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Braunschweigs fröhlichste Latin-Popband Moreiba bringt euch sommerlich durch den Winter.
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Dass die coronabedingte Veranstaltungsflaute für so manche leergefegte Konzertsäle und deprimierte Künstler sorgt, ist in den vergangenen Monaten an niemandem spurlos vorbeigegangen. Oft merkt man auch erst, wie sehr einem die Live-Musik fehlt, wenn man sie einmal wieder erlebt – den vibrierenden Bass in der Brust, das Knistern in der Luft und die sich langsam entspannende Stimmung im Raum spürt. Glücklicherweise gibt es hier und da vereinzelte Formate, die einem dieses einst so vertraute Gefühl für ein, zwei Stunden schenken. Möglich macht es beispielsweise das Kufa Haus mit seiner Afternooner-Reihe Rhythm & Snacks, wo sonntagnachmittags regionale Bands über die Bühne heizen können. Am 18. Oktober – ein wirklich nasskalter und ekliger Sonntag – stand Braunschweigs einzige Latin-Popband Moreiba auf der Kufa-Bühne und spielte alles an angestauter Energie und Musiklust aus sich heraus, was sich in den letzten sieben Monaten gesammelt hatte. Schlagartig war der verregnete Oktobersonntag ein warmer Sommertag, der Gedanke an die bevorstehende Arbeitswoche vergessen und das Herz gefüllt mit Musik. Für zehn kurze Sekunden tanzte ein Paar sogar heimlich Cha-Cha-Cha, bis es ihnen dämmerte: Ach ja, Tanzverbot!
Musikalische Piñata
Salsa, Tango, Rumba – was wäre lateinamerikanische Musik ohne feurige Rhythmen und das Tanzen? Wer bei Moreiba allerdings erst mal an „Despacito“ oder „Livin‘ La Vida Loca“ denkt, ist an der falschen Adresse. Die 2016 unter dem Namen José & La Familia gegründete Braunschweiger Band macht handgemachte, vielseitige Popmusik mit Klavier und Saxophon. Inzwischen heißen die fünf Jungs Moreiba und können so ziemlich jedes Instrument spielen, das ihnen in den Weg kommt.
Sänger, Gitarrist und Bandkopf ist José, der 2014 aus dem etwa 8 500 Kilometer entfernten Venezuela nach Braunschweig kam und mit seinem warmherzigen Gemüt Geschichten seiner Herkunft, seiner Familie oder seiner Gefühlswelt auf seiner Muttersprache Spanisch besingt. So sind zwar lateinamerikanische Einflüsse zu hören, Moreiba können aber auch ganz anders. Greift sich beispielsweise Bassist Jay mal die Gitarre und traut sich ans Mikro, wird’s plötzlich bluesig und wirklich nicht jede Band kann aus Jimi Hendrix‘ „Purple Haze“ eine groovige Reggae-Version machen.
Nebenbei hat Keyboarder Felix auch mal bei Braunschweigs Kult-Crossover-Rocker Oomph! live in die Tasten gehauen. Moreiba lassen sich also nicht so leicht in eine Schublade stecken. „Wir kommen alle aus ganz unterschiedlichen Richtungen und bringen dadurch alle möglichen Einflüsse mit ein. Am Ende entstehen da Gesamtprodukte, die unseren Sound ausmachen. Musik wird da interessant, wo sich verschiedene Genres vermischen und zu einem neuen werden“, erklärt Simon, Schlagzeuger und Quasselstrippe der Band. Sein Bruder Niklas war einst Bassist bei Moreiba; seit Jay mit dabei ist, bläst er allerdings ins Saxophon und vervollständigt so den warmen
Moreiba-Sound.
Bei fünf musikalischen Multitalenten ist es quasi unmöglich, jeden in einer festen Position zu halten und so tauschen die Jungs insbesondere live immer mal wieder ihre Instrumente. Auf ihrem Debüt-Album „Sur A Norte“, welches Moreiba in Eigenregie produzierten und im Juli veröffentlichten, zieht sich jedoch Josés Reise von Venezuela über Spanien nach Deutschland wie ein roter Faden durch das Werk.
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Endlich durchstarten
Eigentlich sollte 2020 ganz anders aussehen – auch für Moreiba. „Wir hatten den ganz großen Plan: Ein Album rausbringen und damit ordentlich durchstarten. Ein Release-Konzert und vielleicht auch eine kleine Tour spielen“, resigniert Felix, „wir hatten den gesamten Sommer über nie richtig die Gelegenheit, mal bei einem großen Gig an einem schönen Sommerabend unsere Lieder zu performen.“ Das Release-Konzert für ihr Debüt „Sur A Norte“ fand dann wohl oder übel im Juli auf ihrem YouTube-Channel statt. „Wir haben zwei Stunden gespielt und es hat auch richtig viel Bock gemacht, aber zwischen den Songs fehlt einfach was“, meint Simon weiter, „man spielt ja gegen eine Wand – kein Applaus, kein Feedback.“ Dabei ist es Moreibas Spezialität, eine halbe Tonne Endorphine im Publikum freizusetzen und das Stimmungs-Barometer auf Anschlag zu bringen. „Das ist auch, was uns am meisten Spaß macht – wir sind eine Live-Band. Wir haben Bock, auf einer Bühne Musik zu machen und zu spüren, dass im Publikum der Funke überspringt und die Leute Spaß haben“, schwelgt Simon in Erinnerungen.
Für Moreiba war es in den vergangen Monaten schon sehr frustrierend, auf all das verzichten zu müssen und ihr Album, in das sie knapp zwei Jahre Arbeit gesteckt haben, nicht auf Konzerten mit möglichst vielen Leuten teilen zu können. „Da kommt zwischendurch schon manchmal die Frage auf, wofür man das eigentlich alles macht“, meint Tastenkünstler Felix.

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Die gemeinsamen Bandproben, jeder noch so kleine Gig und Josés Optimismus haben Moreiba noch enger zusammengeschweißt. Jeder Auftritt wird aufs Neue wie eine große Fiesta zelebriert, denn Glücklichsein ist so etwas wie das gemeinsame Credo der multikulturellen Band: „Das Leben ist einfach schöner, wenn man versucht, glücklich zu sein. Mit schlechter Laune schadet man am Ende einfach nur sich selbst“, legt Felix jedem ans Herz.
Wie lange auch immer diese schwere Zeit noch anhält – legt man sich Moreiba auf die Ohren, wird einem warm ums Herz und man kann sich an den Strand im Süden träumen, den man dieses Jahr leider nicht bereisen konnte.

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Text Louisa Ferch
Fotos Frank Tobian

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