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The Trouble Notes

8. Dezember | Eulenglück (BS)


Weltenbummler, Geschichtenmaler, Instrumental-Enthusiasten:
Das internationale Trio The Trouble Notes kommt mit Heimatgefühlen in die Eule – es wird magisch!
Mit ihrer unnachahmlichen „Gypsy Indie Fusion“-Instrumentalmusik und ekstatischem Busker-Charme haben sie in kürzester Zeit Millionen Video-Klicks und unzählbar viele Fans auf der ganzen Welt gewonnen. Bevor sie nach ihrer großen „Lose Your Ties“-Tour quer durch Nordamerika gleich wieder nach Belgien, Frankreich und England weiterdüsen, trudeln die tosenden Troubadoure auch im Eulenglück ein. New Yorker Violinen-Virtuose Bennet Cerven, Londoner Percussionist Oliver Maguire und Braunschweiger Nylon-Gitarrist Florian Eisenschmidt geben uns intime Einblicke in ihr Road-Life und ihre Sicht auf Braunschweig.
Ihr tourt fast das ganze Jahr durch die Welt. Wie sieht euer Tourleben aus?
Bennet Die letzten Jahre haben wir fast komplett durchgetourt. Mit dem Ziel, unsere Musik und Geschichten unermüdlich mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen und dabei einige der schönsten Orte der Welt zu sehen. Die besten Road-Momente sind die, die wir mit Freunden und engen Fans teilen – wir nennen sie „Trouble Makers“. Und das Schwerste: So lange von unseren Familien und Freunden getrennt zu sein, aber auch die vielen Stunden im Auto. Das geht ganz schön an die Substanz.

Hattet ihr euch das am Anfang so vorgestellt?
Bennet Zu Beginn stand das Reisen selbst stark im Fokus. Wir wollten Orte durch die Augen von Locals betrachten und dafür auch mehr als ein paar Tage dort verbringen. Damals sind wir von Stadt zu Stadt gezogen und haben uns gezwungen, nur von der Musik zu leben. Als wir in London ankamen, hatten wir gerade so genug Geld für eine Monatsmiete und Fahrkarten für die Öffis. Wir sind dann auf die Straßen und haben Connections gesucht, um weiter überleben zu können. Dabei haben wir mehr über das Leben in der Stadt gelernt ... Und so haben wir das sechs Monate lang weitergemacht: Immer genug Geld angespart, um in die nächste Stadt fahren zu können. Als unser Repertoire dann gefestigt war, hat sich unser Fokus darauf verlagert, unsere Musik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Unser Netzwerk aus Freunden und Fans, bei denen wir übernachten können, weitet sich immer mehr aus – das ist die leichte, aber positive Veränderung inzwischen.
Sogar jetzt noch, wo ihr schon so reich und berühmt geworden seid?
Bennet Haha, reich und berühmt ist natürlich Quatsch. Aber, wir sind super stolz über unsere Entwicklung. Vor einem Jahr sind ein paar Videos von uns unglaublich viral gegangen, wodurch wir in kurzer Zeit Millionen von Menschen erreicht haben. Unfassbar ist, wie viele Menschen wegen eines Internetvideos ihre Herzen und Wohnungen für uns geöffnet haben. Wir sind gerade das erste Mal durch die Staaten getourt und fast in jeder Stadt hatten wir Gastgeber, die uns vorher nie getroffen hatten. Diese Großzügigkeit und Wertschätzung unserer Musik ist rührend. Es bestärkt und inspiriert uns dazu, auch an den härtesten Tagen weiterzumachen.

Und wie holt ihr euch die musikalischen Impulse vor Ort?
Bennet Das ist ganz einfach: Wir treffen sehr viele lokale Musiker, das ist der beste Einfluss! Das habe ich im Laufe der Zeit gelernt, Musiker treffen immer andere Musiker, wie ziehen einander irgendwie an (lacht). Wenn man dann Ideen austauscht oder auch nur gegenseitig die Musik anhört, kann man sehr viel lernen. Dabei sind nicht nur die Songs inspirierend sondern auch die kulturellen Hintergründe. Mit den Menschen zusammen zu leben und ihre Lebensweisen kennenzulernen hilft sehr und wir sind da mit unseren Fans, die oft zu Freunden werden, echt privilegiert.

KF THE TROUBLE NOTES Pressebild Stefanie Tendler quer small art


Welcher Ort hat euch mal richtig überrascht?

Bennet Venezuela war sehr überraschend. Bevor wir auf der Hochzeit eines Freundes in Barquisimeto spielen sollten, haben wir uns angelesen, was in dem Land gerade los ist und es war ehrlich gesagt ziemlich beängstigend: Lebensmittelmangel, bewaffnete Raubüberfälle, alles ziemlich unsicher. Das ist sicherlich auch wahr und abhängig davon, wer du bist. Aber wir haben dort sehr viele Menschen getroffen und das waren mit die großartigsten Menschen, die wir je kennengelernt haben. Es ist wirklich eine Schande, dass Leute zu drastischen Methoden gezwungen werden. Wir haben dann auch einen Song darüber geschrieben, weil man manchmal erst sehr nah an etwas herankommen muss, was von weitem schlecht aussieht, um sich eine angemessene eigene Meinung darüber bilden zu können.

Wie hat das Reisen euren Blick auf die Heimat verändert?
Bennet Es ist toll, dass wir durch das Reisen ganz unterschiedliche Kulturen und Gewohnheiten kennenlernen. Jede Kultur hat Stärken und Schwächen oder Dinge, die wir daran mögen oder eben nicht. Von dem Standpunkt aus können wir uns eine individuelle kulturelle Identität formen, indem wir Aspekte anderer Kulturen einbinden. Wenn wir in unsere jeweiligen Heimatländer zurückkommen, wenden wir diese Logik genauso an und bemerken plötzlich Dinge – negative und positive –, die uns vorher unbewusst waren. In gewisser Weise sind wir in der einzigartigen Position, alternative Lösungen für die Probleme in unseren Heimatländern vorzuschlagen.

Ihr wählt immer ganz besondere Plätze für eure Videos aus. Habt ihr irgendwo schon mal Ärger bekommen?
Bennet Ja … Wir haben ein Video in Florenz gemacht, am allerhöchsten Punkt, direkt an der San Miniato al Monte mit Blick über die gesamte Stadt. Ein Freund hat uns den Ort als schönste Kulisse von Florenz empfohlen – womit er Recht hat! Das Problem war nur, dass das Mönchskloster dort noch betrieben wird und die Mönche nicht so begeistert davon waren, dass wir unsere laute Musik direkt vor ihrem Fenster gespielt haben. Naja, nach einigem Flehen haben sie uns dann filmen lassen, solange wir uns nur sehr beeilen.

Gibt es überhaupt noch Orte, an denen ihr spielen wollt?
Bennet Überall wo wir noch nicht waren! Eine Region, aus der wir gern noch mehr Einflüsse beziehen würden, ist Asien. Wir stellen uns eine Tour entlang der Seidenstraße vor, von China ausgehend bis in die Türkei. Für uns reisende Musiker sind die wesentlichen Hürden immer Zeit und Ressourcen. Wir müssen sehr weit im Voraus planen, um die Ressourcen zu sammeln, die wir für ein Vorhaben brauchen. Realisieren werden wir so eine Tour aber auf jeden Fall einmal.
Wie schafft ihr es bei der großen Vielfalt an musikalischen Impulsen überhaupt, euch auf eine Songversion zu einigen und noch Freiräume für Straßenimprovisationen einzubauen?
Bennet Das Schöne an unserer Musik ist ja, dass sie lebt und atmet und wir sie ganz leicht an das jeweilige Publikum anpassen können. Auf dem Album haben wir mit dem Produzenten Khalil Chahine die Richtungen besprochen, in die die Songs gehen sollen. Es hat Spaß gemacht, in dem Prozess all die Möglichkeiten durchzuspielen. Da aber viele der Geschichten mit ganz spezifischen Kulturen zusammenhängen, konnten wir die ursprünglich darin intendierten Motive verstärken. Bei der Live-Performance halten wir uns nicht so streng an die Strukturen und verändern die Songs spontan nach Publikum und Ort.

Wie kommuniziert ihr die konkreten Hintergrundgeschichten nonverbal?
Bennet Bei unseren Shows setzen wir schon erzählerische Elemente ein, die den Fokus etwas eingrenzen. Manchmal gefällt es uns aber auch, die Fantasie der Zuschauer einfach schweifen zu lassen. Wir werden sicherlich einmal mehr visuelle Elemente einbauen, aber momentan scheinen unsere Fans die rohe Energie unserer Performances zu lieben, also bleiben wir noch ein bisschen dabei, bevor wir weiter „reifen“.
Was stellt ihr euch da vor?
Bennet Wir haben schon mit unglaublichen Tänzern und bildenden Künstlern unterschiedlichster Richtungen zusammengearbeitet – von den Breakdancern von The Flying Steps bis zum Pariser Ballett. Das war toll und würden wir gern in einem größeren Rahmen machen. Wir lieben es, auch visuell die Genres zu vermischen so wie wir es musikalisch tun.

Einer eurer raren Gigs in Deutschland führt euch in die Heimatstadt von Florian! Was wisst ihr denn schon über Braunschweig?
Bennet Was wir bisher von Florian gelernt haben ist: Erstens, die Leute dort denken, sie sind Nordlichter, aber die „echten“ finden das nicht. Zweitens, die Braunschweiger sollen das klarste Hochdeutsch sprechen, sagen aber Füsch, Tüsch und Körche. Drittens, wenn du ein Publikum in Deutschland zum Lachen bringen willst, erzähle ihnen, dass der Gitarrist aus Braunschweig kommt. Das funktioniert. Jedes. Mal. Viertens, tu das nicht in Hannover. Und fünftens, das Fußball-Team ist nicht so gut.

Worauf freut ihr euch am meisten?
Bennet Für ein paar Tage waren wir sogar schon mal da, als wir von Berlin zu Konzerten in Westeuropa unterwegs waren. Ich liebe die Geschichte, daher faszinieren mich die Überlieferungen zum König Heinrich. Am meisten freuen wir uns aber, vor Florians Familie zu spielen. Solche Auftritte haben immer einen besonderen Vibe, da wir nochmal mehr Energie in die Songs packen. Die Show in Braunschweig wird schon ein gewisses Heimatgefühl haben, was normalerweise die Vorbedingung für Magie ist.
KF THE TROUBLE NOTES Pressebild 2 art
Florian, wie ist das für dich?
Florian In Braunschweig zu spielen kommt mir echt komisch vor, obwohl wir ja sehr viel in kleineren Großstädten spielen. Ich glaube, als Braunschweiger kann man es sich einfach nicht vorstellen, Teil einer weltweit tourenden Band zu sein. An seinen Geburtsort zurückzukommen, alten Freunden und der Familie zeigen zu können, was man tut, und sich mit dem Ort, an dem mein „Musikerleben“ begann, und den Leuten wieder zu verbinden, klingt für mich nach einem spaßigen, nostalgischen Gedanken. Es gibt nur ein winziges Problem: Ich kenne überhaupt keine Leute mehr in Braunschweig. Ich komme ehrlich gesagt sehr selten zurück und bleibe dann meist nur bei meiner Familie, da Familienzeit eben rar und kostbar ist. Für mich ist der Besuch also mehr mit meiner persönlichen Beziehung zur Stadt und den Erinnerungen verknüpft.
Was verbindest du mit der Eule?
Florian In der Eule zu spielen ist ziemlich cool! Ich war zwar noch nie da, aber ein bisschen war ich es doch, denn der Vorgängerclub an dem Ort war freitag- und samstagnachts als Teenager mein Lieblingsort – eigentlich der einzige interessante überhaupt. Tatsächlich habe ich mit meiner alten Band mal dort gespielt, daher fühlt es sich schon wie ein Nachhausekommen an.

Was willst du deinen Bandkollegen zeigen?
Florian Wenn ich ihnen meine alten Lieblingsplätze zeigen würde, wäre auf jeden Fall der Prinzenpark dabei, weil ich da früher sehr viel Zeit verbracht habe – natürlich abhängig davon, wie sehr er sich inzwischen verändert hat (lacht). Das Magniviertel sollten sie wohl auch mal sehen. Meine Eltern leben nahe an einem Wald, den ich als Kind geliebt habe, da sollte ich sie auch hinführen! … Aber die Orte, die sie unbedingt besuchen müssen, sind die Dönerläden, in denen ich richtig oft war – hoffentlich stehen die noch.

Gibt’s vielleicht einen geheimen Straßengig? Wo?
Florian Als die Band mal hier war, hatten wir sogar einen kleinen Straßen-Gig gegeben. Geeignete Orte wären etwa: Bei den Schlossarkaden, vor dem Katzenbalgen oder dem Ringerbrunnen.

Welche „Krawatten“ hast du hier abgelegt, als du mit der Band in die Welt rausgezogen bist?
Florian Eigentlich gar keine, denn bevor ich Teil der Trouble Notes wurde, habe ich schon fünf Jahre lang in Berlin gelebt. Als ich 2009 aus Braunschweig wegging, habe ich bewusst mein Leben hier aufgegeben, um ganz neu anzufangen. Und hätte ich das nicht, hätte ich Ollie und Bennet nie kennengelernt. Eine Zeit lang habe ich Braunschweig als einen Ort betrachtet, der mich davon abhält, meine Träume zu verfolgen und zu leben. Es war wunderbar, dort aufzuwachsen, aber ich bin mit meiner Entscheidung, weiterzuziehen, immer noch glücklich. Inzwischen sehe ich die Stadt trotzdem weniger negativ und freue mich immer zurückzukommen. Aber ich glaube, meine damalige Sicht auf Braunschweig hat mir geholfen, mit den großen Veränderungen in meinem Leben klarzukommen.
Ihr berührt mit eurer nonverbal-emotionalen Musik Fremde auf der ganzen Welt. Was war das schönste Feedback?
Bennet Es ist zu schwer, eines auszuwählen! Die Reaktion, die wir am meisten schätzen, ist, wenn jemand zu uns sagt: „Danke! Ich hatte einen schrecklichen Tag und nachdem ich eure Musik gehört habe, geht es mir besser und kann das, was auf mich zukommt, besser angehen.“ Solche Äußerungen geben uns das Gefühl, etwas Besonderes geschafft zu haben, als hätten wir die Welt ein kleines Stückchen verbessert. Und darauf kommt es doch am Ende an.

Spielt ihr auch Publikumswünsche wie Coversongs?
Bennet Wir haben bisher nicht so viel gecovert, weil wir ja vor allem unsere eigenen Geschichten verbreiten wollen. Aber die wenigen Cover, die wir gemacht haben, waren im Internet sehr erfolgreich. Zum Beispiel „Survivor“ von Destiny's Child, das war ein Wunsch von einem Freund von uns aus Berlin. Wir sind für alle Vorschläge offen, solange es sich passig anfühlt und wir es Trouble-Style machen können.

Seit eurem Release seid ihr schon wieder um die halbe Welt gereist. Habt ihr wieder fleißig Ideen gesammelt?
Bennet Ja klar! Über das Jahr haben wir die Basis für Dutzende neue Kompositionen geschaffen. Mein ganzes Handy ist voll von Roh-Aufnahmen von Songideen aus Inspirations-Momenten. Wenn wir Anfang des nächsten Jahres eine kleine Tour-Pause machen, werden wir uns ganz viel davon angucken und anfangen, lose Konstruktionen daraus zu bilden. Die nehmen wir dann mit auf die Straßen und lassen sie während unserer Frühjahrs-Tour reifen. So haben wir bis zum Sommer wahrscheinlich schon genug für ein neues Album. Wir haben sogar schon ein paar fertige Kompositionen, die wir vielleicht schon mal als Singles herausbringen, um die Wartezeit bis zum nächsten Album zu überbrücken.

Interview Evelyn Waldt
Fotos undercover, Stefanie Tendler

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