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Seeed

5. November/ TUI Arena (H)

Mit neuem Album und stärker denn je sind Seeed zurück.
KF Seeed art
Wie geht es nun weiter mit Seeed? Diese Frage hat sich in den letzten eineinhalb Jahren ungefähr ganz Deutschland gestellt, nachdem die schockierende Nachricht über Demba Nabés aka Boundzounds Tod im Mai 2018 die Runde machte. Gerade noch hatte die damals elfköpfige Truppe eine lange herbeigesehnte Tour angekündigt, die die Server der Ticket-Portale lahmlegte, weil die Nachfrage so groß war und dann wurde es erst mal monatelang still. Seeed zog sich zurück, um den Verlust zu verarbeiten und sich darüber klar zu werden, wie es jetzt weiter gehen soll.
In Andenken an ihren Freund, Bandkollegen und dritten Frontmann Boundzound ist im April diesen Jahres der Song „Ticket“ veröffentlicht worden – eine traurig-schöne Verabschiedung, die allerdings auch Hoffnung auf neue Musik und neugewonnene Kraft der Seeeds machte. Auch die nachfolgende Single „Lass sie gehn“ ist von einem für Seeed ungewohnt melancholischen Unterton geprägt, hat aber gleichzeitig einen lässigen Vibe, flowt vor sich hin und hat den Appetit auf ein neues Album erneut geweckt. Vor wenigen Wochen war es dann endlich soweit und die Platte „Bam Bam“ kam raus – die Entscheidung der Band scheint gefallen: „Das ist unser Leben. Deshalb erübrigt sich auch die Frage, ob man weitermachen will oder nicht“, so einer der zwei verbliebenen Frontsänger Dellé, „Das ist auch irgendwie das Schöne am Musiker-Sein: Man kann etwas schreiben und machen, was nach unserem Ableben bleiben wird und man kann seinen Teil dazu beitragen, dass andere Freude haben und ihr Leben dadurch schöner machen.“ Und die neue Musik von Seeed hat vielen Fans, die sieben lange Jahre auf einen neuen Longplayer gewartet haben, definitiv Freude bereitet.

Zuletzt erschien 2012 „Seeed“ und konnte sich satte 47 Wochen auf Platz eins der Albumcharts halten und erlangte dreifachen Gold-Status. Eine vergleichbare Erfolgsgeschichte gibt’s in Deutschland eigentlich nicht und in diesem Genre sowieso nicht – wer bringt sonst so einen schmissigen Cocktail aus Rap, Reggae, Dancehall und Dub auf den Tisch?

„Wir kommen auch bei Kids gut an, die sonst zu Prada, Prada, Gucci, Gucci, Koka, Koka, Bitches, Bitches viben“

„Bam Bam“ ist ein gelungenes Comeback und reiht sich perfekt in die vorige Diskographie ein. „Es fühlt sich dennoch wie ein Neubeginn an, einiges ordnet sich neu. Irgendwie müssen wir versuchen, die Lücke zu schließen oder zu füllen. Ein Beispiel dafür ist, dass unsere neue Platte das erste Mal komplett auf Deutsch gesungen ist“, erklärt Bassist Tobsen zwar mit ernster Miene, aber dennoch liegt ein Funken Optimismus in seinen Worten – genau die Mischung, die sich auch in vielen der neuen Songs widerspiegelt. Zwar ist die Gefühlsachterbahn des letztens Jahres Teil des im Oktober veröffentlichten Albums, jedoch ist es keine von Trauer geprägte Platte. „Bam Bam“ ist unheimlich stark, noch immer voller Energie und mit freshem Groove – das war auch das Ziel der Band, verrät Frontmann Pierre Baigorry aka Peter Fox: „Wir können unsere größtmögliche Energie mit den Zuhörern teilen ... Melancholisch, happy – auf jeden Fall positive Energie.“ Es scheint fast, als sei Seeed jetzt noch stärker als vorher. Bretter wie die vor Kurzem veröffentliche dritte Single „G€ld“ ballern rein, sind witzig-ironisch und lassen keinen mehr still sitzen. Auch „Lass das Licht an“ mit Deichkind, „Immer bei dir“ in Zusammenarbeit mit Trettmann oder „Sie is geladen“ mit Nura gehen vorwärts und zeigen die Vielseitigkeit Seeeds; Texte und Themen sind allerdings insgesamt ernster und reifer geworden. „Je älter ich werde, desto wichtiger finde ich es, Texte zu haben, die einfach stimmen. Wenig Verrenkungen, da kann mir keiner ans Bein pissen. Einfach irgendetwas hinschreiben, weil man Material zum Auftreten braucht oder weil es sich irgendwie gut anhört, geht für mich nicht mehr klar. Natürlich muss es sich auch gut anhören, aber am Ende sollten es Songs sein, die von der Realness her ... unfickbar sind. Unfickbare Realness, darum geht‘s“, lacht Sänger Peter Fox. Das ist wahrscheinlich das Geheimnis von Seeed und die Erklärung dafür, warum jeder einzelne Termin auf über 25 Bühnen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg und sieben Open-Air Konzerte in Berlin schon seit Monaten ausverkauft sind.
„Zum Glück gibt es bei uns ja Überschneidungen mit vielen Szenen. Wir kommen auch bei Kids gut an, die sonst zu Prada, Prada, Gucci, Gucci, Koka, Koka, Bitches, Bitches viben“, schmunzelt er. Seeed ist somit auch eine Art Alternativangebot für viele, die sonst eigentlich andere Musik hören und nach dem Credo „Musik verbindet“ kommen auf einem Konzert ganz unterschiedliche Leute zusammen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nichts gemeinsam haben. Von Offenheit und Gemeinschaft handelt auch der Song „Komm in mein Haus“ – einer der politischsten, zugleich aber auch ruhigsten Songs des Albums. Insgesamt macht Seeed aktuell den Eindruck, als habe sich der Staub gelegt; ihre Welt ist bereit, wieder hell und groß zu leuchten – ideal für eine Tour!

Text Louisa Ferch
Fotos Erik Weiss

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