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Sorgenkind

26. April / Eulenglück (BS)

Es wird ungewohnt deep: Sorgenkind geht auf Tour und macht Halt im Eulenglück.
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Lange war es still um Niko Haug, besser bekannt als Sorgenkind – vielleicht haben sich treue Fans ja sogar Sorgen gemacht. Jetzt kommt der ehemalige Battle-Rapper mit neuen, ernsthafteren Songs im Gepäck zurück auf die Bühne. Viel hat er noch nicht preisgegeben, aber die neuen Beats sind tanzbar und die Hooks bleiben immer noch im Kopf. Der Sound ist melodischer, die Texte tiefgründiger, das Gesamtpaket wirkt erwachsener als noch zu „Sommerloch EP“-Zeiten. Ab April können sich die Fans selbst ein Bild von seinem aktuellen Zustand machen: Endlich geht er auf „Voll geil hier“-Tour und fliegt direkt beim zweiten Stopp in der Eule ein. Wir haben ihn im Interview gefragt, was überhaupt voll geil ist, warum Robbie Williams sein Vorbild ist und wie viele Sorgen sich ein Sorgenkind so macht.
Du hast nach deinem ersten Album eine lange Pause eingelegt, bis da was Neues von dir kam. Warum?
In der Zeit nach der „Sommerloch EP“ wurden tatsächlich viele Songs gemacht, die man mit etwas Feinschliff als Album hätte abschließen können. Leider verbrachte ich viel Zeit mit der Frage, wie es „geschäftlich“ weitergeht und damit, auf Antworten zu warten, statt einfach selbst aktiv zu werden.

Du kommst auf deiner „Voll geil hier“-Tour in Braunschweig vorbei. Wo genau ist was voll geil und warum überhaupt?
„Voll geil hier“ lässt sich auf verschiedene Arten interpretieren. In meiner ursprünglichen Idee ist „Voll geil hier“ der Demospruch derjenigen, die die Missstände der Politik oder Gesellschaft nicht wahrnehmen oder ernst nehmen und in einer großen Demo, die man sich bildlich als überdimensionalen Junggesellenabschied vorstellen kann, lautstark mitteilen, dass alles voll geil hier ist.
Im Dezember hast du getweeted: „Bald werden wieder melancholische Punchlines gesungen“. Wird die Tour so melancholisch?
Jetzt wird’s kompliziert. Mein Tweet war ja die Antwort auf einen anderen Tweet in dem ich als „Battlerapper“ bezeichnet wurde. Tatsächlich hat meine Musik seit Jahren überhaupt nichts mehr mit Battlerap zu tun, daher mein Witz mit den melancholischen Punchlines. Ich persönlich stehe übrigens sehr auf schlechte Witze.

Nach eigenen Angaben hast du das Singen im Auto gelernt. Ist das immer noch etwas, das du gerne machst? Was für Songs eignen sich am besten zum Fahren?
Ja, ich habe tatsächlich viel in meinem alten roten Polo gesungen. Das musste ich, weil meine Nachbarn im Mietshaus offenbar nicht die größten Sorgenkind-Fans waren. Ich singe auch nach wie vor sehr gern beim Autofahren. Besonders empfehlen kann ich Die Ärzte, System of a Down, Limp Bizkit, ­Robbie Williams oder natürlich alle alten „Bravo Hits“-, „The Dome“- und „Popcorn“-Sampler. Je zerkratzter die CD, desto besser!
Wer ist dein musikalisches Vorbild?
Ein wirkliches Vorbild gibt es eigentlich nicht, aber natürlich viele Musiker und Sänger, die mich bis heute inspirieren. Nate Dogg, Farin Urlaub, Robbie Williams, Chester Bennington, Matthew Bellamy, Stone Sour fallen mir spontan ein, auch wenn sie teilweise überhaupt nicht unter einen Hut passen. Vor allem Robbie Williams dürfte in dieser Aufzählung etwas herausstechen, aber er hat für meinen Geschmack die besten Refrains, die sich am hartnäckigsten im Gedächtnis halten und das fand ich immer beeindruckend.

Wie viele Sorgen macht sich Sorgenkind? Was bereitet dir die meisten Sorgen? Weltschmerz, Zukunft, Kontostand?
Naja, eigentlich ist ein Sorgenkind dafür bekannt, dass sich andere darum sorgen. Dementsprechend müsste ich nun eigentlich antworten, dass ich mir keine Sorgen mache. Das trifft in vielen privaten Teilen meines Lebens auch zu, wo es beispielsweise um Organisation oder Selbstdisziplin geht. Allerdings lassen sich gewisse Entwicklungen gerade aus der rechten Ecke der Politik nicht ausblenden und man beginnt sich um die Zukunft zu sorgen. Am schlimmsten ist es eigentlich, dass es mir am besten geht, wenn ich für ein paar Tage keine Nachrichten verfolge und vor allem keine Facebookkommentare lese, die dazu abgegeben werden. Achja, mein Kontostand macht mir schon immer Sorgen, aber das wird sich wohl so schnell nicht ändern.
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In „Um Uns“ gibt es die Liedzeile „Und ich dachte schon, dein Leben wäre einfacher als meins“. Warum geht man deiner Meinung nach davon aus, dass das Leben der Anderen einfacher ist als das eigene?
Ich schätze mal, das liegt an der oberflächlichen Darstellung, die sich zum einen in Social Media, aber auch in den üblichen „Wochenendgesprächen“ nicht vermeiden lässt. Natürlich erzählt man seiner Bekanntschaft nicht sofort von den ernsthaften Problemen und vermittelt lieber den unbeschwerten Eindruck, dass man ganz gut zurecht kommt. So könnte man manchmal meinen, man sei der Einzige mit irgendwelchen Beschwerden, aber liegt damit sehr wahrscheinlich sehr falsch.
Es geht weiter mit „Kehren zurück zu den Regeln, die der Spielplatz uns macht“. Haben wir das innere Kind in uns verloren?
Ich glaube nicht, dass irgendwer sein inneres Kind verloren hat oder dass man es überhaupt verlieren kann. Es kommt vielleicht mehr darauf an, wie sehr jemand sein inneres Kind zulässt, es nach außen preisgibt und dazu steht. Die Probleme haben sich im Erwachsenenalter sicher verändert, aber im Grunde ist auch vieles gleich geblieben. Menschen beklauen sich, gehen fremd oder sind eifersüchtig. Tatsächlich erinnere ich mich auch häufig an die Zeit, als ich in jungen Jahren noch glaubte, Erwachsene würden sich nur mit ernsthaften Dingen auseinander setzen. Tja, weit gefehlt! (lacht)
Du warst bei verschiedenen Festivals im Line-up und hast vor großen Menschenmengen gespielt, die „Voll geil hier“-Tour findet aber eher in Clubs statt. Was gefällt dir besser – die große Bühne oder die Intimität eines kleinen Clubs?
Klar gefällt mir die große Bühne besser und meine Band und ich träumen davon, auf diesen großen Bühnen eigene Shows zu spielen. Wir sind auch dankbar für jede Show, die wir vor solchen Zuschauermengen spielen durften. Aber eine eigene Show, bei der jeder einzelne Mensch nur wegen dir gekommen ist, ist nochmal eine andere und in meinen Augen auch wertvollere Sache, unabhängig davon wie groß die Bühne letztendlich ist.

Interview Giana Holstein
Fotos four artists

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