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Kurzmal

13. April / Harry’s Bierhaus (BS)


Anderthalb Jahre hat’s gedauert, jetzt ist es da: „Schablone“,
das Debüt-Album der Braunschweiger Fun- und Funk-Band Kurzmal.
Die Release-Party steigt im April in Harry‘s Bierhaus.
KF kurz mal 4 c Sena Zahirovic art
In den zwei Jahren, in denen es die Braunschweiger Band Kurzmal in der aktuellen Konstellation gibt, hat sich die fünfköpfige Gruppe musikalisch weiterentwickelt – genretechnisch sind sie ein kunterbunter Mix aus Ska, Reggae und Funk. Nichts an dieser Band lässt sich in eine Schublade stecken. Vor ihrer Album-Release-Party am 13. April haben wir uns über ihre Erinnerungen aus der Studio-Zeit, die regionale Musikszene und ihr Albumdebüt „Schablone“ unterhalten.
Ihr habt euch anderthalb Jahre Zeit gelassen für euer erstes Album Schablone. Warum hat das so lange gedauert?
Ina Das Album ist in Etappen entstanden und wir haben in einem Amateurstudio mit der Unterstützung von Freunden gearbeitet. Deshalb war es schwierig Termine zu finden, an denen alle Zeit hatten und das Studio zur Verfügung stand. Insgesamt haben wir nur an vier Wochenenden aufgenommen. Ben Heber, der Keyboarder von Strippercake und Oko, hat unsere Aufnahmen betreut und abgemischt. Den Song „Briefe“ haben wir sogar nochmal nachproduziert, weil wir mit der Aufnahme unzufrieden waren.

Das erste Mal im Studio ist ja sicherlich eine aufregende Erfahrung. Wie war’s denn?
Ben Wir sind alle untereinander befreundet und haben in entspannter Atmosphäre Aufnahmen gemacht, mit Pizza und Bier. Das hat Spaß gemacht und ich denke, niemand hat ein Trauma davon getragen.

Die Aufmachung eures Albums ist aufwendig und wirkt sehr professionell. Warum habt ihr euch dazu entschieden, so viel Mühe darein zu stecken, statt einfach nur ein Digipack mit ein paar Tracks zu veröffentlichen?
Ina Schablone ist unser erstes Album und da steckt viel Herzblut drin. Es war uns wichtig, dass es authentisch ist und natürlich auch schön wird. Unsere Songs sind handgemacht, die CD ist in Zusammenarbeit mit Freunden entstanden und sie spiegelt uns als Menschen wider. Dafür haben wir sogar ein Fotowochenende bei Casi eingelegt. Unsere Freundin Sena Zahirovic hat die nervenaufreibende Aufgabe übernommen, Bandfotos von uns zu schießen.
Habt ihr eure Hits auf Schablone verewigt oder habt ihr die Songs extra dafür geschrieben?
Casi Wir haben die Songs nicht extra für das Album geschrieben. Einige der Songs gehören zu unseren Evergreens und andere sind tatsächlich noch in den letzten eineinhalb Jahren entstanden und gleich mit aufs Album gekommen. Unser heimlicher Hit ist „Briefe“, aber im Prinzip haben wir alle unsere Songs gleich lieb.

Es sind relativ viele Lieder übers Vermissen und Verlassen auf dem Album. Warum war das so ein wichtiges Thema für euch?
Casi Wir texten eigentlich immer nach den Melodien, die von Igor und Klaas kommen. Ich finde, im Sound klingt auch immer schon der Charakter des Textes mit. Menschliche Beziehungen sind nun mal das Interessanteste in unserem Leben. Wir haben uns auch schon an Liebesliedern versucht, die geraten aber leider meistens kitschig.

„Wir passen halt in keine Schablone“

Wer ist euer größter musikalischer Einfluss?
Klaas Jeder Einzelne hat sicherlich seine Einflüsse, aber im Zusammenspiel vermischt es sich wieder. Wir versuchen auf keinen Fall, irgendwem nachzueifern, sondern eigenständig zu sein. Wir machen einfach das, worauf wir Lust haben und gehen sehr intuitiv ans Liedermachen heran. Aus einer Idee entwickelt sich in Zusammenarbeit daraus ein Song mit unverkennbarer Kurzmal-Note. Wir passen halt in keine Schablone.

Ihr seid alle unabhängig voneinander und in zahlreichen Bands schon lange Teil der regionalen Band- und Musikerszene. Wie schätzt ihr die Szene ein?
Ben Ich spiele in Bands mit verschiedensten Musikrichtungen. Im Vergleich zu damals werden kleine Konzerte leider nicht mehr so gut angenommen. Das liegt unter anderem an der starken Medienpräsenz in den sozialen Netzwerken. In meinen Anfangszeiten hat sich jeder darüber gefreut, wenn an einem Abend drei regionale Bands in einer kleinen Location gespielt haben. Da war der Laden voll! Heute muss man sich den Ruf bei einem Publikum härter erkämpfen. Da Braunschweig eine mittelgroße Stadt mit einer relativ gut vernetz ten Musikszene ist, tauchen manche Musiker in anderen Bands wieder auf. Was auch den Vorteil hat, dass sich gelegentlich ausgeholfen werden kann.
Igor Potenzial nach oben gibt es im Bereich der städtischen Unterstützung von erwachsenen Musikern. Jugendliche Bands bekommen zum Beispiel die Möglichkeit für kostenlose Proberäume und kostengünstige Studioaufnahmen. Sobald man die magische 27 überschritten hat, ist das leider nicht mehr so.
KF kurz mal c Sena Zahirovic art
Wie ist der Zusammenhalt innerhalb der regionalen Musikszene? Gibt es Konkurrenzkämpfe oder geht alles fair und friedlich zu?
Ben Schwarze Schafe gibt es überall. Aber im Grunde haben wir eine sehr abwechslungsreiche, ausgeglichene Musikszene.
Ina Wir gehören zu einem recht großen Musikerkreis, in dem sich untereinander ausgetauscht, miteinander gejammt und sich gegenseitig unterstützt wird. Aber natürlich gibt es da, wo viele Menschen aufeinander treffen, auch Konflikte und nicht alle können gleich gut miteinander. Genauso, wie manche Bands mehr Vitamin B haben, als andere. Aber das ist halt so und gehört mit zum Musikgeschäft.
Igor Es gibt natürlich Konkurrenz. Wenn eine Band irgendwo eine Zusage bekommt, bedeutet das Absagen für die anderen. Wenn sich eine Band mit ihrer Musik durchsetzt, ist das in Ordnung. Weniger in Ordnung finde ich, wenn Bands durch ihre Connections die besten Slots bekommen.

Die regionale Musikszene wächst immer weiter. Was haltet ihr vom Nachwuchs?
Ina Es gibt richtige Knaller unter den Nachwuchskünstlern. Das sind tolle Menschen, die coole Sachen machen, aber leider wenig Feedback bekommen. Es wäre toll, wenn wieder mehr Leute auf Konzerte gehen.
Ben Wer wirklich mit dem Herzen Musik macht, kniet sich da voll rein. Auch, wenn es weniger erfolgreich ist – das macht für mich richtige Musiker aus. Wenn man ein Ziel hat, muss man selber was tun. Es ist ein mühsamer Weg, es dauert, bis man ein Instrument richtig gut beherrscht. Aber es macht Spaß und wenn man Leute findet, mit denen man auf einer Ebene ist, dann hat man
schon gewonnen.

Was ratet ihr jungen Musikern in der Region, die selbst ein Album veröffentlichen wollen?
Klaas Ich würde ihnen raten, sich an das Musikprojekt Löwenherz zu wenden. Die ermöglichen jungen Musikern, kostengünstige Demo-Aufnahmen zu machen und Studioerfahrungen zu sammeln. Unser Altersdurchschnitt war leider schon zu hoch, sonst hätten wir das gern genutzt.

Wo tretet ihr in Braunschweig am liebsten auf und warum gerade dort?
Igor Bisher hat mir der Auftritt beim Musikum des Schuntille Open Air im letzten Jahr am besten gefallen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das zweitägige Festival von einem Team aus Studenten auf die Beine gestellt wird. Es ist schade, dass die Schuntille nicht besser besucht wird. Die Location in der Schunter-Siedlung ist gut, auch wenn sie etwas außerhalb liegt.

Interview Giana Holstein
Fotos Sena Zahirovic

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