Geneses

1. Dezember / Jolly Time (BS)


„Europas größte Genesis Tribute Band“ kommt am 1. Dezember nach Braunschweig. Geneses stellen sich der Aufgabe, das einzigartige musikalische Erbe der weltberühmten und einflussreichen Supergroup so authentisch und detailliert wie möglich auf die Bühne zu bringen – und haben damit Erfolg.
KF Senator c 2 art
Hits wie das melancholisch-verträumte „In Too Deep“, tanzbare Popnummern wie „Land of Confusion“, „Jesus He Knows Me“ und „Invisible Touch“ oder der weltweite Charthit „I Can’t Dance“ säuseln doch jedem irgendwie noch im Ohr herum. Zu Recht, denn Genesis‘ ganz individuelle, komplex, klug und kreativ komponierte Mischung aus Progressive, Rock und Pop gibt es so kein zweites Mal. Zwischen 1967 und 2007 hat die Band um die beiden Musikgenies Phil Collins und anfangs noch Peter Gabriel Geschichte geschrieben, die die Braunschweiger Coverband Geneses heute nacherzählt. Mit dem unscheinbaren Pinnwand-Aushang „Musiker für Genesis Tribute-Band gesucht. Professionelle Einstellung vorausgesetzt“ startete das Tribute-Projekt vor vier Jahren. Mit ihrer authentischen Darbietung von Songs aus der gesamten Genesis-Ära hat das Quintett seither bundesweit Konzertsäle gefüllt. Wir haben uns mit Drummer Kim Schwarz, Sänger und Zweitdrummer Alex van den Berg und Gitarrist Kai Hildebrand unterhalten.
Was ist das Faszinierende und Zeitlose an der einzigartigen Musik von Genesis? Und warum funktionieren die Songs heute noch genauso gut wie damals?
Die Musik ist unglaublich facetten- und abwechslungsreich. Sie hat ein starkes theatralisches Element und es gibt kaum Songs, die sich über die Jahre abgenutzt haben, da selbst die Hits keinem simplen Mainstreamschema folgen, wie es heute ja oft der Fall ist. Jedes Instrument kommt wirklich zur Geltung. Bei den Liedern steht nicht nur der Sänger oder Gitarrist im Fokus, sondern jeder Musiker hat eine tragende Rolle. Das ist in der Rockmusik selten zu finden. Wenige Bands wie zum Beispiel Toto oder Marillion machen das so.

Warum sind die beiden Alben „The Lamb Lies Down on Broadway“ und „We Can’t Dance“ die besten und coverwürdigsten Longplayer der Band?
Diese beiden Alben symbolisieren für uns die verschiedenen Schaffensperioden am zutreffendsten. „Lamb“, das letzte Album mit Peter Gabriel, war künstlerisch höchst ambitioniert und „Dance“, das letzte mit Phil Collins, das wohl kommerziell erfolgreichste. Ein schöner Kontrast.
 

Was ist die größte Herausforderung beim Covern von Genesis-Songs?
Genesis-Musik ist höchst anspruchsvoll was Harmonik, Rhythmik, Melodien und Form betrifft, obwohl es sich dem Hörer nicht aufzwängt und stets songlich eingesetzt wird, zum Beispiel „Turn It On Again“, einer von Genesis‘ ersten Radiohits, ist ein Dreizehn-Achtel-Takt. Normalerweise komplett radiountauglich. So wie ihn Genesis anstellt, merkt der Hörer aber nichts von der rhythmischen Komplexität und kann ganz einfach mitklatschen. Sowas zu spielen ist eine sehr schöne Herausforderung, da jeder Musiker hier an seine Grenzen kommt und daran wachsen kann.

Wie bringt ihr da euren eigenen Style und eure eigene Note mit rein?
Damit man über einen langen Zeitraum Spaß an der Sache hat, muss man viel von sich selbst einfließen lassen und sich das Songmaterial zu eigen machen. Dadurch entsteht im Detail auch wieder etwas Neues. Kai hat neben Genesis Einflüsse von Dreamtheater, Yngwie Malmsteen und Toto, was sein Spiel in vielen Nuancen beeinflusst. Alex will nicht wie Phil Collins oder Peter Gabriel klingen, sondern klingt wie er selbst, ohne sich zu verstellen. Und Kim kombiniert das markante Schlagzeugspiel von Phil Collins und dem Genesis-Tourschlagzeuger Chester Thompson mit seinem eigenen Stil.

Ist euch auch ein Genesis-Look wichtig?
Wir übernehmen den Look von Genesis gar nicht. Wir machen keine Double-Show sondern eine musikalische Hommage, in der wir sehr viel Wert auf die Detailtreue, den Sound und die Liveshow legen, um dem Zuschauer eine moderne Interpreation auf höchstem Niveau zu liefern. Wir stellen uns immer die Frage: Wie würde Genesis das heute machen – im Rahmen unseres Budgets (lachen).

Bands mit zwei Drumsets sind extrem selten und absolut nicht die Regel. Wie meistert ihr das?
Uns hat es sehr viel Übung gekostet und beim Spielen erfordert es eine enorme Disziplin. Man muss ein gemeinsames Timingverständnis entwickeln. Die Schlagzeugparts werden nicht einfach nur gedoppelt, sondern vieles ergänzt sich und ist sehr detailliert arrangiert. Beim Publikum kommt das sehr gut an. Dafür bekommen wir nach den Konzerten viel Lob. Das Drum-Duett ist für viele Zuschauer ein Highlight unserer Show.

„Die Musik ist unglaublich facetten- und abwechslungreich“

Wie ist überhaupt so das Feedback gestandener Genesis-Fans gegenüber eurer Darbietung?
Gerade die Hardcore-Fans kommen regelmäßig nach der Show zu uns und bedanken sich für die musikalische Zeitreise. Sie haben Genesis zum Beispiel 1978 live gesehen und schildern uns, wie stark sie sich zurückversetzt gefühlt haben. Für uns ist es eine Ehre, direkt mit dem Original verglichen zu werden und dann auch noch gut abzuschneiden.

KF 20170401 Lokpark Geneses RK13179 c Rudiger Knuth art
Ihr legt viel Wert auf sensibel ausgesteuerten Sound. Wie stellt ihr das an, bei immer neuen Konzertsälen?
Wir haben mittlerweile eine komplette und gut eingespielte Tourcrew für Tontechnik, Licht und die ganzen Instrumente. Ohne unsere Crew wäre ein Auftritt in der Form gar nicht mehr machbar. Unser Tontechniker setzt sich intensiv mit dem Genesis-Sound auseinander. Da steckt am Mischpult eine Menge Detailarbeit hinter, zum Beispiel mit Hall- und Soundeffekten. Das könnte kein Fremder ohne Vorbereitung. Weiterhin streben wir an, dass in jeder Stadt jeder Zuschauer die gleiche Qualität geboten bekommt. Daher bringen wir grundsätzlich unsere eigene Anlage mit, sodass die einzige Variable am Abend der Konzertsaal ist, an den wir uns anpassen müssen.
KF 20170401 Lokpark Geneses RK13474 c Rudiger Knuth art
KF 20170401 Lokpark Geneses RK13481c Rudiger Knuth art
KF Geneses RK15207c Rudiger Knuth art
KF Geneses RK15310c Rudiger Knuth art
Wie kriegt ihr die jungen Leute, die Genesis vielleicht überhaupt nicht kennen?
Die Kids von heute lernen durch die moderne schnelle, digitale Produktion, ausgelegt für den kurzfristigen Konsum, gar nicht mehr kennen, was auf Instrumenten alles so möglich ist. Wenn Sie dann diese Musik hören, werden sie auf den Facettenreichtum erst aufmerksam. Viele können sich dann tatsächlich dafür begeistern.

Ihr seid super viel unterwegs. Wie schafft ihr es, so flächendeckend aufzutreten?
Unser Manager Fabian Piekert hat extra für Geneses eine Konzertagentur gegründet und organisiert mittlerweile an die 50 Shows für uns im Jahr selbst. Alle Beteiligten sind mit sehr viel Herzblut dabei und wir versuchen ständig, uns weiterzuentwickeln. Wir sind sehr dankbar für das Erreichte, aber wir haben noch sehr ambitionierte Ziele.
Unterscheiden sich die Fans und die Reaktionen des Publikums regional?
Erstaunlicherweise nimmt uns der „kühle Norden“ immer sehr warmherzig und begeistert auf. Emden, Aurich, Lübeck, Flensburg … Highlights auf jeder Tour.

Habt ihr Phil Collins oder andere Genesis-Mitglieder mal getroffen?
Wir konnten 2015 den ehemaligen Gitarristen Steve Hackett vor einem seiner Konzerte treffen. Das war für uns natürlich ein sehr besonderes Erlebnis. Kai hat vor seiner Geneses-Zeit den Bassisten Mike Rutherford auf einer Aftershowparty getroffen und mit ihm angestoßen, während er nur in Unterhose vor ihm stand. Auch unvergesslich.

Worauf können sich die Fans bei eurem Braunschweig-Gig am 1. Dezember im Jolly Time freuen?
Das alte Jolly Joker ist eine unglaubliche Konzertlocation, die endlich wieder aktiv ist. Wir werden circa eine Stunde neues Programm mitbringen und haben auch unsere Lichtshow stark erweitert. Die Band ist in bestechender Form. Es gibt im Anschluss für alle Zuschauer eine 80s/90s Aftershowparty in der Kultdisco. Wir freuen uns tierisch drauf. In unserer Heimatstadt Braunschweig ist jedes Konzert ein Highlight.

Interview Benyamin Bahri
Fotos Rüdiger Knuth, Fabian Piekert, Senator

User Rating: 0 / 5

instagram

subway_magazin
Da ist sie endlich, die Juni-SUBWAY! ☀️ . Dieses… https://t.co/UZRcC53ylr
subway_magazin
Am 19. Mai eröffnet die… https://t.co/0NiD5aKEtn
Follow subway_magazin on Twitter

SUBWAY Newsletter

 

Mit SUBWAY verpasst Du kein Event mehr in Braunschweig und der Region. Hol Dir unseren Newsletter!

Kontakt

SUBWAY – Eine Region, ein Magazin

#Redaktion

oeding magazin GmbH
Erzberg 45
38126 Braunschweig

Telefon: 0531-48015-134
Telefax: 0531-48015-79
E-Mail: info@subway.de

Durch Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Weitere Informationen über Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.