Slainte breit

Clonmac Noise im Interview

Clonmac Noise
Altstadtfest Fallersleben | Samstag, 26. August | ab 20.30 Uhr

May the sound of happy music,
And the lilt of Irish laughter,
Fill your heart with gladness,
That stays forever after.

Die fünf Irish-Folk-Stimmungskanonen von Clonmac Noise bringen die Altstadtfest-Bühne in Fallersleben wieder zum Glühen. Wir haben die Glückskobolde Dan MacGabhann, Sean O`Pete, Johnny O`Pete, Tim Galbraith und Malt Whisky aus Wolfsburg und Umgebung nach ihren irischen Verwurzelungen befragt.

Hallo Tim, seit 7 Jahren gibt es Clonmac Noise schon. Wie habt ihr damals zusammengefunden?
Es war im wahrsten Sinne eine Schnapsidee! Sean und Tim trafen bei einem Junggesellenabschied aufeinander und unterhielten sich in einem Irish Pub darüber, dass der jeweilige Musikgeschmack jenseits der Wildecker Herzbuben und Bushido zu finden ist und handgemacht sein muss. Zusammen mit Seans Bruder Johnny traf man sich in Johnnys Tonstudio und Sean glänzte durch seine preisgekrönte Sangesleistung, die er anschließend ohne Widerstand des Rests weit weniger zu Tage förderte. Wie durch Zauberhand kam der Geiger Malt dazu und man entschied sich gegen eine rothaarige Fiddle-Spielerin und hütete Malt wie einen Schatz. Bei einem weiteren feucht fröhlichen Ereignis wurde nun noch die Stimme von Clonmac Noise rekrutiert: Dan setzte dem Quintett die Krone auf und der Rest bekam bei der ersten Probe mit ihm eine positive Gänsehaut: Clonmac Noise was born!

Fiddle inside 02

Woher rührt die Begeisterung für die irische Musik und Kultur?
Die Frage ist sehr schwierig zu beantworten, weil viele und bei uns fünf jeweils völlig unterschiedliche Gründe, Inspirationen und Erfahrungen hierzu geführt haben. Auf jeden Fall gehören Aufenthalte auf den britischen Inseln dazu, natürlich auch Irland selbst. Sean beispielsweise studierte eine Zeit lang in Southampton. Um einer für alle geltenden Antwort näher zu kommen, kann die Frage, ob irische Musik eine wohlige Gänsehaut oder einen schnelleren Herzschlag verursachen kann, definitiv von uns allen bejaht werden. So wie die Melodien und Instrumente unterschiedlich sind, so sind es die Themen. Es geht um Sehnsucht, Trinksucht, Liebe und Lebensfreude, Krieg und Frieden. Das was Menschen seit jeher bewegt, früher wie heute. Themen, die uns auch vor, während oder nach Konzerten durchaus nicht unbekannt sind. (lacht) Genau wie wir manchmal dem herben Guinness ein liebliches Kilkenny Bier vorziehen oder andersrum.

Wart ihr als Band schon „zu Recherchezwecken“ in Irland?
Wir haben zunächst auf eigene Faust jeweils verschiedene Erkundungstouren in Irland hinter und noch vor uns, bei denen vornehmlich im Zelt oder in verschiedenen Hostels übernachtet wurde. Wir waren von der rauen Schönheit der Natur und den sehr gastfreundlichen Pubs und Städten extrem fasziniert. Man geht in der abgelegensten Gegend abends in ein Pub und plötzlich fühlt man sich wie im Mittelpunkt der Welt und kommt mit bis dahin fremden Leuten bis tief in die Nacht ins Gespräch. Gemeinsam besuchten wir das erste Mal 2015 die grüne Insel. Von dort haben wir aus Dublin die Pubversion von Tim Finnegan's Wake mitgebracht – dafür aber fast den handylosen Geiger Malt in Kilkenny verloren, der uns aber auch in diesem Fall wieder auf magische Weise wiederfand.

Ihr habt euch auch passende Künstlernamen ausgedacht. „Malt Whisky” verstehe ich, worauf beziehen sich die anderen?
Unsere Künstlernamen orientieren sich an unseren echten Namen. Wir haben das kurz vor Redaktionsschluss unserer ersten CD ausgeheckt, es musste also schnell gehen. (lacht) Außer bei Sean, den nennt man seit seiner Englandzeit so, weil die Briten mit 'Jan' als Männernamen irgendwie nichts anfangen konnten.

Wir sind auf jeden Fall eine Band, die echten Spaß auf der Bühne und nach der Show zusammen hat, was nach wie vor unser Hauptantrieb ist!

Folk-Music ist sehr leidenschaftlich, ob Trinklied oder Ballade. Welche Stimmung passt besser zu euch?
Diese Frage können wir sehr klar mit Trinklied beantworten! Der Großteil unserer Songs ist dazu gemacht, das Publikum zum Toben zu bringen und der arme Johnny muss die Bassdrum häufiger treten als ihm lieb ist. Allerdings erzeugt Tim manchmal auch mit seinem Akkordeon eine romantische Balladenstimmung, was ihm den liebevollen Namen Grobi oder Dampfmaschine einbrachte. Scherz beiseite: Clonmac Noise bedient natürlich auch sanfte Ohren und Dan‘s Stimme kann durchaus auch Gefühlvolles transportieren. Man kann unsere Musik schon als eine Mischung aus rau und herzlich bezeichnen. Ein ausgelassenes und tanzendes Publikum ist für uns allerdings mehr wert als alles andere.

Nach eurem Debüt habt ihr kürzlich ein Live-Album herausgebracht, was die besondere Stimmung eurer Musik nochmal besser überträgt. Was war euch bei diesem Album bei der Songauswahl wichtig und anders als beim Studioalbum?
Wir wollten immer schon ein Live-Album machen und konnten uns primär nach dem Material richten, was wir in dem Jahr zuvor aufgenommen hatten. Wir haben die Songs ausgewählt, deren Performance und Stimmung uns am besten gefallen haben. Viel Stimmung im Publikum bedeutet auch viel Spaß für den Zuhörer der CD. Der große Aufwand, den so eine CD erfordert, hat sich, wie wir finden, wieder gelohnt und auch die Tatsache, dass selbstgeschriebene Songs auf der CD sind, macht uns ein wenig stolz auf das Ergebnis. Songs, die im Großraum Wolfsburg-Braunschweig ihre Entstehung haben, also eine gewisse Regionalkultur darstellen. Der eine beschreibt ein fesselndes Erlebnis während des Konzertes, der andere eine Verwechslungsgeschichte im klassischen Sinne ...

Ihr singt auch plattdeutsch. Was verbindet für euch die Norddeutsche Mentalität mit der Irischen oder Schottischen?
Wir haben ja eben schon unsere Regionalkultur angesprochen. Die wenigsten Leute wissen, dass in unserer Region jahrhundertelang plattdeutsch gesprochen wurde. Was wir vielleicht bei unseren Großeltern noch manchmal hören, verstehen viele nur noch bedingt. Ein Grund für uns, diese fast vergessene Sprache wieder mit ein wenig Leben zu erfüllen. Es ist erstaunlich, mit wie viel Begeisterung diese kleine Grünkohl-Renaissance durch das Publikum aufgenommen wird. Selbst außerhalb Norddeutschlands. Ähnliches gilt auch für die gälische Kultur in Schottland oder Irland, nur dass dort die eigene Kultur auch in der jüngeren Vergangenheit durch Besatzer manchmal brutal unterdrückt wurde, sich aber in den Herzen halten konnte. Die Randlage dieser Regionen hat wohl auch dazu geführt, dass sich dort viel Ursprüngliches erhalten hat, was möglicherweise als Grund für die Sehnsucht nach diesen Regionen und damit verbundener Phantasie dienen könnte. Auch die raue Schönheit, manchmal auch die der Menschen dort, und Parallelen in der Geschichte verbinden unser Norddeutschland mit den anderen Regionen des nördlichen oder nord-westlichen Europas.
Auftritt Altstadtfest 01
Von welchen Musikern lasst ihr euch inspirieren und was hört ihr privat?
Als Irish Band darf man durchaus behaupten, von anderen irischen Bands inspiriert worden zu sein, angefangen natürlich mit den wohl bekanntesten: The Dubliners und The Pogues. Die britische Rock-, Pub-Pop- und vor allem Folk-Kultur beherrscht in vielerlei Hinsicht unsere Musik, auch Bands die wir privat hören, wie beispielsweise Mumford & Sons. Aber auch in Deutschland haben sich ganz eigene Folk-Bands entwickelt, die uns mit ihrem individuellen Stil inspirieren, wie unsere befreundete Band Nobody Knows aus Stendal oder Versengold aus Bremen, mit denen wir beim Folkfest Walbeck auftreten durften. Beide Bands zeigen, dass Folkmusik nicht immer unbedingt immer englisch gesungen werden muss.
 
Inwiefern hat euch Wolfsburg als „working-class town“ geprägt?
Wolfsburgs als Arbeiterstadt mit seinem Kanal und den daran angrenzenden Fabrikgebäuden ist in vielerlei Hinsicht ähnlich zu den klassischen Arbeiterstädten der britischen Inseln wie Liverpool oder Belfast. In manchem Song und Dan's Stimme kann man den Dreck dieser Städte fühlen und dennoch ist unser Herz mit dieser Stadt und der Region sehr verbunden, hier leben und arbeiten wir und sind glücklich, dass es so ist.
Wird das nächste Album vielleicht nur noch aus eigenen Songs bestehen?
Das ist eine heiß diskutierte Sache. Momentan sieht es danach aus – man darf gespannt bleiben!

Am 26. August spielt ihr beim Altstadtfest in Fallersleben. Worauf können sich eure Fans freuen?
Wer uns beim letzten Altstadtfest gesehen hat, wird überrascht sein, welche neuen Songs dazu gekommen und wie wir insgesamt noch viel lockerer auf der Bühne geworden sind. Im Moment entwickeln wir uns noch eher positiv. (lacht) Wir sind auf jeden Fall eine Band, die echten Spaß auf der Bühne und nach der Show zusammen hat, was nach wie vor unser Hauptantrieb ist! Das Altstadtfest Fallersleben ist für uns DAS Konzert im Jahr, heimatnäher und schöner geht es für uns nicht!

Was war euer ungewöhnlichstes oder witzigstes Konzerterlebnis?
Wir haben einen eigenen, noch fast unbekannten Song darüber geschrieben. Er heißt „A Barmens Tale“. Es geht um spezifische Eigenheiten sehr spezieller Wirte, bei denen wir Konzerte geben durften. Dort flossen die Lachtränen fast so viel wie das Guinness. Details gibt es allerdings nur nach dem fünften Bier. (lacht) Insgesamt haben wir bei hiesigen und auch auswärtigen Konzerten besonders viel Spaß, wenn wir anschließend noch dort feiern dürfen, wie es bei Folk in die Nacht in Stendal, in Berlin, der irischen Nacht in Hundisburg mit selbstgebrautem Bier des Brauers „Erdmann“ der Fall war. Oder unsere St.-Patrick’s-Day-Auftritte in Dresden und natürlich in der Heimat, Altstadtfeste wie Fallersleben, Konzerte im Chris Inn Mörse, Irish Pub Wolfsburg oder der Grille in Gifhorn.

Text: Evelyn Waldt
Fotos: Clonmac Noise

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