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Stefanie Heinzmann –
Labyrinth Live

12. April 2022 | Westand (BS)
Klanggewordene Empowerment-Botschaft: Das sechste Album „Labyrinth“ der Schweizer Soulstimme Stefanie Heinzmann kommt am 14. Mai und kitzelt den eingeschlafenen Optimismus in uns wieder wach.
KF STEFANIE HEINZMANN Pressebild 03 c Maximilian Konig hoch art
Kennengelernt haben wir Stefanie Heinzmann 2008 auf Pro7 in Stefan Raabs Talentshow mit viel zu langem Namen. Damals war die gebürtige Schweizerin gerade mal 18, trug schwarze unauffällige Klamotten und das Lippenpiercing gehörte ebenso zu ihr wie ihre Pali-Tücher, in denen sie sich immer ein klein bisschen verstecken konnte. Zunächst wirkte Steffi unscheinbar, doch schon nach der ersten gesungenen Note war klar: Diese Stimme gehört auf die Bühne. Nicht unbegründet ergatterte Steffi schnell den liebevollen Titel der „Schweizer Joss Stone“, denn ihr Gesangsorgan zieht einen binnen Sekunden in seinen Bann. Inzwischen währt die Karriere der mittlerweile 32-Jährigen schon seit 13 Jahren und all die Zeit hat die Vollblutmusikerin genutzt, um zu sich selbst persönlich wie musikalisch zu finden. Diesen kurvigen und steinigen Weg besingt Stefanie Heinzmann in ihrem neuen, zehn-Track-starken Studioalbum „Labyrinth“, das am 14. Mai erscheint. In ihrer vorab veröffentlichten Single „Colors“ zeigt Steffi außerdem, dass ihre Welt inzwischen um einiges bunter geworden ist: Voller positiver Power und starkem Charisma öffnet sie ihr Herz und gibt jedem ein kleines Stückchen ihrer Energie ab. Kurz vor dem Album-Release hat sich Stefanie Zeit für uns genommen und mit uns über Selbstliebe, künstlerische Authentizität und ihre bevorstehende Tournee mit Undercover im Frühjahr ’22 gequatscht, die Stefanie auch nach Braunschweig bringen wird.



Steffi, du kehrst in deinen Songs immer wieder zum Thema Liebe beziehungsweise Selbstliebe zurück. Warum ist dir dieses Thema so wichtig?
Weil ich einfach glaube, dass es jeden etwas angeht. Jeder Mensch trägt seinen Rucksack und jeder Mensch kennt diese Unsicherheiten. Aus irgendeinem Grund leben wir in einer Gesellschaft, in der wir dazu neigen, uns das Leben wirklich schwer zu machen. Wir vergleichen uns wahnsinnig viel, wir wollen immer das optimale Ich sein und das ist ganz schön schwer. Wir schämen uns oft für Teile und Facetten von uns selbst – gerade für unsere Schwächen. Ich finde das unglaublich schade, deswegen werde ich nicht müde, dieses Thema immer und immer wieder anzusprechen. Das Leben ist einfach einfacher, wenn man sich selbst mag.

Wie steht es um deine eigene Selbstliebe?
Puh. Ich habe einen sehr langen Weg mit mir selbst gemacht. Ich kenne das sehr gut, dass ich mich selbst nicht wirklich mag, dass ich alles infrage stelle, dass ich mir im Weg stehe. Deshalb habe ich sehr früh mit verschiedensten Therapien angefangen, weil ich gemerkt habe: Okay, ich falle da in so Muster, in Löcher und in Abgründe rein und ich will mich damit nicht abfinden. Deshalb habe ich mir oft die Frage gestellt, warum ich jetzt gerade so reagiere und warum ich mir gerade selbst so im Weg stehe – ich habe darauf tatsächlich sehr viele Antworten gefunden in den letzten Jahren. Jetzt kann ich sagen, dass ich mittlerweile an einem Punkt bin, an dem ich mich sehr wohl in meiner Haut fühle und das bringt eine wahnsinnig schöne Gelassenheit und Ruhe mit sich. Und auch sehr viel Spaß! (lacht) Weil man sich einfach traut, Dinge zu tun, ohne Angst zu haben, schlecht dazustehen oder so.
Bezieht sich der Albumtitel „Labyrinth“ auch auf den herausfordernden Weg der Selbstliebe?
Ja, auf jeden Fall! Ich war schon so oft an einem Punkt, wo ich dachte: Okay, jetzt habe ich was gelernt, jetzt geht’s weiter. Zwei Tage später sitzt du trotzdem wieder im genau gleichen Loch, heulend. Das ist doch das Spannende daran – das Leben ist ein bisschen wie ein Irrgarten. Manchmal landet man in einer Sackgasse und hinter jeder Ecke lauern neue Aufgaben und Tests vom Leben. Aber ich glaube, die Frage ist einfach, wie man dieses Labyrinth sieht: Ist es für mich einfach nur Stress? Mache ich die ganze Zeit nur Drama und fühle mich verlaufen und verirrt oder schaffe ich es, dieses Labyrinth als Abenteuer zu sehen und mich auf die nächste Kreuzung zu freuen und zu gucken, was sich wohl dahinter verbirgt?

Was waren für dich die größten Lockdown-Herausforderungen während der Arbeit am neuen Album „Labyrinth“?
Spannend war für mich, dass ich eigentlich noch nie wirklich im Sommer im Studio war, weil wir sonst immer auf Festivaltour waren. Das ist halt letztes Jahr weggefallen und weil ich dann doch irgendwann keinen Bock mehr hatte, einfach nur zu Hause Däumchen zu drehen, dachte ich: Komm, dann werde ich zumindest produktiv und vielleicht kann ich schon mal vorarbeiten, vielleicht entstehen ein, zwei gute Songs. Mir haben diese Umstände tatsächlich letztes Jahr ein neues Album geschenkt, weil ich sonst nie die Zeit gehabt hätte und das macht mich jetzt sehr dankbar. Zwar fanden die Songwriting-Sessions schon unter besonderen Umständen statt, aber wir waren einfach froh, was zu machen.
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In deiner Single „Would You Still Love Me“ stellst du die philosophische Frage, was wir eigentlich wirklich zum Leben brauchen. Was hat dich zu diesem Gedanken inspiriert?
Es geht eher um diese Frage: Würdest du mich noch lieben, wenn das ganze Draußen nicht wäre? Wir leben in einer Zeit, in der wir wirklich sehr viel nach außen darstellen, gerade durch die Sozialen Medien, mit Filtern und Krams. Wir zeigen immer die Sonnenseiten des Lebens. Wir definieren uns über unseren Job, über unsere Freunde, über unsere Wohnung, über unsere Klamotten – über all das Außen. Dabei vergessen wir manchmal, dass eigentlich das Wichtigste an einem Menschen die Seele ist, der Charakter. Das, was der Mensch sagt, tut und denkt. Das war für mich einfach eine ganz wichtige Frage, die man auf der einen Seite auch Leuten um sich herum stellen kann: Würdest du mich noch lieben, wenn ich diesen Job nicht mehr hätte? Wäre ich dir dann noch gut genug? Die Frage kann man auch sich selbst stellen: Reiche ich mir, wenn ich Dinge verliere, die mir wirklich wichtig sind und durch die ich mich definiere?
Du hast deine Haare abgeschnitten. Was hat dich zu diesem Schritt bewegt? Brach mit dem neuen Look für dich eine neue musikalische oder persönliche Ära an?
Ehrlich gesagt nein. Die Haare habe ich mir eigentlich nur abgeschnitten, weil ich Bock darauf hatte. Ich wollte das schon machen, seitdem ich 17 bin, aber ich habe mich nie getraut. Im Herbst 2019 war ich auf Tour und bin danach nach Hause gekommen und dachte: Krass, ich habe jetzt einen Monat lang Leuten gepredigt, dass sie sein sollen, wie sie sind und dass sie doch so wundervoll sind, wie sie sind und dass sie mutig sein dürfen, die Dinge zu tun, die sie sich wünschen. Dann dachte ich: Wow, ich bin echt eine Heuchlerin, ich mache das doch selbst überhaupt nicht! Dann hatte ich einen Tag später eine Glatze. (lacht) Es hat sich für mich wahnsinnig toll angefühlt, weil ich einfach gemerkt habe, dass das ein Wunsch war, den ich schon so lange hatte. Das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

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Wie wichtig ist dir deine Authentizität? Findest du es schwer, die Waage zwischen Authentizität und der eigenen Vermarktung als Popstar zu halten?
Ich kann da natürlich nur für mich sprechen, weil ich glaube, dass es schon einige Artists gibt, die da klar trennen zwischen Bühne und Privatleben und die auf der Bühne eine Kunstfigur darstellen. Ich für mich bin aber schon die Steffi, die auf die Bühne geht. Mir ist es wahnsinnig wichtig, ehrlich zu sein und zu jeder Zeit ich selbst sein zu können. Mir fällt das auch einfach leichter. Für viele ist es wiederum leichter, mit nem Alter Ego auf die Bühne zu gehen – das finde ich sehr beeindruckend und schön. Aber ich für mich habe herausgefunden, dass ich einfach die Steffi Heinzmann bin, wirklich einen tollen Job habe und mich nach außen hin auch zeigen darf. Ich finde, wir sitzen alle im gleichen Boot – nur weil ich Sängerin bin, bin ich nichts Besseres als jeder da draußen. Ich hab einfach wirklich viel Glück gehabt und das möchte ich gerne teilen.

Du bist 2008 durch die Show SSDSDSSWEMUGABRTLAD von Stefan Raab groß rausgekommen. Hängt dir der Stempel der „Castingshow-Gewinnerin“ heute noch manchmal nach?
Eigentlich immer nur in Interviews, wenn mir diese Frage gestellt wird. (lacht) Sonst ist das gar nicht so in meinem Alltag. Ich meine, das ist jetzt 13 Jahre her und ich habe ein ganz tolles Team, mit dem ich arbeiten darf. Ich bin natürlich einfach wahnsinnig dankbar, dass das damals passiert ist, denn ich glaube nicht, dass ich jetzt Sängerin wäre, wenn ich diese Castingshow damals nicht gewonnen hätte. Das fällt mir doch zwischendurch immer wieder ein, dass ich einfach sehr dankbar bin für solche Momente, die dann über unser Leben entscheiden, in welche Richtung alles geht.

Am 20. April startete auch die neue Staffel „Sing meinen Song“, wo du performst ...
Boah, ich kann dir gar nicht sagen, was für ein unglaubliches Geschenk das war, als ich die Anfrage für „Sing meinen Song“ bekommen habe. Ich habe sofort zugesagt und war super neugierig und aufgeregt auf die anderen Künstler, die da sind. Und ich wurde echt belohnt: Die Leute sind einfach unfassbar großartig. Wir hatten eine tolle Zeit und durften endlich wieder Live-Musik machen, singen und spielen! Das hat mich aber natürlich auch echt getriggert. Ich habe jetzt umso mehr Bock, endlich wieder mit meiner Band zu spielen.

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Interview Louisa Ferch
Fotos Maximilian König

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