Antje Schomaker

11. Oktober / Eulenglück (BS)


Genau am richtigen Ort, genau zur richtigen Zeit: Die charmante Singer-Songwriterin
Antje Schomaker ist „Bock-aufgeregt“, die Eule zu beglücken.
Antje Schomaker schreibt unbeschwerte deutsch-poetische Indie-Pop-Songs voll sonniger Verträumtheit, herzigem Abenteuer und einem Hauch Melancholie. Mit unverkennbarer Stimmfarbe und einprägsamen Bildschöpfungen singt die Wahlhamburgerin „Von Helden und Halunken“ und macht auf ihrer großen Debüt-Tour auch im Eulenglück halt. Ein Gespräch über Kunst, Kritik und Inspiration.
Freust du dich schon auf Braunschweig?
Ja, ich freue mich schon hammermäßig auf die Tour im Herbst und auf Braunschweig, da steht doch dieses Haus von James Rizzi, oder? Ich war leider noch nie dort und auch noch nie in der Eule, aber wenn man da gut feiern kann, klingt das auf jeden Fall vielversprechend!

Wie ist dein erstaunlicher Aufstieg möglich?
Das mit der Musik mache ich schon echt seit einner Weile und als ich nach Hamburg gezogen bin, habe ich hier in verschiedenen Bereichen der Szene gearbeitet. Ich bin überall aufgetreten und war einfach sehr umtriebig. Dadurch habe ich immer viele Leute kennengelernt wie Johannes Oerding über Freunde und Bosse im Backstage des Feel Festivals, als wir beide dort gespielt haben. Er kam auf mich zu, weil er meine Musik gehört hatte, die ihm zugeschickt wurde, und hat mich gefragt, ob ich mit ihm auf Tour gehen will. Ich hab anfangs kaum jemandem von meiner Musik erzählt, sondern einfach immer gemacht und gewartet und dann ist vor zwei Jahren das eine zum anderen gekommen und es ging los.

Welchen deiner Songs performst du am liebsten?
„Aller Guten Dinge“ war für mich live immer besonders, weil ich an einer Stelle singe „wir sind am richtigen Ort, zur richtigen Zeit“ und das mag ja ein total abgedroschener Satz sein, aber wenn ich auf der Bühne stehe, in die Gesichter schaue und genau diese Zeile singe, dann bin ich da: Am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Genau da gehöre ich hin und das fühlt sich immer superrichtig und einfach monstergut an. 
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Hast du ein Ritual vor jedem Auftritt?
So ein richtiges Ritual habe ich eigentlich nicht. Ich unterhalte mich vorher mit meiner Band, manchmal tanzen wir noch zu „Northern Blues“ von City And Colour und dann geht’s los. Ich bin gerne aufgeregt vor Auftritten. Das zeigt ja, dass es mir wichtig ist und dass ich Bock habe, ich bin da eher so „Bock-aufgeregt“ und nicht „Angst-aufgeregt“.

Dein Album schickt einen gefühlt in die frühen 2000er. Bist du von der Zeit stark beeinflusst?
Es ist immer witzig zu lesen, von wem ich wohl so beeinflusst bin. In Kritiken steht „sie hat ganz klar dieses Album von dieser Band und auch diese Band ganz oft gehört“, dabei kenne ich dann von den Bands oft nur einen Song oder zwei. Das finde ich ganz spannend, was die Leute bei mir so raushören, was ich selbst nie gehört habe und irgendwie ist das ja auch schön. Ich glaube schon, dass einen alles beeinflusst, ob das nun Bücher sind, die man liest, oder Musik, die man hört. Die Art sich auszudrücken entsteht ja durch die Dinge, mit denen man sich umgibt. Aber einen bewussten Einfluss oder ein Vorbild hatte ich nie. Eigentlich habe ich immer nur das geschrieben, was bei mir so passiert ist, und habe das versucht simpel und trotzdem stark auszudrücken.
Ich habe die harschen Kritiken von Laut.de und Zeit gelesen. Wie gehst du mit so etwas um?
Ist doch schön, dass sie sich überhaupt mit meiner Musik beschäftigen, das heißt ja, dass sie sie wahrgenommen haben. Das Ding ist, würde ich ein Buch über Raketenwissenschaften schreiben, würden nur Raketenwissenschaftler mein Buch kritisieren. Bei Musik ist es aber so: Jeder hört sie, deshalb hat jeder eine Meinung und manche Leute tun ihre Meinung gern öffentlich kund. Ich habe auf meinem Debütalbum einfach das gemacht, worauf ich in dem Moment Lust hatte. Bis auf „Aller Guten Dinge“, den ich mit meinem Kumpel Steffen Graef geschrieben habe, habe ich alle Texte alleine verfasst und dabei nicht versucht, besonders Indie oder besonders Pop oder irgendwas zu sein, sondern habe einfach das genommen, was aus mir rauskam. Ich habe echt sehr viele schöne und gute Kritiken bekommen und halt auch zwei, drei weniger gute, aber das nehme ich mir nicht zu Herzen und lasse mich davon nicht beeinflussen. Das ist doch toll, dass jemand eine Meinung zu meiner Musik hat und sie ihm nicht komplett egal ist.

Immerhin sagen beide, dass sie dir mehr zutrauen! Sind solche „Vorschusslorbeeren“ Druck oder Ansporn für deine nächste Veröffentlichung?
Ich freue mich, dass sie mir das zusprechen, aber dafür schreibe ich nicht Musik. Auf meinem zweiten Album werde ich mit Sicherheit erwachsener klingen und weitere Schritte gegangen sein, aber ich fühle mich nicht von den Kritiken unter Druck gesetzt, es mit Absicht anders zu machen. Wenn ich anfange, für die Kritiker zu schreiben oder fürs Radio oder für die Spotify-Playlisten oder für die Indie-Festival-Line-ups, wo bleibt denn da die Kunst?

„mich neben meiner Musik sozial und politisch einzusetzen und mich dort zu positionieren, ist mir wichtig“

Willst du dich auch mal politisch positionieren?
Bislang habe ich mich in meiner Musik nicht explizit politisch geäußert, weil sich alle meine bisherigen politischen Songs, die ich zu schreiben versucht habe, scheiße angehört haben und weil ich auch nicht agitierend erscheinen wollte. Was ich aber tue, ist, mich neben meiner Musik sozial und politisch einzusetzen und mich dort zu positionieren, das ist mir wichtig. Ich beziehe gerne Stellung und finde es auch wichtig, meine Reichweite dafür zu nutzen, wach zu machen. Zwar nicht militant die ganze Zeit den Finger zu heben, aber es vorzuleben.

Welche Kritik würdest du gern über dich lesen?
Mir ist es menschlich und musikalisch immer wichtig gewesen, echt und ehrlich zu sein, meine Musik lange und nachhaltig aufzubauen und nicht schnell in die Höhe zu schießen. Deshalb würde ich gar nichts Bestimmtes gern lesen wollen, sondern einfach sehr lange noch. Ich wünsche mir, dass ich die Möglichkeit habe, noch viele Alben zu machen und mich weiterzuentwickeln und ich habe Zeit und einen langen Atem mitgebracht. Wenn also in zehn Jahren noch jemand meine Musik beschreibt, dann bin ich glücklich.
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Interview Evelyn Waldt
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