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Das ambitionierte Braunschweiger Indiepop-Newcomer-Duo
Florettfechten releast am 20. August seine erste Single.
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Florettfechten – was im ersten Augenblick nach einem leicht antiquierten Ritual zur Konfliktbewältigung klingt, erweist sich nach etwas genauerem Hinsehen schnell als Augenzwinkern in Richtung Wohlstandsmief. Ähnlich wie Bilderbuch oder Blumentopf, in deren Bandnamenstradition sie sich einreihen, ist der Name dieses Braunschweiger Musiker-Duos nicht unbedingt Programm. Es geht vielmehr um ein Irritationsmoment, ein mentales Stolpern, das HörerInnen neugierig machen soll. Der Name ist dabei nicht das Einzige, was zunächst irritiert.
Vom Chopper zur Vespa
Die beiden Mittzwanziger Simon Henke und Jannick Stühff fühlten sich als Bandmusiker mit vielen wechselnden Projekten lange Zeit eigentlich eher zwischen verzerrten Gitarren und hämmernden Kick-Drums besonders zu Hause. Wie kam es für die beiden nun zum Zusammenschluss in Richtung Synth-Pop – quasi zur 180-Grad-Kehrtwende?
„Nachdem wir uns ein paar Mal einfach nur verabredet hatten, um über Musik zu quatschen und Bier zu trinken, war relativ schnell klar, dass wir beide mal was anderes ausprobieren wollen“, schildert Simon, der für Florettfechten die Instrumentals ausgestaltet und im Wesentlichen die Rolle des Gitarristen und Keyboarders einnimmt. „Es geht gar nicht darum, Rock und Punkrock den Rücken zu kehren. Im Gegenteil, wir lieben diese Musik immer noch. Das Ziel ist eher auszuprobieren, was jenseits davon noch so möglich ist“, führt Jannick weiter aus, der als Texter und Sänger in Erscheinung tritt.
Und so artete die fixe Idee, sich an deutschsprachigem Indie-Pop zu versuchen, rasch in sehr konkrete und wachsende Ambitionen aus. Seit Frühling dieses Jahres kommen die beiden fast täglich zusammen, jammen, tauschen Ideen aus und präsentieren sich gegenseitig Textideen und musikalische Skizzen. Schnell wurden eine Handvoll Songs als Demos im Home-Studio ausproduziert. „Irgendwann haben wir dann einen Sound gefunden, den wir echt interessant fanden“, so Jannick. Elektronische Drums, 80s-inspirierte Bass- und Lead-Synthesizer und glockig cleane Gitarren legen das Fundament für Florettfechten.
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Crewlove is True Love
Nicht nur gezwungenermaßen durch die globale Pandemie, sondern auch aus eigenem Interesse beschließt das dynamische Duo nun seinen Weg strikt in trauter Zweisamkeit. Keine weiteren Bandmitglieder sollen akquiriert werden, wie Jannick verdeutlicht: „Uns ist schnell positiv aufgefallen, dass sich Feedback sehr viel effizienter und gezielter umsetzen lässt, wenn es nur von einer Person kommt. Man muss, wenn überhaupt, nur einen Kompromiss eingehen, mit dem zwei statt meinetwegen sonst fünf Leute zufrieden sind. Wobei wir überhaupt selten kompromissbereit sein müssen. Wir ziehen meistens eh am gleichen Strang.“ Auch Simon meint: „An erster Stelle steht mehr die Qualität des Songs, nicht wer der geilste Musiker unter der Sonne ist. Wenn es beispielsweise gut passt, dass eine gesampelte alte Hammond-Orgel im Hintergrund die ganze Zeit einen einzelnen Ton spielt, dann kommt das in den Song. Erlaubt ist, was funktioniert.“
Im Zuge ihres musikalischen Werdegangs in Braunschweig haben sowohl Simon als auch Jannick Freundschaften geknüpft, die ihnen in ihrem jetzigen Projekt zugutekommen. Egal ob Organisation, Produktion, Mentoring, Merchandise, Fotografie oder Marketing im Allgemeinen – für alles gibt es jemanden in ihrem Kreativnetzwerk, der mit einer Idee und vor allem Tatendrang aufwartet, berichten die beiden. So ist Florettfechten in jeder Hinsicht ein Projekt, das sich aus dem Respekt und der Wertschätzung der Arbeit anderer speist. Gerade weil sie erst seit Beginn des Jahres zusammenarbeiten, zeigen die beiden sich sehr dankbar für die Unterstützung, die sie von allen Seiten erhalten. Ein sehr rasantes Arbeitstempo wird so erst möglich. „Wir lieben euch Freunde! Shoutout an jede und jeden von euch!“, strahlen die beiden.
Ein Klavier, ein Klavier, eine Single!
Die erste Single, die die beiden jüngst im Hildesheimer Kairos Studio aufgenommen haben, trägt den Titel „Kopf an der Wand“. Mit ein bisschen unschuldiger Jugendliebe und sonnig verpeilter Tagträumerei ergibt sich hier eine Atti-
tüde, die nicht fett aufträgt: Das ist nicht Giesinger, das ist nicht Poisel, viel eher hört man die Einflüsse von Wir sind Helden oder Von Wegen Lisbeth heraus. Die Single mit spätsommerlichem Hitpotenzial erscheint am 20. August auf allen bekannten Streamingplattformen. Abzuwarten bleibt, wie sehr ihr Release nun einschlägt und was danach so kommt.


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„Weil wir innerhalb sehr kurzer Zeit mit vielen Ideen und einer verdammt guten Energie eingestiegen sind, haben wir uns dazu entschlossen, diese Elektrizität zu nutzen und erst mal gleich etwas zu veröffentlichen, das noch ,heiß‘ ist“, meint Simon. Mit diesem Momentum wollen die beiden dann zügig weitere Veröffentlichungen realisieren. Die nächsten Single-Kandidaten sind schon in der Pipeline: „Mit dem, was wir aus der ersten Veröffentlichung mitnehmen, werden wir dann schauen, welche Stellschrauben noch gedreht werden sollten“, sagt Jannick.
Florettfechten sind sich einig: „Wir haben einfach tierisch Bock auf alles, was noch kommt und lassen Blut, Schweiß und Tränen fließen, damit der nächste Release nicht mehr lange auf sich warten lässt und ihr uns demnächst auch mal live sehen könnt.“ Die Symbiose zweier Musikliebhaber, die Großes vorhaben, Genregrenzen sprengen und augenzwinkernd mehr auf Kreativität als auf Kitsch und Kommerz setzen. Dieser Wille wird ganz sicher belohnt werden.

Text Benyamin Bahri
Fotos Priska Dolling

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