der Freude, die süße, wuschelige Vierbeiner einem bereiten, wenn sie schwanzwedelnd einem Stöckchen hinterherrennen und einen treu auf Schritt und Tritt begleiten – im Schnitt machen Hunde auch zwei ordentliche Haufen pro Tag, die es geruchs- und konsistenzmäßig ganz schön in sich haben. Dennoch ist es die Pflicht eines jeden Herrchens oder Frauchens, dieses tolle Ausscheidungsprodukt ordnungsgerecht zu entfernen und zu entsorgen – schöne Scheiße. Beim Spazierengehen kann man immer wieder beobachten, wie pflichtbewusste Gassi-geher nach dem Geschäft ihres tierischen Begleiters eine Plastiktüte aus der Tasche kramen und den Hundehaufen einsammeln. Für alle hundelosen Menschen da draußen eine kurze Erklärung: Üblicherweise nimmt man den kleinen Beutel, greift damit das Häufchen und lässt es mit einer mehr oder weniger einfachen Umkrempel-Bewegung in den Tiefen der Tüte verschwinden, knotet sie zu und trägt das Kotpäckchen – wenn man Pech hat – noch einen halben Kilometer mit sich rum, bis man einen Mülleimer gefunden hat. Christian Salzmann, ehemaliger Hunde-Daddy sowie Gründer des Braunschweiger Start-ups PooPick, saß eines Tages mit zwei Freunden zusammen, hat genau diesen Vorgang beobachtet und dachte sich: „Das muss auch ohne Anfassen und vor allem ohne Plastik gehen.“ Nach einem dreiviertel Jahr des Ideensammelns und -entwickelns kam Ende 2018 endlich PooPick raus – eine innovative Möglichkeit zum umweltfreundlichen und kontaktlosen Entfernen von Hundekot.
„In Deutschland gibt es mittlerweile etwa zehn Millionen Hunde. Da kommen schätzungsweise 15 Millionen Plastiktüten pro Tag zum Einsatz – das ist eine unfassbar große Menge an Plastik“, meint Christian. Zwar ist es gut und wichtig, dass Gassigeher sich um die Entsorgung der Haufen kümmern, denn Hunde können von den Fäkalbakterien krank werden und niemand tritt gerne rein und hat den Mist an den Schuhen. Die Methode mit Plastikbeuteln, wie sie auch von Stadt und Land durch Hundestationen mit kostenlosen Tüten unterstützt wird, ist jedoch für die Umwelt richtig übel: „Eine Plastiktüte enthält im Schnitt 50 Milliliter Erdöl sowie die dazugehörige Packung Chemie. Nach Entsorgung wird der Beutel verbrannt. Mit einem Auto mit durchschnittlichem Verbrauch könnte man mit dieser Menge insgesamt 3 850 Mal um die Erde fahren. Pro Jahr! Und nur in Deutschland! Das ist doch Wahnsinn, oder?“, erzählt Christian mit voller Überzeugung. Auch Kotbeutel aus biologisch abbaubaren Materialen sind mehr Schein als Sein, denn auch die werden letztendlich verbrannt – der versprochene Nutzen durch eine Kompostierung tritt gar nicht erst ein.

„PooPick besteht deshalb komplett aus Holz – Recycling-Papier und Holzreste. Das ist reine Biomasse und in der Verbrennung somit klimaneutral“, so Christian, der auch lange Zeit in der Tiermedizin arbeitete. Die Farbe des Aufdrucks ist zudem wasserlöslich und der Kleber der Picker besteht aus Kartoffelstärke. Die Papp-Picker werden ausschließlich in Deutschland hergestellt und in einer Behindertenwerkstatt von Hand gefaltet – „somit ist PooPick auch ein soziales Produkt“, erklärt Christian im SUBWAY-Interview. Mit einer gekonnten Handbewegung klappt er das kleine Papp-Päckchen auf und steckt es zu einer Art Mini-Baggerschaufel zusammen. Mit nur einer Hand können die beiden Teile ineinandergeschoben und Bellos Hinterlassenschaft aufgesammelt werden, ohne damit in Berührung zu kommen. Sind beide Teile zu einer kleinen Box zusammengebastelt, gibt es einen Verschluss zum Zumachen und selbst bei Hunden, die möglicherweise an einem Reizdarmsyndrom leiden, suppt nichts durch das feste Recycling-Papier hindurch.
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Obwohl die Idee zu PooPick in Braunschweig gewachsen ist, kamen Hundestationen der sauberen und ressourcenschonenden Notdurft-Entfernung erstmals auf der Nordseeinsel Wangerooge zum Einsatz. Mittlerweile haben Berlin, Frankfurt am Main und Langenhagen nachgezogen. „Unser Ziel ist es, den Hundebesitzern das nachhaltige Gassigehen so einfach wie möglich zu machen. Deshalb bauen wir gerade die lokale Verfügbarkeit aus“, meint Christian. Noch gibt’s die umweltfreundliche Kot-Schaufel hauptsächlich online zu kaufen, zukünftig soll es in vielen weiteren Städten und Parks Spender geben.
Bisher wird PooPick sehr gut angenommen: „Viele möchten schlichtweg keine Plastiktüten mehr benutzen und freuen sich richtig über eine Alternative“, freut sich der PooPick-Gründer. Eigentlich auch klar, denn es ist an der Zeit, den Plastik-Vermeiden-Gedanken deutlich weiterzuspinnen, als im Supermarkt auf die Tüte zu verzichten. Zukunftsorientierte Hundebesitzer können in Sachen Nachhaltigkeit zusätzlich beim Futter ansetzen – Christian arbeitet auch diesbezüglich an neuen Ideen. Ernährt sich der fellige Vierbeiner etwa an einem Tag in der Woche fleischlos, werden wieder über zehn Millionen Dosen pro Tag eingespart. Die Summe macht’s!

Text Louisa Ferch
Fotos PooPick

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