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Eine kleine Biermusik

24. August bis 12. September/

Wolters Applaus Garten (BS)

Die Jazzkantine lädt zum neuen Streich: „Eine kleine Biermusik“ läuft vom
24. Augst bis zum 12. September im Wolters Applaus Garten.
KF Christian Eitner Schanz c Marc Stantien art
Ob im Stadion, am Ballermann, zum Feierabend, beim BBQ oder einfach beim gemütlichen Beisammensein im Park – für ein kühles Bier findet sich immer eine Gelegenheit. Mit steigenden Temperaturen steigt proportional auch der Durst auf ein erfrischendes Helles oder fruchtiges Mixgetränk und die Lust darauf, in einem urigen Biergarten beisammenzusitzen und die sommerliche Atmosphäre zu genießen. Eben jener Ort gehört auch zu den Plätzen, an die wir uns während der Lockdown-Monate am meisten gesehnt haben. Auch das Kreativ-Duo Christian Eitner und Peter Schanz hat von einem schaumig-kalten Getränk geträumt, als sie die Idee für ihr neues Musikprogramm entwarfen. „Da ist wohl die Vorfreude darauf in uns schon hochgesprudelt“, lacht Christian Eitner beim SUBWAY-Interview im Prinzenpark – dabei hält er selbstverständlich ein Wolters in der Hand.
Schon in der Vergangenheit hatten sich die beiden musikalischen Kreativköpfe immer wieder von der Historie der jeweiligen Veranstaltungslocation, in die sie ihre Stücke brachten, für inhaltlichen Stoff inspirieren lassen. Heraus kam diesmal „Eine kleine Biermusik“ – eine klangvoll-unterhaltsame Hommage an Deutschlands beliebtesten Drink, die passenderweise auf dem Gelände des Wolters Hofbrauhaus aufgeführt wird. An rund 20 Abenden besingen Eitner und Schanz gemeinsam mit den üblichen Verdächtigen der hiesigen MusikerInnen-Schar Cappuccino, Tom Bennecke, Andy Lindner, Heiner Schmitz, Christian Winninghoff, Maike Jacobs und Louie den Wolters Applaus Garten sowie das titelgebende Gebräu. Vom Jingle-Medley über altbekannte Sauflieder hin zu Popklassikern wie etwa „Alkohol“ von Herbert Grönemeyer kommt alles auf die Applaus Bühne, was mit dem Trinken zu tun hat – sogar die Braukunst wird erläutert. Trotz all des feuchtfröhlichen Spaßes, den uns Alkohol bereitet, ist damit aber nicht nur zu scherzen – auch die Schattenseiten der Volksdroge werden in „Eine kleine Biermusik“ beleuchtet.
Bierische Legenden
Zwar hat jede Region so ihr Lieblings-Hopfengetränk, letztlich ist es aber auch egal, ob mit Weizen, Pils, Kölsch, Alster oder Pale Ale angestoßen wird, denn beim gemeinsamen Trinkgenuss geht es ja vor allem um die Geselligkeit. Mit jedem Schluck wird die Zunge lockerer – was im Biergarten erzählt wird, bleibt im Biergarten.
Auch Christian Eitner philosophiert beim Plausch im Prinzenpark über die Rolle des Biers in der Gesellschaft – schließlich zieht es sich wie ein roter Faden durch alle sozialen Gefilde; Jung und Alt trinken gleichermaßen gerne und in rauen Mengen. Im vergangenen Jahr 2020 trank jeder Deutsche rund 95 Liter! Man munkelt, der Hopfensmoothie stoße außerdem eine gute Portion Dopamin aus und mache deshalb glücklich.
In mittelalterlichen Zeiten wurde der Gerstensaft sogar als Medizin verabreicht. Auch Braunschweig hat eine große, alte Biervergangenheit: „Im Mittelalter gab es hier tatsächlich über 300 kleine Privatbrauereien“, weiß Christian Eitner, der die vergangenen Monate und die Konzert-Pause genutzt hat, um sich im Stadtarchiv mit Braunschweigs Biertradition zu beschäftigen. Gleichzeitig arbeitet er aber auch schon am nächsten großen Jazzkantine-Stück „Der
Diamantenherzog und das brennende Schloss“ – ein Hip-Hop-Musical, das kommenden April ans Staatstheater kommen soll.
Der eigentliche Hopfen-Experte des neuen Musikprojekts ist allerdings Peter Schanz, der ursprünglich aus Bamberg kommt und als Franke quasi im Bierfass aufgewachsen ist. „Tatsächlich besaß seine Großmutter eine Bierschenke!“, meint Christian. Weil das Bier sozusagen Peters Zuhause ist, wird er für „Eine kleine Biermusik“ erstmals auch auf der Bühne agieren – eine unerwartete Premiere!
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Auf den Sommer!
„Eine kleine Biermusik“ ist die erste Produktion des Erfolgs-Kollektivs Jazzkantine seit ihrer Zeitreise in die 90er-Jahre mit „Hyper! Hyper!“ in 2019. Anschließend folgte eine große Deutschlandtour. Im vergangenen Jahr wollten Christian und die Band ohnehin eine kleine Pause einlegen, sodass Corona bestehende Pläne nur bedingt durchkreuzte – bis auf die bedauerliche Absage des Wintertheaters. „Deswegen haben wir sehr lange nicht mehr gespielt. Wir freuen uns sehr, aber haben auch Respekt davor“, gibt er zu. Eigentlich ist die musikalische Truppe die großen Bühnen des Staatstheaters sowie den verdunkelten Saal gewohnt. „Die Garten-Atmosphäre ist für uns ein völlig neues Format. Gleichzeitig war das aber auch der Reiz für uns, das Stück zu schreiben“, so das Jazzkantinen-Mitglied. Letztendlich ist es aber auch genau die lockerflockige und feuchtfröhliche Leichtigkeit, auf die wir so lange verzichten mussten, die wir nun mit dem Bier-Liederabend im Wolters Applaus Garten erleben können.
Die Proben zur „Kleinen Biermusik“ laufen inzwischen auf Hochtouren, Songs und Ideen wurden gesammelt und kleine spielerische Szenen entworfen. „Nun müssen wir nur noch alles in ein Jazzkantine-Gewand bringen“, verspricht Christian – und zur Handschrift der Jazzkantine gehört neben Blues, Rap und Gitarre auf jeden Fall auch eine schöne Portion Humor und Spaß bei der Sache. „Vielleicht fließt auch das ein oder andere Bier auf der Bühne“, schmunzelt Eitner. Ein Gläschen in Ehren kann schließlich niemand verwehren. Prost!

Text Louisa Ferch
Fotos Marc Stantien, Louisa ferch

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