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von Welt

13. Dezember/ 
Eulenglück (BS)

von Welt im Interview über ihre „Stillen Konzerte“
Stille Konzerte Freiburg 2 art
In der Eule wird es am 13. Dezember mit von Welt ganz schön laut – ihr starker Rocksound und dazu die Jungs von Stereogold im Gepäck lassen die Wände des Eulenglücks vibrieren. Bei von Welt geht es allerdings nicht immer so laut zu, denn vor fast fünf Jahren haben sie mit stillen Kopfhörer-Konzerten Europa erobert. Wie es dazu kam und welche Projekte sonst gerade bei den Schwarzwälder Jungs aktuell sind, hat uns Bassist Nico im Interview verraten.
Nicolai, erzähl doch mal ein bisschen über eure „Stillen Konzerte“ – wie kam es zu der Idee? Was ist das für ein Gefühl, leise und mit Kopfhörern Konzerte zu spielen?

Die Idee kam uns im Frühjahr 2015, also noch vor unserer offiziellen Gründung. Es ging gerade um die Zukunft der Band – auch was Konzerte betrifft. Damals hatten wir noch nicht die geilen Leute von FKP Scorpio (vor allem Finn, unseren Booker) und das ewige beim Veranstalter um Konzerte Betteln hing uns zum Hals raus. Nach und nach dachten wir uns – wieso denn die Leute zur Musik bringen, wenn wir auch die Musik zu den Leuten bringen können? Also hieß es: Nicht jammern, sondern was dran ändern! Nach und nach hat sich die Idee der „Stillen Konzerte“ dann wie ein Mosaik zusammengesetzt. Nach einem dreiviertel Jahr Planung, zusammenlöten, zusammenkaufen und testen war es dann endlich soweit. Wir spielten im Herbst 2015 in Nürnberg das erste Mal mit den Kopfhörern auf der Straße. Mittlerweile haben wir das schon in ganz Europa gemacht und haben bis zu 100 Kopfhörer dabei.

Werdet ihr dieses Konzept weiterführen?

Das Konzept werden wir sicherlich immer mal wieder aufblitzen lassen und an die frische Luft lassen. Wir sind überzeugt davon und sehen ja immer wieder, dass es super funktioniert. Die Clubshows werden aber laut sein und darauf freuen wir uns genauso. Das Spielen und Performen ist ziemlich unterschiedlich und laut oder leise sind wirklich auch vom Gefühl für uns Musiker selbst zweierlei Geschichten.
Ihr seid mit den „Stillen Konzerten“ drei Jahre lang viel umhergereist. Was habt ihr alles hinter euch gelassen, um euch das zu ermöglichen?

Da hat jeder von uns unterschiedliche Erfahrungen gemacht, sowohl privat als auch im Gefüge der Band. Verständlich ist denke ich, dass es gerade in unserem Alter und mit diesem Tour-Pensum extrem schwierig ist, eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Auch bei Freundschaften zeigt sich so, welche wirklich halten und welche wohl doch nicht ganz so stabil waren. Natürlich kommt dann noch der Faktor Studium und/oder Job dazu. Das war auch für jeden Einzelnen von uns nicht immer leicht, aber ich denke, am wichtigsten ist es, dass wir alle sagen können, dass wir, wenn wir die Chance nochmal hätten, es genauso wieder machen würden. Denn egal was in dieser Zeit „verloren“ ging, es war die Erfahrungen, die wir sammeln durften, absolut wert. Das, was wir bisher erleben, sehen und spüren durften, ist so viel mehr als alles, was wir uns am Anfang erträumen konnten.

Was bedeutet Reisen für euch?

Es ist der beste Nebeneffekt unseres Jobs. Wir haben mittlerweile in ganz Europa Shows spielen dürfen, waren sogar schon in Kasachstan. Wer hätte das 2015 gedacht? Aber es sind nicht nur die Konzerte. Wir durften mittlerweile so viele tolle Menschen kennenlernen, von denen uns auch viele echt ans Herz gewachsen sind. Und zusätzlich standen wir plötzlich schon an Orten und in Landschaften, von denen wir nicht mal wussten, dass sie existieren. Das Reisen beziehungsweise das Touren formt uns als Menschen, als Musiker und lässt uns in viele andere Kulturen blicken, womit sich dumme Geschichten wie Vorurteile und Rassismus direkt vor Ort für uns erledigen.

Wie habt ihr die unterschiedlichen Länder, in denen ihr gespielt habt, erlebt? Welches Erlebnis aus dieser Zeit ist euch besonders in Erinnerung geblieben?

Prinzipiell wurden die „Stillen Konzerte“ überall sehr gut angenommen. Vor allem in Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien hat es uns dann aber doch überrascht, wie gut es lief und wie krass die Leute dabei waren. Die standen da und haben, trotz der Sprachbarriere, unsere Texte mitgesungen. Gänsehaut pur! Besonders in Erinnerung bleibt uns ein „Stilles Konzert“ in Montpellier: Wir waren noch nicht einmal richtig mit dem Aufbau fertig, da standen schon über 100 Leute um uns und die Kopfhörer waren schon alle auf den Köpfen der Leute verteilt. Die Leute haben es gefeiert, die örtliche Polizei eher nicht. Die standen da recht schnell mit mehreren Streifenwagen und wir hätten beinahe eine schöne Nacht in der örtlichen Polizeistation verbringen dürfen. Ähnliches ist in Barcelona vorgefallen, nur da hätte es keine Zelle für uns gegeben, sondern direkt eine Massage mit dem Schlagstock! (lacht)
Stille Konzerte Friedrichshafen art
Was sind musikalische Vorbilder für euch?

Musikalisch wurde jeder von uns komplett unterschiedlich sozialisiert. Auch was das Erlernen des eigenen Instrumentes angeht. Im Bandbus läuft derzeit bei uns viel Don Broco, Annisokay (die Band unseres Produzenten), There’s a Light (unbedingt reinhören, Post-Rock aus dem Schwarzwald), Pvris und natürlich Stereogold!

Bis Anfang November hattet ihr ein Crowdfunding-Projekt für neues Merch laufen. Wie sind eure Erfahrungen bisher mit Crowdfunding? 

Das war unsere erste Crowdfunding-Aktion als von Welt. Wir sind noch immer völlig überrascht, positiv natürlich, wie gut es angenommen wird und läuft. Wir wollten den Leuten einfach die Möglichkeit geben, dass sie selbst entscheiden können, welches Merch sie wollen und das dann auch direkt produzieren.
„Kaufen“ konnte man für diese Aktion unter anderem ein stilles Konzert mit euch, eine gemeinsame Wanderung oder ein Dinner mit der Band. Was bedeutet euch die Nähe zu euren Fans? 

Wir wollen den Leuten damit auch unseren Kosmos zeigen und ihnen private Einblicke geben, wie es per Instagram & Co eben nicht möglich ist. Unsere Fans sind Familie, ganz einfach. Da herrscht nicht diese große Distanz. Uns kann jeder nach dem Konzert anquatschen, jeder kann uns sein Problem erzählen und jeder kann mit uns sein Bier teilen.

Eure Message an eure Braunschweiger Fans? 

Kommt am 13. Dezember in die Eule, packt alle ein, die ihr kennt und lasst uns zusammen einen spitzen Abend haben. Wir sind schließlich nur einmal „zum ersten Mal“ in Bronswiek!

Weitere Infos gibt’s unter www.stillekonzerte.de

Interview Louisa Ferch
Fotos Jonas Liedel, Stille Konzerte

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