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Das modernste Forschungsschiff der Welt

34 Tage und 12 000 zurückgelegte Kilometer: Für SUBWAY berichtet die gebürtige Braunschweigerin Laura Wolter vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg von ihrer Fahrt auf dem neugebauten Forschungsschiff Sonne. Mit an Bord: 40 Wissenschaftler aus sechs Instituten und sieben Ländern. Die Fahrt ging von Auckland bis in die subarktische Beringsee auf 60°N und endete in Dutch Harbor, dem größten Hafen der Aleuten – samt Äquatortaufe, Albatrossen und ganz viel Wasser …

Nach 20 Monaten Bauzeit wurde das hochmoderne Forschungsschiff Sonne im Juli 2014 getauft. Seine Einsatzgebiete sind der Indische und der Pazifische Ozean. Durch die Fahrten sollen Fragen zum Klimawandel, die Folgen des Eingriffs in die Ökosysteme und der Versorgung mit marinen Rohstoffen geklärt werden. Dafür ist es erforderlich, große Mengen Wasser an Bord zu verarbeiten. Speziell zu diesem Zweck wurde ein Messgerät, die CTD-Rosette, konstruiert, die am Äquator regelmäßig Wasserproben nahm und Messdaten erfasste. „Das ICBM beschäftigt sich unter anderem mit den ‚unsichtbaren‘ marinen Bakterien, die einen sichtbaren Einfluss auf das Klima der Erde haben. Um diese zu untersuchen, wurden große Mengen Wasser an Bord verarbeitet, die über die CTD aus bis zu sechs Kilometern Tiefe geholt wurden. Einige Parameter wie die Bakterienzahlen oder deren Aktivität wurden direkt an Bord gemessen, für andere Fragestellungen wurden die Bakterien auf einem kleinen Filter gesammelt und bei minus 80°C tiefgefroren mit zurückgenommen, um sie dann zu analysieren“, berichtet Laura, die mit einer Gruppe von Mikrobiologen von Mai bis Juni auf der Sonne unterwegs war.

Braunschweigerin Wolter vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) Oldenburg Forschungsschiff Sonne Gruppenbild

Nachdem wir den Äquator gequert hatten, wurde der Pazifik immer produktiver, es gab viel mehr Albatrosse zu sehen und in der Ferne wurden einige Wal-Blasen gesichtet.

Pflicht für alle Neulinge an Bord war die Äquatortaufe. „Diese fand erst einige Grad Nord vom Äquator statt. Neptun war sehr erbost, da wir ungewaschen den Äquator überquert haben. Wir wurden also direkt mit Äquatorwasser und Äquatorsediment gesäubert.“ Die Reise nach Alaska führte das Team nicht nur an den Berührungspunkt von Nord- und Südhalbkugel, sondern auch durch verschiedene Zeitzonen. Zwischenzeitlich befand sich das Schiff auf der Datumsgrenze bei 0°N/S und 180°W/E, die Reisende, wenn sie mit Ostkurs überquert wird, einen Tag in die Vergangenheit schickt. „Das hat ein wenig zu Verwirrungen geführt, da ich meinem Bruder zum Geburtstag gratulieren wollte“, lacht Laura. Eine andere Besonderheit auf See war die Nähe zur Natur fernab der Menschen: „Nachdem wir den Äquator gequert hatten, wurde der Pazifik immer produktiver, es gab viel mehr Albatrosse zu sehen und in der Ferne wurden einige Wal-Blasen gesichtet“, erzählt die gebürtige Braunschweigerin.

ICBM Oldenburg Krabbe

Im Norden des Pazifik schwimmt auch der größte Müllstrudel der Welt, der über 140 Millionen Tonnen Plastik fasst. Obwohl die Sonne sich während der Reise weit abseits der Zivilisation befand, konnte die Crew dessen Ausmaße von Bord aus erkennen. „Eine Wissenschaftlerin aus Wien sammelte auf der Fahrt Plastik in einem Netz, um die Bakterien darauf zu untersuchen und die Plastikbesiedlung des Nord- und Südpazifik zu vergleichen. Südlich vom Äquator fing sie allerdings nicht ein kleines Plastikstückchen. Im Norden sah das ganz anders aus: Auf der vorletzten Station hatte sie neben vielen kleinen Plastikstückchen zufällig eine ganze Plastikflasche im Netz, die vollkommen mit Algen überwuchert und von kleinen Krabben besiedelt war.
Laura ist inzwischen wieder an Land, die Ergebnisse der Forschungsfahrt werden nach und nach an den Heimatinstituten ausgewertet und zu einem Gesamtbild über die Bakterien des Pazifik zusammengefügt. Aktuell steuert die Sonne auf das japanische Tomakomai zu. Ihre genaue Position ist unter www.marinetraffic.com zu finden.

Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) Oldenburg Forschungsschiff Sonne
Braunschweigerin Wolter vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) Oldenburg

Text: Katharina Holzberger
Fotos: BMBF, Matthias Wietz, Privat

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