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Final Impact

9. März / FBZ Grille (GF)
 
Die Gifhorner Jungs von Final Impact verpacken Sozialkritik nicht nur in dynamischen Gute-Laune-Skate-Punk, sondern
schlagen auch gern ernstere Töne an. Ein Gespräch über ihre Konzerterfahrungen, Nazis und ein Mixtape für Angela Merkel.

KF Final Impact Till c Andre Markwirth Art

Die Band Final Impact bringt mit ihren energiegeladenen Liveshows mittlerweile seit acht Jahren Punkrock-Freunde über die Region hinaus zum beherzten Pogen. Nach ihrem tosenden Debüt-Album „Turn The Page“ haben sich die Gifhorner neu formiert und arbeiten eifrig an ihrer zweiten Platte. Wie die klingen wird, haben wir Sänger Till, Schlagzeuger Jonas und Bassisten JC gefragt.

Wie seid ihr zum Punkrock gekommen?
Jonas
Zum Punkrock bin ich gekommen, als ich gemerkt habe, dass Metal kacke ist (lacht). Ich habe viele Jahre in der Metal-Szene verbracht und war da unzufrieden. Mit der Punkrock-Szene habe ich wesentlich bessere Erfahrungen gemacht.
JC Musik habe ich immer gemacht. Mit fünf hatte ich schon musikalische Früherziehung und habe jahrelang super schlecht Trompete gespielt. Später habe ich erst mit Gitarre und Bass gefangen. Zum Punkrock bin ich mit 17-18 gekommen. Das hat mich auf eine ganz neue Art angesprochen, weil du da einfach über alles schreiben kannst, das finde ich geil.
Till Ich habe mit acht mit Schlagzeugspielen angefangen, weil meine Klassenlehrerein der Meinung war, ich sei zu aggressiv. Mich hat ein Kumpel auf dem Skateplatz auf Punkrock gebracht. Seitdem hat der mich total aufgesogen.

Wo findet ihr Inspiration für eure Texte?
JC Unterschiedlich. Mal ist es so, dass man eine Idee oder Zeile im Kopf hat und plötzlich läuft es, man überlegt nicht lange rum und hat direkt eine Seite vollgeschrieben. Und manchmal denkt man sich auch: Hm, eigentlich sage ich nicht, was ich sagen wollte. Das Thema des Songs wird einem auf einmal präsenter. Mich inspirieren im Endeffekt Sachen, die mich interessieren: Ein Buch, ein abstrakter Gedanke oder einfach eine Geschichte, die ich erlebt habe.
Till Bei mir sind es Dinge, die mir oder Leuten in meiner Umgebung widerfahren, alles, was so im Leben passiert. Ich schreibe keine fiktiven Geschichten. Zumindest bislang nicht. Kann allerdings auch sein, dass Songs, die ich aufgrund einer anderen Person geschrieben habe, sich auch irgendwie in mir widerspiegeln. Das ist dann ganz interessant zu beobachten.
JC Was Till meint, ist, dass ein Song für ihn in einer anderen Situation auf eine andere Weise auch Sinn ergibt. Ich glaube, gute Songs funktionieren aus verschiedenen Blickwinkeln, das ist die Kunst dabei.
Was stinkt euch an Nazis?
JC Es sind halt Nazis. Die ganze Nazidenke raff ich nicht ab. „Es war schon immer so“ ist einfach Bullshit. Mich stört diese Denkweise. Tradition ist für gar nichts eine Rechtfertigung.
Till Ich kann nicht nachvollziehen, weswegen man über eine fremde Person urteilen darf, nur weil sie augenscheinlich anders aussieht oder andere Kulturen auslebt als man selber. Dazu gibt es kein Recht auf dieser Welt.
Jonas Die Welt ist bunt und das ist geil und interessant an ihr.

Was sagt ihr zum aktuellen politischen Zustand?
Till Es ist traurig, dass die Richtung immer mehr nach rechts schlägt, was andererseits wieder viel Futter für Punkrock gibt, weil man jetzt zusammenhalten muss, um dagegen anzustinken.
JC Ich finde, es ist zurzeit so schwierig, weil, na klar müssen wir diesen Nazi-Wichsern zeigen, was wir von ihnen halten. Aber andererseits müssen wir ja auch eine konstruktive Diskussion führen. Ich habe den Eindruck, dass das momentan weder global noch in Deutschland stattfindet. Es geht immer mehr nur darum, seine Meinung auf Twitter rauszukotzen. Die Leute reden irgendwie gar nicht mehr miteinander, sondern sie schreien aneinander vorbei. Wenn man die Twitter-Nachrichten liest, fragt man sich: Was ist da eigentlich los?
Till Das ist das Gefährliche in Zeiten des Internets. Jeder hat die Möglichkeit, etwas zu sagen, was er sich sonst nicht trauen würde. Weil du die gewisse Distanz zu den Leuten hast, die die Nachrichten empfangen. Du traust dich, Sachen zu sagen, die du Leuten auf der Straße nie sagen würdest.
Was waren eure geilsten Konzerte bisher?
JC Rock im Allerpark! Da durften wir als Support für die Donots spielen. Das war mit Abstand unser größtes Konzert. Das Altstadtfest Gifhorn 2016 war auch geil, da wir eigenständig den Schütte-Parkplatz vollgekriegt haben, was locker 300 Leute gewesen sein müssen.
Till Und das Honky Tonk Festival 2013 in Wolfsburg, da haben wir zwei Sets gespielt. Beim ersten war kaum eine Sau da und in der Pause hatten wir eigentlich schon gar keinen Bock mehr. Aber als wir dann zum zweiten Set rausgegangen sind, war der Saal komplett voll mit etwa 500 Leuten.
Jonas Das Konzert in Tschechien im letzten Jahr war auch sehr cool. Die Leute da kannten uns gar nicht und trotzdem war es gut gefüllt und alle hatten mega Bock und Spaß.
JC Es war einfach eine geile Show.
Till Die Tschechen sind da irgendwie noch anders drauf als die Deutschen.

Habt ihr die Donots kennengelernt?
Till Man hat sie backstage nicht sehr häufig angetroffen. Eine coole Sache war aber, dass Guido sich unsere komplette Show von der Seitenbühne aus angeschaut hat.
JC Nach ihrem Auftritt kam er noch mal zu uns und meinte, dass er sich unsere Platte auf Spotify angehört hat und wir so weitermachen sollen.

es geht nicht mehr nur um Saufen und Mädchen

Eure Lieblingssongs auf „Turn The Page“?
Jonas „Passed Out“, weil der live einfach super viel Spaß macht und ein guter Partysong ist.
JC „Don‘t Trust Anyone“, weil er das ganze Ding als Platte perfekt abrundet.
Till Bei mir ist es auch „Don‘t Trust Anyone“ (High five mit JC)! Weil sich der Song komplett von den anderen auf dem Album abhebt und ich die Grundstimmung sehr gerne mag. Leider haben wir ihn noch nie live gespielt.

Eure nächste Platte ist schon fast fertig?
Till Wir sind gerade in den Endzügen der Produktion. Einige Songs davon spielen wir zurzeit schon live, aber ein paar komplett neue sind auch drauf. Mit dem Veröffentlichungsdatum ist das immer so ein Ding ... Aber allzu lange wird es nicht mehr dauern (grinst).

Wie klingen eure neuen Songs?
Till Die Songs sind jetzt wesentlich ernster geworden, es geht nicht mehr nur um Saufen und Mädchen oder so, sondern um Themen, über die man sich mittlerweile einfach mehr Gedanken macht. Die aktuelle Besetzung hat den neuen Songs noch einmal den Schub gegeben, den sie gebraucht haben.
KF Jc Maximilian von Unwerth Art
Die Band gibt es seit acht Jahren. Spielt ihr eure Lieder vom Anfang noch genauso wie früher?
JC Als wir angefangen haben, war ich 17. Es wäre schlimm, wenn ich die Songs noch eins zu eins so spielen würde wie damals. Als Bassist habe ich mich ja auch weiterentwickelt.
Jonas Das geht?
JC Fick dich! Ich denke schon.
Till Natürlich spielen wir die alten Songs noch. Heutzutage klingen sie besser. Aber wenn wir sie spielen, erinnert uns das immer noch an die Zeit zurück.

Wie kommt ihr nach Konzerten wieder runter?
Till Ich brauche nach einem Konzert immer noch ganz kurz Zeit für mich, aber danach gehe ich wieder unter die Meute.
JC Ist bei mir ähnlich, manchmal finde ich es aber auch geil, wenn man sich nach einem kompletten Konzertabend alles noch mal durch den Kopf gehen lässt, weil man da erst wirklich die Ruhe dafür hat.
Jonas Direkt nach der Show ist es bei mir auch so, dass ich kurz entspannen möchte und dann kurz im Backstage bin oder draußen, um nicht direkt den nächsten Krach auf die Ohren zu bekommen. Danach aber den Abend mit den anderen Bands bei einem Bier genießen.
 Wo und mit wem würdet ihr gern mal spielen?
JC Ich will definitiv ein Konzert im Weltraum spielen, mit Jonas, weil er da keinen Bock drauf hat. Der Rest ist mir dann auch egal (lacht).
Till Mit den Beatles auf der Warped-Tour.
Jonas Mit Deez Nuts in Australien.

„Final Impact“ heißt auch ein Kick-Boxer-Film von 1992 und einer von 2016, in dem die Erde durch ein Wurmloch in ein anderes Sonnensystem rutscht, mit apokalyptischen Bedingungen und Feuer-Hagel. Was liegt euch näher?
Till Eher Letzteres, weil in unserer Laufbahn vieles zu Bruch gegangen ist oder sich Leute verletzt haben. Ich erinnere mich da etwa an einen Nasenbruch im Hallenbad (alle lachen).

Was war da los?
Till Wir haben beim Honky Tonk in Wolfsburg beim letzten Song eine Wall of Death gemacht. Einer hat dann seine Brille verloren und hat sich gebückt, um sie zu suchen. Und einer direkt vor ihm hob die auf, kam wieder hoch und haute ihm mit seinem Hinterkopf schön auf die Zwölf. Unabsichtlich natürlich. Das Ganze gibt es jetzt auf Video aus vier Blickwinkeln, die Show wurde nämlich mitgeschnitten (lacht).
Wenn ihr ein Mixtape für Angela Merkel machen würdet, was wäre auf jeden Fall drauf?
JC Sex Pistols – „God Save The Queen“.
Jonas Chefdenker – „Schlau in die Krise rein, schlau wieder raus“. Oh, und „Splitter von Granaten“ von Adam Angst!
Till Auch „Splitter von Granaten“ und Sido – „Halt dein Maul“ wegen der witzigen Zeile in der letzten Strophe (lacht).

Was würdet ihr gern über Final Impact lesen?
JC Spielt ein Konzert im Weltall – Schlagzeuger übergibt sich.
Till Finde ich gut.

Was habt ihr dieses Jahr noch vor?
Till Zurzeit hängen wir ziemlich in der neuen Platte drin. Dazu wird noch ein Video kommen. Mit frischem Merch gehen wir dann auf Tour. In diesem Zuge werden wir auch unseren neuen vierten Mann vorstellen. Also ein volles Jahr.
KF rock im allerpark crowd c Maximilian von Unwerth

Interview Evelyn Waldt
Fotos Constantin Iliopoulos, Maximilian von Unwerth, Andre Markwirth

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