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LUCYS DARLING im Interview

Grungeig, melancholisch und immer mit Message – die vier Jungs von Lucys Darling haben einiges auf dem Herzen und trauen sich auch, es in die Welt rauszurufen. Wir trafen Sänger Markus und Gitarrist Erik in beschaulicher Proberaum-Atmosphäre im JUZ B58 zu einem entspannten wie spannenden Gespräch über ihre Band und einem Würfel-Interview mit völlig unerwarteten Antworten.


21. Oktober | Hallenbad, Sauna-Klub (WOB)
2. November | FBZ Grille (GF)
25. November | FC Braunschweig Süd (BS)

Hallo ihr beiden! Wo kommt ihr Darlings alle her und wie habt ihr euch kennengelernt?
Erik Seit etwa fünf Jahren gibt es Lucys Darling schon. Markus und ich kommen hier aus der Gegend, aus Wolfenbüttel. Stefan kommt aus dem Börde-Kreis und Christian kommt aus der Richtung Hildesheim, die haben wir über gemeinsame Konzerte unserer früheren Bands kennengelernt.

Welche Bands inspirieren euch musikalisch?
Erik Aktuell habe ich gar keine Band, die mich wirklich so richtig mitnimmt. Klar, früher waren es vielleicht die Hosen, Nirvana oder die Smashing Pumpkins, aber das ist natürlich ewig her. Aktuell lasse ich bei Spotify hauptsächlich Indie-Playlisten laufen. Da laufen oft unbekannte Bands, die mir richtig gut gefallen und mich im besten Falle inspirieren. Aber das sind momentan keine großen Bands, von denen ich sage: ohne die geht es nicht.
Markus Bei mir war es schon immer eine etwas härtere Gangart. Im Metal-Bereich zum Beispiel Bullet for my Valentine, Volbeat, Motörhead und solche Sachen.
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Wer ist eigentlich Lucy?
Markus Lucy ist sozusagen das weiße Papier, auf das jeder seine Ideen und Vorstellungen projizieren kann. Es gibt einen Song von uns, über eine unerreichbare Frau, die immer einen anderen Typen hat. Vielleicht ist das ja Lucy? Aber der Bandname klingt auch einfach super, einerseits konkret, andererseits aber auch offen genug für verschiedene Interpretationen.
Erik Man kann sich natürlich auch „Steelhammer“ nennen. Da weiß jeder sofort, wo die Reise hingeht. (lacht)

Warum singt ihr auf Englisch?
Markus Wir haben damals auf Englisch angefangen und es hat sich über die Zeit so eine Komfortzone entwickelt. Hauptsächlich schreibe ich die Texte und ich finde, das passt auch am besten zu unserer Art Musik.
Erik Früher hatten wir immer mal wieder einen deutschen Song mit dabei, das war aber dann eher ein Satellit im Kontext und es hat sich einfach nicht so angefühlt, dass wir meinten, das müssen wir unbedingt weitermachen.
Wo findet ihr Inspiration für eure Texte?
Markus Aktuell in dem, was draußen so los ist. Das muss man echt sagen. Wir haben uns nie bemüht, als politische Band wahrgenommen zu werden und sind auch eigentlich keine. Aber man kann das Geschehen da draußen auch nicht einfach ignorieren. Die politische Großwetterlage ist ja derzeit ein riesiges Problem, da ergeben sich ganz konkrete Ansatzpunkte für Texte. Unser neuer Song, „And the Winner is“, stellt zum Beispiel die Frage, ob es tatsächlich möglich ist, dass rechte Idioten und Populisten irgendwann wieder als Sieger vom Platz gehen ... das dürfen wir nicht zulassen! Aber es ist natürlich nicht nur das. Wir haben auch reine Spaßtexte zum Feiern und Party machen. Das Spektrum ist von bis, im Grunde wie unser Leben auch.

Warum ist es euch als Band ein Anliegen, euch explizit politisch zu äußern?
Erik Es geht uns nicht um einen konkreten politischen Standpunkt im Sinne von links oder rechts, sondern eher darum, zu sagen: Achtung Leute, überlegt mal, was da gerade passiert. Merkt ihr das auch? Man hält den Zuhörern einen Spiegel vor und versucht, sie wieder ein bisschen wacher zu machen. Manche Sachen liegen einem eben einfach auf der Brust und man möchte die dann auch formulieren und anderen Menschen mitteilen. Bei „Invaders“ waren es beispielsweise aktuelle technische Entwicklungen, die wir reflektieren. So etwas kann man nicht einfach abtun, weil es einen unmittelbar im Alltag betrifft.

Das ist ein moralisches Dilemma und wahrscheinlich hat da auch Captain Picard keine Lösung für.

Markus
Was muss Independent-Rock heute liefern?
Erik Ich glaube nicht, dass wir mit unserem Sound vor dem Zeitgeist sind. Wir sind nicht die Modernsten, was den Klang angeht. Indie-Rock impliziert bei mir immer ein bisschen altes Zeug, nuschelnde Verstärker, ein bisschen Dreck und abgewetzte Lederjacken. Das darf er auch gerne sein, aber er ist für mich mittlerweile auch modern geworden: Durch Bands wie Mando Diao ist er danciger und nicht mehr so retro. Es darf getanzt werden! Und es darf auch etwas straffer, enger und nicht so zugelärmt sein. Heute geht auch eine neue Lederjacke.

Was macht Lucys Darling einzigartig?
Markus Ich glaube, dass wir alle mit sehr, sehr unterschiedlichen Backgrounds in die Band hineinarbeiten und so ganz verschiedene Sichtweisen beim Songwriting reinbringen. Ich denke, das ermöglicht es uns immer wieder, aus festgefahrenen Situationen herauszukommen, indem wir sagen: Lass uns das doch anders machen! Und das macht auch die Qualität unserer Songs aus. Ich sage mal, wenn vier Punkrocker Punkrock machen, kommt immer Punkrock raus. Durch unsere verschiedenen Musikstile konnten wir einen gemeinsamen eigenen Sound entwickeln.
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Kommen wir nun zu dem Teil, vor dem ihr euch zu Recht fürchtet: Jetzt entscheiden die Würfel, welche der Überraschungsfragen ihr beantworten müsst ... Und los geht‘s!
Markus, was singst du heimlich im Auto mit?
Markus Ist ja nicht mehr heimlich, wenn ich es sage. (lacht) Ich bin eher so ein Zuhörer und singe gar nicht viel im Auto. Was immer geht, sind so Gröl-Hymnen wie von den Sporties.

Erik, was ist dein inneres Tier?
Erik (überlegt) Ein Adler klingt ein bisschen zu majestätisch. Ein Milan oder irgendein Vogel, der lange oben schwebt und beobachtet und dann seinen Spruch zu etwas gibt. Ich beobachte immer gern.

Markus, was ist dein schlimmstes Konzerterlebnis als Zuschauer?
Markus Als Zuschauer? Bei Such A Surge habe ich mal eins auf die Fresse bekommen. Aber das war nicht so schlimm. Wenn du vorne vor der Bühne stehst und mithalten willst mit 1,70 Metern, kann das schon mal passieren.

Erik, was würdest du deinem Heimassistenzroboter als erstes beibringen?
Erik Spontan kam mir natürlich: Bier holen! Aber das kriege ich gerade noch selber hin. Aber vielleicht Socken sortieren oder Wäsche zusammenlegen, das wäre was.
Markus, was ist das philosophischste Songzitat, das du auswendig kennst?
Markus Da gibt es wirklich einige. Aber wenn man es spontan sagen muss, fällt einem natürlich immer nichts ein! Es gibt eine herrliche Zeile von Lemmy, die ist überhaupt nicht philosophisch, aber die habe ich im Kopf: „I‘m in love with rock ‘n roll, it satisfies my soul, that‘s how it has to be, I won‘t get mad“.

Erik, wer ist deine persönliche Lucy?
Erik Wenn ich es jetzt mal nicht auf eine bestimmte Person münze, wäre es am ehesten meine Gitarre. Meine Lucy hat fantastische Kurven und kann sogar toll singen, wenn sie möchte. Wir verbringen auch sehr viel Zeit miteinander. (lacht)

Markus, kennst du die „Oberste Direktive“ oder „Prime Directive“ aus Star Trek?
Markus Klar. Im Grunde ist es ein Spiegelbild dessen, was auf der Welt in vielen hundert Jahren passiert ist. In eine mögliche Zukunft projiziert, meint es, dass jeder das Recht auf seine eigene Kultur hat, ohne Angst vor Invasoren haben zu müssen. Diese Themen sind gerade wieder aktueller denn je. Ob man deswegen überhaupt nicht eingreifen sollte, ist ein moralisches Dilemma und wahrscheinlich hat da auch Captain Picard keine Lösung für.

Erik, würdest du lieber ein Konzert mit Helene Fischer oder den Amigos vor deren eigenem Publikum geben?
Erik Mit den Amigos! Ich kenne ehrlicherweise nichts von denen, aber ich unterstelle ihnen aufgrund ihrer 50-jährigen Bühnenerfahrung eine gewisse Lustigkeit. Das könnte so scheiße sein, dass es schon wieder gut ist. Ich glaube, das ist die intensivere Erfahrung, im Sinne von Grenzbereich. Respekt vor Helene und ihrer Arbeit, aber das ist mir zu viel Plastik.
Stephan und Christian kommen überraschend dazu und können mitwürfeln! Yeah!
Stephan, was ist dein Lieblingsschimpfwort?
Stephan Also ich fluche äußerst ungern. Ich glaube, es ist „Fuck“, knapp vor „Scheiße“!

Christian, dein peinlichster Lieblingssong?
Christian „Back for good“ von Take That. Der Song ist cool, aber ich schäme mich ein bisschen, weil er von einer Boyband ist.

Stephan, erzähle mir zwei Wahrheiten und eine Lüge über dich.
Stephan Zunächst mal arbeite ich in der Forschung und bin Marathon-Läufer und dann koche ich außerdem leidenschaftlich gern.

Christian, wann warst du zuletzt im Theater?
Christian Zählt Musical auch? Dann bei „König der Löwen“ in Hamburg vor sechs Wochen.

Ihr beiden kamt so wenig zu Wort. Was wollt ihr euren Fans noch schnell mitteilen?
Christian Bleibt sauber, macht Musik und geht auf Konzerte. Nicht immer nur vor der Kiste sitzen und daddeln!
Stephan Und man sollte sich mehr unbekannte Bands anhören. Immer muss alles ein Event sein, Rang und Namen haben und teuer sein. Aber die wirklichen Bands, die kleinen, haben auch viel Interessantes und liefern genauso viel Spannung. Support local bands!
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Interview:
Evelyn Waldt
Fotos: Frank Tobian, Katharina Holzberger, Evelyn Waldt

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